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Krefeld
Krefelds Shooting-Stars

Krefeld. Die Band The Fog Joggers sorgt deutschlandweit für Furore. Jetzt spielt sie die "großen Drei": Berlin, Köln und Hamburg. Musikalisch tritt die Band in ruhmreiche Fußstapfen: "Wir sind alle Beatles-Fans, haben aber Stones-Eltern." Von Sebastian Peters

Kaum ein Krefelder Unternehmen freut sich derzeit wohl so über den durchschlagenden Erfolg der Fog Joggers wie die Hertz-Autovermietung in Linn. Die stellt den Tourbus für das Rockmusiker-Quartett aus Krefeld und registriert mit Erstaunen, für welche Regionen der kleine Mini-Bus mit neun Sitzplätzen mittlerweile von der Band gebucht wird: Berlin, Köln, Hamburg. "Die sind gut im Geschäft", sagt Thomas Hof, Hertz-Mitarbeiter aus Linn.

In wenigen Tagen wird Fog Joggers-Sänger Jan Büttner mit seinen drei Freunden in diesem Mietbus wieder viele 100 Kilometer durch Deutschland touren, als Höhepunkt sogar beim berühmten Orange-Blossom-Festival in Beverungen spielen. Und wieder werden die vier Krefelder, von denen einer in Köln wohnt, mit ihrer furiosen Rockmusik neue Fans gewinnen.

Im August 2006 gründeten sich die Fog Joggers. Den Namen hatte sich der Ex-Schlagzeuger ausgedacht. "Der war damals auf dem Fog-Trip, hatte schon ähnliche Bands solchen Namens gegründet", erzählt Jan Büttner. Ändern würde er den Namen heute nie mehr. "Er passt immer noch, denn wir wollten eigentlich immer nur einen Namen, der zeigt, dass es auf den Namen nicht ankommt."

Höchste Gage: 1500 Euro

Das Leben für Newcomer-Rockbands in Deutschland ist nicht einfach. Die Story vom bettelarmen Musiker können auch die Fog Joggers im Schlaf herunterleiern: Pro Konzert bekommen die Fog Joggers je nach Fahrtstrecke rund 200 Euro, da geht das Geld schnell exklusiv für den Sprit des Tourbusses drauf. Jan Büttner erzählt: "Die höchste Gage waren 1500 Euro, aber es gab früher auch schon Konzerte, bei denen wir nichts bekamen." Leben kann auf jeden Fall keines der Bandmitglieder von der Musik. Jan Büttner (22) studiert Tontechnik in Köln, Stephan Selbach (24) studiert Ergotherapie in den Niederlanden, Christian Peitz (24) absolviert gerade seinen Zivildienst, Ben Kronski (25) studiert Katholische Theologie in Köln.

40 Konzerte gab das Quartett im vergangenen Jahr. Das schönste davon war auch gleichzeitig das kleinste: "Das war im schwäbischen Künzelsau, vor nur 50 Leuten. Die Organisatoren dort waren sehr sehr nett, die haben uns nach dem Konzert einen Kuchen überreicht, auf dem unser Name stand", erzählt Büttner. Der Lohn für solche Bemühungen: In diesem Jahr wollen die Fog Joggers wieder in Künzelsau spielen. "Ich empfehle jeder Band, dort mal aufzutreten." Krefeld sei aber auch gut.

Eine Standart-Reise in die Heimat des Pop aber ist es, die ihn besonders inspiriert. Einmal jährlich fährt Büttner mit seinem Vater zur Beatles-Woche nach Liverpool. "Wir sind alle auf jeden Fall Beatles-Fans, haben aber Stones-Eltern", sagt der Sänger, der privat mit der Sängerin einer anderen Krefelder erfolgreichen Band, Katrin Biniasch von Oh Napoleon, befreundet ist. Eine Liebe zwischen zwei Bandmitgliedern stelle beide Partner oft vor harte Belastungsproben, berichtet Büttner: "Vor einiger Zeit war meine Freundin für mehrere Tage mit zwölf Musikern in einem Tourbus unterwegs. Ich bin vor Eifersucht kaputt gegangen."

In wenigen Tagen geht der männliche Part des Pärchens wieder auf Tour: am 10. April nach Köln, am 15. April nach Berlin. Der Minibus bei der Autovermietung in Linn ist schon gebucht. Und bei Hertz weiß Mitarbeiter Thomas Hof (40), dass das Gefährt in guten Händen ist: "Die Fog Joggers sind zwar eine Rockband, aber bisher ist der Minibus noch immer in sauberem Zustand wieder angekommen."

Quelle: RP
 
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