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Krefeld
Krefelderin hilft bei Schulbau in Kenia

Krefeld: Krefelderin hilft bei Schulbau in Kenia
Erinnerung an harte, schöne Zeiten in Afrika: Nicola Heume zu Hause in Krefeld. Die 23-Jährige engagierte sich für die Studenteninitiative "Weitblick". Es entstand ein 50 Quadratmeter großer Klassenraum. FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Nicola Heume gehörte zum Studententeam, das in Kanamai einen Klassenraum für 40 Schüler errichtet hat. Pure Knochenarbeit. Von Linda Schumilas

Zu Beginn waren es nur niedrige Steinmauern, vielleicht einen halben Meter hoch. Doch nach und nach kann man auf den Fotos, die Nicola Heume mitgebracht hat, große Veränderungen sehen, die sich nach jedem Arbeitstag abzeichnen. Die Wände werden immer höher, ein Dachstuhl entsteht. Nur vier Wochen liegen zwischen den Bildern. In dieser Zeit haben Heume und zehn weitere Studenten in der kenianischen Stadt Kanamai einen Klassenraum gebaut. Die 23 Jahre alte Krefelderin engagiert sich für die Studenteninitiative "Weitblick".

Im März ist Heume mit einer Gruppe von Studenten nach Kenia geflogen, um in Zusammenarbeit mit vier Arbeitern vor Ort einen weiteren Klassenraum für eine Privatschule zu bauen. "Wir haben alles mitgemacht; von Betonmischen über Bodenplatten legen und Steine für die Wände aufeinanderreihen", erzählt Heume. "Auf der Baustelle gab es keine Elektrizität, sogar Zement haben wir mit der Hand gemischt."

Während ihres BWL-Studiums in Münster ist die Krefelderin auf die Initiative aufmerksam geworden. In Kooperation mit der Kenia-Hilfe ermöglichen sie Kindern, die den Unterricht an staatlichen Schulen nicht bezahlen können, den Zugang zu Bildung. Seit 2011 fliegen Studenten mit "Weitblick" dorthin. In diesem Jahr wurde der zehnte Klassenraum fertiggestellt. Die Kenia-Hilfe finanziert durch Spenden die Schulmaterialien, Trinkwasser und das Schulessen für die Kinder.

Im Team hat Nicola Heume mit anderen Studenten seit Oktober Spenden gesammelt. So kamen mehr als 7000 Euro zusammen. "Das Tolle an dem Projekt ist, dass das Geld direkt ankommt und nur für die Baukosten ausgegeben wird", erzählt sie. Für ihren Flug und die Verpflegung kommen die Studenten daher selbst auf.

Für die Helfer war die Arbeit auf der Baustelle eine ganz neue Erfahrung. "Wir sind Studenten, wir können so was ja eigentlich nicht", sagt Heume. Dennoch waren sie für die Bauarbeiter eine große Hilfe, wie die Krefelderin stolz erzählt: "Es war ziemlich beeindruckend, was man jeden Tag geschafft hat." Sie haben das Fundament für den knapp 50 Quadratmeter großen Raum gegossen, Fenster eingebaut und Wände gestrichen. Die Helfer haben täglich bei bis zu 35 Grad auf der Baustelle gearbeitet. "Das war richtig anstrengend, eine ganz andere Art der Belastung als die, die wir im Studium erleben", berichtet Heume. "Als einmal der Wassertank leer war, war es wirklich schwer auszuhalten", so die Studentin.

Obwohl alle im Team wussten, was sie erwartete, gab es Situationen, auf die sie nicht vorbereitet waren: "Wir wurden mit großer Armut konfrontiert. Ich war zwar darauf eingestellt, aber am Ende war es doch ziemlich erschreckend", sagt die 23-Jährige. "Die Kinder tragen zerrissene Schuluniformen und hatte keine Schuhe. Es gab auch einige, die offene Wunden hatten und nicht zum Arzt gehen konnten."

Die Studenten haben in einem abgezäunten Bereich gewohnt. "Abends sollte man besser nicht alleine auf die Straße gehen. Unser Projektleiter sagte uns, dass wir selbst der Polizei und den Sicherheitsleuten nicht vertrauen können, aber eigentlich habe ich mich immer sicher gefühlt", berichtet die Krefelderin. Am Ende war sie stolz: "Als wir nach Hause zurückgeflogen sind, war der Klassenraum für die 40 Kinder fertig. Ich bin schon beeindruckt, wie wir das alles geschafft haben."

Quelle: RP
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