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Krefeld
Krefelds erste Betriebsfeuerwehr steht in Oppum

Krefeld: Krefelds erste Betriebsfeuerwehr steht in Oppum
Die Löschfahrzeuge der Betriebsfeuerwehr DBWerk Krefeld sind bereit für das 22-köpfige Feuerwehrteam. FOTO: Samla.de
Krefeld. Das Brandschutzteam der DB Fahrzeug-instandhaltung ist jetzt nach der neuen Gesetzesregelung als erste Krefelder Betriebsfeuerwehr anerkannt worden. Von Martin Heuchel

Stolz übernimmt Volker Frenzel, Brandinspektor der DB Fahrzeuginstandhaltung, die offizielle Urkunde, die ihm der Leiter der Krefelder Feuerwehr, Dietmar Meißner, übergibt. Sein Brandschutzteam ist als erste Betriebsfeuerwehr in Krefeld offiziell anerkannt. Auch seinem Sohn und Stellvertreter Manuel Frenzel, der die Urkunde gemeinsam mit seinem Vater in Empfang nimmt, ist die Freude deutlich anzusehen. Vorausgegangen war eine Prüfung der Leistungsfähigkeit und der Ausstattung, die von der Berufsfeuerwehr Krefeld abgenommen wurde. Das interne Feuerwehrteam der DB Fahrzeuginstandhaltung in Oppum darf sich damit nun offiziell als anerkannte Betriebsfeuerwehr bezeichnen. Auf diese Weise will das DB-Werk auch eine Vorreiterrolle für den Brandschutz in Krefeld und ganz NRW einnehmen.

Die Betriebsfeuerwehr des DB Fahrzeuginstandhaltungsbetrieb in Oppum kann auf eine lange Tradition zurückblicken: Vor 125 Jahren - zeitgleich mit der Gründung des Werkes - wurde die Feuerwache als Bahnfeuerwehr gegründet, die formal dem Katastrophenschutz unterstellt war. In Folge der Abschaffung der meisten Bahnfeuerwehren in Deutschland während der 1990er Jahre wurde die Gruppe in Oppum jedoch als Betriebsfeuerwehr (ohne rechtlichen Status) beibehalten, da die Größe des Geländes diesen Schritt nahelegte. Von 1998 bis 2016 stellte sie auf diese Weise eine Feuerwehr - allerdings ohne Norm.

Mit dem Inkrafttreten der Neureglung des "Brandschutz-, Hilfeleistungs- und Katastrophenschutzgesetzes" (BHKG) im Januar 2016 wurde es in NRW erst wieder möglich, eine betriebsinterne Feuerwehr anerkennen zu lassen. Dies gibt den Betriebsfeuerwehren einen offiziellen Status, der bislang Werksfeuerwehren vorbehalten war. Werks- und Betriebsfeuerwehren werden als nichtöffentliche Feuerwehren geführt. Im Gegensatz zu den auf freiwilliger Basis gegründeten Betriebsfeuerwehren kann die Gründung einer Werksfeuerwehr bei größeren Unternehmen staatlich angeordnet und anerkannt werden. Ähnlich wie bei Betriebsfeuerwehren ist ihr Einsatzgebiet in erster Linie das eigene Firmengelände. Unter der Zustimmung und Leitung von Aufsichtsbehörden sind jedoch auch Einsätze außerhalb des eigenen Geländes möglich.

Die Einsatzkräfte der Betriebsfeuerwehr sind im Prinzip wie eine Freiwillige Feuerwehr organisiert, da sie im Werk im Normalfall einer gewöhnlichen Tätigkeit nachgehen. Dagegen besteht die Werksfeuerwehr in der Regel aus hauptamtlichen Kräften, die eine vollwertige Ausbildung erfahren haben und von Freiwilligen eher ergänzt werden können. Ihre Einsatzbereitschaft muss gesetzlich mindestens im fünf Jahres Rhythmus überprüft werden. Im Krefelder Raum stellt die Currenta eine Werksfeuerwehr, die im Chempark in Uerdingen tätig ist.

Die offizielle Anerkennung der Betriebsfeuerwehr der DB-Tochtergesellschaft bietet aber mehr als nur einen gehobenen Status. Vor allem in Sachen Ausbildung erwartet Manuel Frenzel einen positiven Effekt: "Wichtig ist, dass wir in Zukunft auch zur Feuerwehrlandesschule in Nordrhein-Westfalen gehen können, um Fachkräfte auszubilden." Bisher habe man bei Bewerbung kein Anrecht auf Ausbildungsplätze gehabt und sei deshalb auf den guten Willen der Landesschulen angewiesen gewesen.

Die Mitarbeiter der Betriebsfeuerwehr in Oppum sind heute Betriebsangehörige, die sich für diese Aufgabe freiwillig gemeldet haben. Von den 22 Mitgliedern, die sich zuvor auch einer Tauglichkeitsprüfung unterziehen mussten, sind einige privat auch in der Freiwilligen Feuerwehr aktiv. Zudem setzt sich die Gruppe aus ganz unterschiedlichen Fachleuten des Werkes zusammen, sodass im Notfall gleich Spezialisten vor Ort sind - ganz unabhängig davon, wo ein Brand ausbricht. Ihre Ausbildung erfolgt in Kooperation mit der Freiwilligen Feuerwehr Krefeld. Feuerwehrleiter Dietmar Meißner schätzt den freiwilligen Einsatz im Sinne des Brandschutzes. Aus seiner Sicht sei die Gründung anerkannter Betriebsfeuerwehren natürlich "im Interesse der beruflichen Feuerwehr". Im Ernstfall seien die Einsatzkräfte direkt vor Ort und so schneller einsatzbereit. Theoretisch ist auch eine Unterstützung der beruflichen Feuerwehr in der Stadt möglich.

Die erforderliche Prüfung der Leistungsfähigkeit und technischen Ausrüstung zur Anerkennung der Betriebsfeuerwehr wird nach Anmeldung von der beruflichen Feuerwehr durchgeführt. Drei weitere Betriebsfeuerwehren haben in Krefeld bereits Anträge zur offiziellen Anerkennung gestellt.

Quelle: RP
 
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