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Krefeld
Krefelds Hommage an die Tour de France

Krefeld: Krefelds Hommage an die Tour de France
Den Auftakt zu Retour le Tour machte der Nachwuchs: Im "Fette-Reifen-Rennen" durften Kinder zwischen sechs und 12 Jahren mitfahren. FOTO: Strücken
Krefeld. Das Radrennen Retour Le Tour lockte gestern Abend tausende Radsportbegeisterte in die Innenstadt. Am Ende siegte Rick Zabel vor André Greipel im Hauptrennen. Von Frank Langen und Jens Voss

Wer gestern in der Krefelder Innenstadt dem Radrennen "Retour le Tour" beigewohnt hatte, der durfte sich bei einem sicher sein: Die gestrige Veranstaltung war weitaus mehr als ein Ersatz für den Nicht-Zuschlag für eine Touretappe der Frankreich-Rundfahrt durch Krefeld, sie war vielmehr ein Wiederaufleben einer alten Radsport-Tradition in Krefeld. Aber nicht nur der Sport begeisterte, auch der familiäre Charakter rund um die Rennstrecke und dem voll besetzten Dionysiusplatz sorgte für einen Abend, der nach einer Wiederholung regelrecht schreit.

"Es ist wichtig, dass so etwas wieder in Krefeld stattfindet", sagte der ehemalige Radprofi Erik Zabel, der einst die Krefelder Radrennen am Westwall und "Rund um die Sparkasse" gewann. "Das ist toll, wie viele Leute hier sind", fügte sein sportlicher Ziehvater und Krefelder Radsportlegende Hennes Junkermann hinzu. Als ab 13 Uhr die Rennstrecke abgesperrt wurde, kam es zwar im Bereich der Königstraße zu einem Verkehrschaos, das aber ohne größere Folgen blieb. Als dann um 17 Uhr die jüngsten Nachwuchsfahrer beim "Fette Reifen Rennen" durch die Krefelder Straßen fegten, waren diese frei, und der Start- und Zielbereich füllte sich so langsam. Spätestens beim Derny-Rennen, wo schon fünf Tourfahrer ihr Können zeigten, war nicht nur der Platz an der Dionysiuskirche proppevoll, auch rund um die Wegstrecke sorgten die rund 5000 Zuschauer für gute Stimmung .

Höllisch aufpassen mussten dabei die Helfer an den Übergängen wie an der Kreuzung Hoch-/ Ecke Rheinstraße. Es dauerte jeweils nur Sekunden, bis die Begleitfahrzeuge und Radfahrer anrauschten; die Helfer alarmierten dann die Passanten per Trillerpfeife; teils hupten auch die Begleitfahrzeuge mehrfach, um den Weg freizumachen für die Radfahrer. Das war manches Mal regelrecht knapp; und man muss am Ende eines solchen Renntages auch froh sein, wenn es zu keinem Unfall gekommen ist. Dies auch deshalb, weil die Rennstrecke an sich relativ schmal war; ein Sturz in die Gitter hätte für die Fahrer verheerende Folgen haben können. Kein Wunder also, dass die Kurven teils mit Strohballen gesichert waren. "Hier geht alles gesittet und geordnet zu", sagte Streckenposten Marvin Klubbert, hochkonzentriert.

Derweil wartete das Publikum vor dem Hauptrennen auf die Präsentation der Tourfahrer auf der Bühne. "Ich habe die ganze Tour de France im Fernsehen verfolgt. So einen wie Andre Greipel mal live hier in Krefeld zu sehen, ist da einfach ein Muss", sagte Thorsten Pütz voller Begeisterung. Wie groß das Interesse an den Radstars war, zeigte sich nicht nur an der Autogrammstunde von Rick Zabel und Andre Greipel, sondern auch am Applaus, nachdem die Fahrer die Eindrücke der vergangenen drei Wochen in Frankreich im Interview mit Moderator Boris Fastring hatten Revue passieren lassen.

Zeitgleich sorgte das Nachbarschaftsrennen, bei dem auch die Eishockeyprofis Daniel Pietta und Marcel Müller mit ihren eigenen Rädern am Start waren, für Breitensport. Auch das künftige Krefelder Prinzenpaar René Sellmer und Sabine Donner radelte hier für den guten Zweck, denn dessen Erlös aus den Startgeldern geht an das Caritas-Projekt "Fahrrad macht mobil".

Beim Hauptrennen, das mit Verzögerung gestartet wurde und wegen der beginnenden Dunkelheit anstatt 50 nur über 45 Runden ging, sparten die Fahrer nicht mit gutem Sport. Immer wieder gab es von Seiten der Zuschauer Anfeuerungsrufe, die die Akteure zu mehr Leistung anspornten. Am Ende wurde es noch einmal spannend auf der Zielgerade, wo Rick Zabel sich im Gegensatz zu vergangenem Dienstag in Neuss gegen André Greipel durchsetzte - und damit quasi ein Nachfolger seines Vaters wurde. Dritter wurde Phillipp Namos.

Was von der "Retour le Tour" übrig bleibt, muss nun abgewartet werden. "Wir setzen uns nächste Woche zusammen und überlegen, wie es weitergeht", sagten die Veranstalter.

Quelle: RP
 
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