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Krefeld
Kresch spielt Theater in leerem City-Ladenlokal

Krefeld: Kresch spielt Theater in leerem City-Ladenlokal
Szene aus "Quizoola", mit dem das Kresch beim Stadtkulturfest auftrat - und gestern im Ladenlokal Königstraße. FOTO: Thomas Weinmann
Krefeld. Theater statt Leerstand: Bis Mitte Juli gibt das Kreschtheater Vorstellungen in Geschäftsräumen an der Königstraße.

Mitten in der Stadt Publikum zu erobern, das macht den Spielern des Kresch Spaß. Bei Kultur findet Stadt(t) haben die Ensembles des Stadtjugendtheaters bewiesen, dass sie Passanten zum Bleiben und Zusehen animieren können. Jetzt zieht das Experiment "Sommertheater" ein in ein leeres Ladenlokal an der Königstraße 81-83 (ehemals Jack Wolfskin).

Der letzte Kunde hat vor Monaten das Geschäft verlassen, die Kleiderständer sind rausgeräumt, die Werbetafeln entfernt. Nach vielen Wochen des Leerstands zogen nun neue Mieter ein - mit Theaterinszenierungen. "Wir sind im Herzen der Stadt", freut sich Franz Mestre, künstlerischer Leiter des Kresch-Theaters. Die Menschen flanieren an der ungewohnten Spielstätte vorbei, schauen und fragen, sind neugierig, was passiert dort? "Das ist ein neuer Anreiz am Theater", so Mestre. Die Premiere von "Quizoola!" war bereits ausverkauft.

In der Woche vor der ersten Aufführung haben Techniker und Ensemble des Kresch-Stadtjugendtheaters Zwei den tristen Raum zu einer Spielstätte umgewandelt. Lautsprecher, Scheinwerfer, Bühnenelemente und Mischpult wurden im Raum platziert. Schwarze Stellwände behindern den Blick aus und in den Laden. Für "Quizoola!", ein improvisierter Fragemarathon mit mal wahren, mal gelogenen Antworten, wurde die flache Bühne zentral aufgebaut. "Mein Wunsch ist es, den Raum für die Aufführungen jeweils anders zu gestalten", sagt Mestre. Am 11. Juli wird dort die szenische Rauminstallation "Spielraum / Raumspiel" von Kresch und Hochschulstudenten zu erleben sein.

Das Ladenlokal als außergewöhnlicher Spielort ist Teil von insgesamt vier "Sommertheaterstationen" des Kresch (wir berichteten). "Der Raum ist in einem so guten Zustand, dass er leicht zu bespielen ist. Strom und Wasser haben wir vor Ort, zwei Fluchtwege sind vorhanden", sagt Mestre. "Friedhelm Kutz vom Stadtmarketing hat uns das Ladenlokal vermittelt und uns ermöglicht, dass wir dort bis zum 11. Juli spielen können." Auch der Vermieter sei froh über seine temporären Gäste. "Er freut sich, dass hier wieder Leben drin ist. In anderen leerstehenden Ladenlokalen fanden sich nach unseren Gastspielen übrigens neue Mieter", sagt der Kresch-Regisseur. Zudem unterstütze der Vermieter das Kresch-Team, weil er das Engagement für Kultur und Jugendliche schätze. "Hier ist der Raum das Bühnenbild", sagt "Quizoola!"-Regisseurin Anna Brass. Weil das Stück an den Raum angepasst werden muss, sei es quasi eine eigene Inszenierung. Für die Schauspieler bedeute es, sich veränderte Positionen und Wege einzuprägen. "Es herrscht hier eine andere Akustik", meint Darsteller Laris Maas. Gewöhnungsbedürftig seien die überraschenden Nebengeräusche von Autos oder lauten Passanten. "Jeder Auftritt kann anders sein. Das ist schon ziemlich cool", findet der 16-Jährige.

(ped/RP)
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