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Krefeld
Krefelder Weg: Mehr Service für Bürger mit Migrationshintergrund

Krefeld: Krefelder Weg: Mehr Service für Bürger mit Migrationshintergrund
Frank Meyer (Mitte) und Beate Zielke stellten gestern die Organisation des neuen Fachbereichs Migration und Integration vor. FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Die Beschwerden über die Krefelder Ausländerbehörde waren vielfältig: Zu lange Wartezeiten, unfreundliche Ansprache von gehetzt wirkenden Mitarbeitern, trostloser Wartebereich - von strittigen Fällen, in denen die Abschiebung drohte, mal ganz abgesehen. Von Bärbel Kleinelsen

Die Verwaltung hat sich die Kritik zu Herzen genommen und arbeitet derzeit unter Hochdruck an einer Neustrukturierung der Ausländerabteilung. Gestern nun stellten Oberbürgermeister Frank Meyer und Stadtdirektorin Beate Zielke die Organisationsstruktur des neuen Fachbereichs Migration und Integration vor.

"Krefeld ist eine moderne, internationale Großstadt, in der viele Menschen leben, die eine Integrationsgeschichte haben", erklärte Meyer die Notwendigkeit, eine Behörde, die sich mit den Belangen von Ausländern befasst, modern zu gestalten. Dabei hat sich die Verwaltung Anregungen aus anderen Städten wie Wuppertal und Hagen geholt. Denn: "Wir können voneinander lernen, Gutes übernehmen und dennoch eigene Wege gehen", sagte Meyer.

Krefelder Weg" heißt das Ergebnis der Umstrukturierung, die einen großen Teil der Verwaltung betrifft. Denn ausländerrelevante Fragen werden künftig im neuen Fachbereich 56, also Migration und Integration, gebündelt. Herzstück dieses Bereiches wird der Info- und Servicecenter im Eingangsbereich. Er soll nicht nur optisch einladend gestaltet sein, sondern auch vielerlei Informationsbedarf decken, ohne dass zuvor ein Termin vereinbart werden müsste. So können einfache Fragen schnell und unkompliziert geklärt werden.

Ansprechpartner sollen aber nicht nur Mitarbeiter der Stadt sein. "Wir hoffen beispielsweise, dass dort auch Mitarbeiter des Jobcenters und anderer Beratungsstellen sitzen werden", erklärte Meyer das Angebot, das eine Vernetzung aller relevanten Bereiche über die Grenzen der Stadtverwaltung hinaus als Ziel hat. Denn dort, wo früh und zielorientiert miteinander gesprochen werde, werde die Gefahr von Missverständnissen minimiert.

Durch den großzügig angelegten Servicebereich, der einfache Fälle abarbeitet, hofft die Verwaltung, die Mitarbeitern des Fachbereichs 56 deutlich zu entlastet. Eine gut organisierte Terminvergabe für die schwierigeren Fälle, die mehr Zeit in Anspruch nehmen, soll zusätzlich helfen, lange Wartezeiten zu vermeiden.

Der neue Fachbereich besteht aus drei Säulen. Im Bereich Migration finden sich zum großen Teil die Arbeitsgebiete der Ausländerbehörde, die in "Aufenthalt und Einbürgerung", "Asyl- und Flüchtlingsangelegenheiten" und "Rückkehr-Management" unterteilt sind. Im Bereich Integration sind das "Strategische Integrations- und Netzwerkmanagement", das "Kommunale Integrationszentrum" und die "Sozialarbeit" untergebracht. Die dritte Säule, der Zentralbereich, befasst sich mit "Verwaltung und Finanzen", "Wirtschaftlichen Hilfen" und "Unterbringung". Im direkten Austausch mit der Fachbereichsleitung ist die Flüchtlingskoordination, deren wesentlicher Bestandteil auch weiterhin die Arbeit der ehrenamtlichen Helfer unter Koordinator Hansgeorg Rehbein sein wird.

In welchen Räumlichkeiten der neue Fachbereich mit seinen rund 150 Mitarbeitern untergebracht sein wird, ist noch unklar. Bis Ende des Jahres soll der neue Leiter feststehen. Anschließend kann der Bereich dann seine Arbeit aufnehmen. Neu ist schon jetzt, dass die Verwaltung bei der Planung im engen Austausch mit Hilfs- und Migrantenselbstorganisationen ist.

Quelle: RP
 
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