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Krefeld
Krefelds Handwerk wirbt in eigener Sache

Krefeld: Krefelds Handwerk wirbt in eigener Sache
Die Bau- und Wohnmesse findet nun zum zehnten Mal in Krefeld statt. Dabei geht es auch um Inneneinrichtung. FOTO: Lammertz
Krefeld. Zum zehnten Mal findet am Wochenende die Bau- und Wohnmesse in Krefeld statt. Fachbetriebe betonen die Qualität ihrer Arbeit. Von Henning Rasche

Theo Peitz sitzt sehr entspannt auf seinem Stuhl, den Rücken streckt er allerdings durch. "Vertrauen Sie denen, denen Sie vertrauen können", sagt er und meint natürlich sich selbst und seine Kollegen. "Ein Fachbetrieb kann nicht für 25 Euro die Stunde arbeiten, das geht nicht", sagt Peitz. Er ist Geschäftsführer des Baufachhandels "Bauen + Leben", der nunmehr zum zehnten Mal die Bau- und Wohnmesse in Krefeld ausrichtet. Dort präsentieren sich am Wochenende etliche Betriebe aus Industrie und Handwerk, die sich um Eigenheim, Energieeffizienz und die Inneneinrichtung kümmern.

Die örtlichen Küchenbauer, Maler, Elektriker oder Raumausstatter sind gestern schon einmal zusammengekommen, um einen Vorgeschmack auf die Messe zu geben. Allen voran aber wirbt Theo Peitz für die Branche insgesamt, wenn er sagt, dass Fachbetriebe nicht für 25 Euro die Stunde arbeiten können. "Wir, die Kleinst- und mittleren Betriebe sind Ausbildungsbetriebe", betont Peitz. Die Firmen in Krefeld leisteten qualitativ hochwertige Arbeit und müssten entsprechend bezahlt werden. Peitz warnte davor, Menschen zu beauftragen, die versprächen alle Arbeiten am Haus auf einmal erledigen zu können. Das sei unseriös.

Bei der Bau- und Wohnmesse sind etwa 35 Unternehmen vertreten. Schwerpunkte der Ausstellung, zu der mehr als 100 Fachberater kommen, sind Bauen, Renovieren, Energiesparen und Wohnen. Besucher können sich sowohl über neue Trends in der Inneneinrichtung als auch über Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten für den Bau von Häusern informieren. "Wir werden die Leute gezielt mit ihren Fragen zu den Ständen führen", sagt Theo Peitz. Ziel sei es, die Besucher umfassend zu informieren.

Auch Krefelds Oberbürgermeister Frank Meyer (SPD) kam zur Vorstellung der Bau- und Wohnmesse gestern. Er betonte die Bedeutung der vielen Unternehmer. "Die Ausstellung ist für die Stadt nicht ganz unwichtig", sagte Meyer. "Krefeld wächst, dazu braucht es Fachbetriebe." Auch private Bürger würden mit ihrem Wohneigentum das Bild der Stadt vorantreiben. Dazu bräuchten sie die Hilfe und die Beratung der Krefelder Handwerksbetriebe. Er gratulierte der Firma "Bauen + Leben" zum zehnten Geburtstag der Ausstellung und erinnerte daran, dass das Unternehmen nach dem Brand 2007 wie "Phönix aus der Asche" auferstanden sei.

Von fünfzehn Innovationen, die die Betriebe bei der Messe vorstellen werden, sprach Theo Peitz. Dabei geht es um energetische und optische Entwicklungen, sowie Dienstleistungen wie Vermögensberatung. Michael Peplinski, Elektrotechnikermeister aus Krefeld, berichtete etwa von Rauchmeldern, die zum Jahresende zur Pflicht werden. Hauseigentümer und Vermieter müssten sich über Modelle und Vorschriften informieren. Ein durchschnittlich guter Rauchmelder koste etwa 30 Euro. Bei Auswahl, Einbau und Wartung sei allerhand zu beachten - für solche Fragen stünde Peplinski auf der Messe zur Verfügung. Er informiert auch über modernen Einbruchschutz und Neuheiten im Segment der Smart-Home-Systeme. Dabei geht es etwa darum, Heizung oder Rollläden über das Handy zu steuern.

Anders als in den Vorjahren, als etwa Jürgen Trittin die Messe eröffnet, gibt es keine Vorträge mehr. "Die Besucher sollen sich die ganze Zeit bei uns informieren können", erklärt Theo Peitz. Er wünschte sich mehr und engeren Kontakt zu den Kunden. Stattdessen sei geplant, den Bundesvorsitzenden der Grünen, Cem Özdemir, für Oktober zu einem Vortrag über Energieeffizienz einzuladen.

Mit dem Thema Lautstärke beschäftigt sich der Krefelder Malermeister Stefan von der Hocht. Sein Motto für die Ausstellung am Wochenende ist "Mit uns ist gut reden". Große Räume litten oft unter der Problematik, dass es dort sehr laut sei und Gespräche nur schwer möglich. Von der Hocht will den Besuchern der Messe aufzeigen, dass etwa durch Wandbeläge aus Bananenblättern der Schall etwas absorbiert und damit gedämmt werden kann.

Bauen werde immer mehr auch ein bürokratischer Aufwand, meint Theo Peitz. "Es wird immer komplizierter", sagt er. Wenn er früher einen Aktenordner brauchte für einen Hausbau, dann bräuchte er heutzutage mindestens vier. Da leisteten die Fachbetriebe mit ihrer guten Beratung wichtige Abhilfe. "Alleine können Sie sich da nicht durschlagen", sagt Peitz. Auch in solchen Fällen sei die Bau- und Wohnmesse lohnenswert.

Quelle: RP
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