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Krefeld
Krefelds erste Grabeskirche eröffnet 2016

Krefeld: Krefelds erste Grabeskirche eröffnet 2016
Im Jahr 1894 ist die St.-Elisabeth-Kirche fertiggestellt worden. Im Krieg wurde sie total zerstört, 1951 an Christi Himmelfahrt wieder in Betrieb genommen. Jetzt soll sie Krefelds erste Grabeskirche werden. FOTO: Lammertz, Thomas (lamm)
Krefeld. Heute werden drei Architekturbüros beauftragt, eine Entwurfsplanung für die Umgestaltung der St.-Elisabeth-Kirche zu erarbeiten. Von Norbert Stirken

Schon im kommenden Jahr will die Kirchengemeinde Heiligste Dreifaltigkeit die erste Grabeskirche Krefelds eröffnen. Zahlreiche Schritte sind bereits gemacht. Jetzt geht das Prozedere auf die Zielgerade. Nach erfolgter Vorauswahl bekommen heute drei Architekturbüros aus Mönchengladbach, Krefeld und Bochum den Auftrag, Vorentwürfe zur Umgestaltung der St.-Elisabeth-Kirche in eine Grabeskirche zu erarbeiten und dabei einige Eckpunkte zu berücksichtigen. Dafür hätten die Fachleute zweieinhalb Monate Zeit, informierten Pfarrer Thorsten Obst und Pfarrer Klaus Stephan Gerndt gestern im Pfarrheim an der Hülser Straße. Das Ergebnis werde von diversen Gremien im Bistum Aachen und der Pfarrei unter die Lupe genommen. Die Entscheidung liege beim Kirchenvorstand, der das Ergebnis am 20. September nach der Heiligen Messe vorstellen wolle.

In der gut 100 Jahre alten St.-Elisabeth-Kirche, die zum Kapuziner kloster gehört hat und entsprechend der Ordensausrichtung eher schlicht ausgestattet ist, soll Platz für 2400 Urnen entstehen. Das Ganze soll in drei Schritten erfolgen und darüber hinaus Platz lassen, um weiterhin die Liturgie feiern zu können. Die Kirche bietet mit ihren Nischen, in denen jetzt noch die Beichtstühle stehen, entsprechende Möglichkeiten für die Unterbringung von Urnen. "Wir machen kaum Vorgaben, wie die Lösung auszusehen hat", erklärt Pfarrer Gerndt, der in der Pfarrei für das Projekt zu ständig ist. "Was wir nicht wollen, ist eine Lösung aus Glas", sagt er.

Die Pfarrer Klaus Stephan Gerndt und Thorsten Obst in der St.-Elisabeth-Kirche. Rechts sind die Nischen zu sehen, die sich als Platz für Kolumbarien anbieten. FOTO: Lammertz, Thomas (lamm)

Nachdem das Bistum die Zuschüsse für den Unterhalt kirchlicher Immobilien gekürzt hat, müssen die Gemeinden stärker überlegen, wie sie den Unterhalt ihrer Gotteshäuser und Einrichtungen dauerhaft finanzieren können. Bisweilen kommt auch der Verkauf von Kirchen infrage. Die Gemeinde Heiligste Dreifaltigkeit hat sich dafür entschieden, die St.-Elisabeth-Kirche als Sondervermögen im Rahmen der Körperschaft des öffentlichen Rechts zu führen und zu erhalten. Das Gebäude soll sich gleichsam durch die Nutzung selbst finanzieren. 3000 bis 3500 Euro solle ein Urnenplatz für 20 Jahre in etwa kosten, berichtete Pfarrer Gerndt. Bei 2400 Plätzen kommt ein Betrag von rund 7,8 Millionen Euro für den Zeitraum zusammen. Rein mathematisch entfallen bei voller Belegung 390 000 Euro aufs Jahr, mit denen die Kosten für die Finanzierung des Umbaus sowie die laufenden Betriebs- und Personalkosten (Geschäftsführer) beglichen werden können. "Die Architekten bekommen heute mit dem Auftrag für eine Entwurfsplanung auch eine Kostenobergrenze genannt", berichtet die Pfarrer Obst und Gerndt. Darüber hinaus bestehe ein erheblicher Sanierungsbedarf an der Kirche (Fenster, Dach, Leitungen). Abschließend müssen Bistum und Bezirksregierung die Pläne genehmigen. "Wir möchten 2016 mit dem Betrieb als Grabeskirche beginnen", so Gerndt.

Quelle: RP
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