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Kr Wie Krefeld
Krefelds größte Moschee

Krefeld. Krefeld bekommt eine neue Moschee - ein gutes Signal und ein Auftrag für die muslimische Gemeinde: Den Bau als Signal der Öffnung, der Einladung, des Frieden zu gestalten.

Krefeld erhält seine bislang größte und auffälligste Moschee - die Pläne der Fati-Camii-Gemeinde für das Dreieck Bahn/Deutscher Ring/Gladbacher Straße sind ansprechend. Moscheebauten werden hierzulande als Schritt heraus aus den Hinterhöfen in die Öffentlichkeit positiv gewürdigt, und das bleibt richtig. Positiv ist auch, dass sich die Gemeinden um architektonische Akzente bemühen - so wie es bereits für die Moschee an der Obergath gilt, die mit ihrem mit Licht spielenden Minarett bewusst einen modernen Akzent setzt. Der Islam in Deutschland lebt eben in einem Milieu der Freiheit - das ist gut so und darauf kann Deutschland stolz sein.

Das ändert nichts daran, dass es nicht nur Zustimmung zu solchen Moscheebauplänen gibt. Das zeigen Internetkommentare zu unserer Berichterstattung. Es gibt Ängste. manche sehen eine große, sichtbare Moschee nicht als Ausdruck der Freiheit und religiöser Identität. Es gibt auch Menschen, die einen solchen Bau als Demonstration der Stärke sehen und ihm deshalb mit Misstrauen begegnen.

Die muslimische Gemeinschaft in Krefeld tut gut daran, ihren Schritt an die Öffentlichkeit, den eine solche Architektur immer auch bedeutet, fest und nachhaltig als Signal der Öffnung zu definieren. Die muslimische Gemeinde Krefelds hat vielfach bewiesen, dass sie für eine Politik der Öffnung steht. Der Tag der offenen Moschee, das Bildungsprogramm für Imame, eine Kultur des Willkommens gegenüber anderen Religionen und interessierten Bürgern: Alles das ist gelebte Tradition in Krefeld. Der Bau dieser Moschee ist auch die Chance, weitere Signale zu setzen: Es geht um religiöse Identität, um gute Nachbarschaft, um Transparenz, nicht um Macht.

Und es geht darum, die Freiheitlichkeit einer toleranten Gesellschaft nicht nur zu benutzen, sondern wertzuschätzen. Diese Moschee wird gebaut, weil hier etwas herrscht, was in vielen islamisch geprägten Staaten nicht gilt: Religionsfreiheit. Dass Muslime hier wie selbstverständlich leben können, ist eine große Leistung europäischer Geistes- und Politikgeschichte. Ein Moscheebau in Europa muss auch ein Bekenntnis dazu sein.

Dann kann man sich auf die Eröffnungsfeier für Krefelds neue Moschee freuen. Jens Voss

Quelle: RP
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