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Krefeld
Krefelder Wirtschaft sucht dringend Azubis

Krefeld: Krefelder Wirtschaft sucht dringend Azubis
Klaus Koralewski, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Niederrhein; Birgitta Kubsch-von Harten, Geschäftsführerin operativ der Agentur für Arbeit Krefeld: Petra Pigerl-Radtke, Geschäftsführerin Aus- und Weiterbildung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein und Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der IHK (v. l.) stellten gestern die jüngsten Arbeitsmarktzahlen für die Stadt vor und äußerten sich zur Ausbildungssituation. FOTO: LS
Krefeld. Die Arbeitslosenquote sinkt auf 10,4 Prozent. Die Unterhemen melden 1406 neue sozialversicherungspflichtige Stellen. Von Joachim Niessen

Die Entwicklung auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt in Krefeld ist weiterhin positiv. Die Arbeitslosenquote für Oktober sinkt auf 10,4 Prozent, das sind 0,3 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. "Dazu haben ein stabiler Arbeitsmarkt, die übliche Herbstbelebung sowie das derzeit milde Wetter beigetragen", sagt Birgitta Kubsch-von Harten, Geschäftsführerin operativ der Agentur für Arbeit Krefeld. Parallel bewegt sich die Kräftenachfrage auf Rekordniveau. Im vergangenen Monat wurden im Bezirk der Agentur 1406 neue sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet, das sind 11,1 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. "Mit qualifizierter Ausbildung sind die perspektiven noch günstiger", so Kubsch-von Harten, die gerade ungelernte Jugendliche und Erwachsene für eine Ausbildung motivieren will.

Wie im Jahr 2015 ist die Lehrstellenvermittlung im Bezirk der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein auch in diesem Jahr stabil geblieben, so Vertreter von IHK, Kreishandwerkerschaft und Agentur für Arbeit. "Die Wirtschaft am Niederrhein sucht nach wie vor Auszubildende und stellt ein", sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz.

Die Zahl der bei der IHK neu eingetragenen Ausbildungsverträge lag zum Stichtag 30. September in Krefeld mit 1053 Verträgen fast auf Vorjahresniveau (1069). "Damit liegen wir leicht über dem Landestrend", so Steinmetz. In NRW wurde ein Minus von 1,6 Prozent bei den eingegangenen Ausbildungsverträgen verzeichnet. "Dieses Ergebnis ist trotzdem beeidruckend, angesichts rückläufiger Schulabgänger- und Bewerberzahlen sowie einer Zunahme an Studenten", ergänzt der IHK-Chef. Eine besondere Aufgabe bleibe es, Betriebe und Azubis zusammenzubringen. Ein Problem: Gerade kleine und mittelständische Unternehmen haben es schwer, als attraktiver Arbeitgeber Aufmerksamkeit bei Schülern zu erlangen. Abgänger, die noch keinen Ausbildungsplatz haben, werden von IHK, Arbeitsagentur und Kreishandwerkerschaft intensiv beraten. Steinmetz: "Dank zahlreicher gemeinsamer Initiativen in der Region und einer Unternehmerschaft, die zur Dualen Ausbildung steht, ist der mittlere Niederrhein ein aktiver Ausbildungsbereich."

Auch das Handwerk bildet in der Region weiter auf hohem Niveau aus. Zum 1. September wurden im Bereich der Kreishandwerkerschaft Niederrhein (Krefeld, Viersen Neuss) 1369 Lehrverträge abschlossen. "Das ist mit Blick auf 2015 zwar ein leichtes Minus von 43 Verträgen, doch die Zahlen belegen, wie attraktiv das Handwerk nach wie vor für junge Menschen ist", sagt Klaus Koralewski, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Niederrhein. "Gerade technisch anspruchsvolle Berufe wie Elektroniker, Kfz-Mechatroniker oder Anlagenmechaniker für sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik bieten sehr sichere Arbeitsplätze und hervorragende Zukunftsperspektiven." Hinzu komme, dass zahlreiche Betriebe schon jetzt nicht nur gut ausgebildete Fachkräfte suchen, sondern auch Nachfolger für die Unternehmensführung. "Das zieht sich nahezu durch alle Handwerksbranchen", so Koralewski. "Für die berufliche Karriere braucht man nicht unbedingt ein Studium. Wer ehrgeizig ist, hat im Handwerk allerbeste Chancen."

Mehr Stellen und eine konstante Zahl an Ausbildungssuchenden - das ist auch das Ergebnis der Krefelder Agentur für Arbeit. "Wenn man sich das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage auf dem Ausbildungsmarkt ansieht, erkennt man eine erfreuliche Steigerung auf der Stellenseite", so Kubsch-von Harten. "Jedoch wird deutlich, dass in Krefeld noch immer Angebote fehlen, um allen Jugendlichen die Chance auf einen guten Start ins Berufsleben zu ermöglichen." Allerdings würden der Fachkräftebedarf in den kommenden Jahren weiter steigen, die Zahl der Bewerber mittelfristig sinken. "Deshalb ist es sinnvoll, jetzt in die eigene Zukunft zu investieren und auszubilden", erklärt Petra Pigerl-Radtke, Geschäftsführerin Aus- und Weiterbildung der IHK. "Die fehlenden Azubis von heute, sind die fehlenden Fachkräfte von morgen."

Quelle: RP
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