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Krefeld
Kritik: Kampfhundehalter drücken sich vor Steuern

Krefeld. Der Vorstand des Krefelder Tierheimes bezeichnet die geplante Einführung einer Kampfhundesteuer in Krefeld als nutzlos.

Dietmar Beckmann, Vorstandssprecher des Tierheims, kritisiert: "Wir wissen aus langjähriger Erfahrung, dass in dem sozialen Umfeld, in welchem die meisten problematischen Hunde gehalten werden, in der Regel keine Steuer bezahlt wird. Die Steuererhöhung trifft also nur die Bürger, die eine verantwortungsvolle Tierhaltung praktizieren."

680 Euro pro Kampfhund

Die Stadt plant die Einführung einer Kampfhundesteuer. Besitzer von Kampfhunden sollen ab 2013 in Krefeld mit 680 Euro pro Jahr zur Kasse gebeten werden, bei zwei oder mehr gefährlichen Hunden 780 Euro pro Jahr. Ordnungspolitisches Ziel: Haltung und Verbreitung der Hunde sollen in engen Grenzen gehalten beziehungsweise wegen des Gefahrenpotenzials möglichst minimiert werden. So steht es in der Vorlage für den Finanzausschuss, der morgen, 21. Juni, (17 Uhr, Rathaus, Saal C2) zum Thema tagt. Endgültig beschließen soll der Rat am 2. Juli. Parallel soll auch die normale Hundesteuer deutlich erhöht und ausgeweitet werden. 400 000 Euro will die Stadt dadurch mehr einnehmen.

Dietmar Beckmann vom Krefelder Tierheim befürchtet, dass insbesondere die Kampfhundesteuer negative Folgen für das Krefelder Tierheim haben könnte – Kampfhunde wären künftig unvermittelbar. "Schon bisher war es sehr schwierig, diese Rassen zu vermitteln. Die Verweildauer im Tierheim betrug bei einigen wenigen Hunden drei Monate und bei den meisten bis zu zwei Jahre." Künftig werde es noch schwieriger. "Denn die wenigen Bürger, die bereit waren uns diese Tiere abzunehmen, werden nicht bereit sein, zu den mit der Hundehaltung verbundenen Kosten für Ausbildung und Training, Hundesteuer in dieser Höhe zu entrichten. Das bedeutet, dass diese Tiere noch länger im Tierheim verbleiben werden, was für uns mit erheblichen Mehrkosten und Pflegeaufwand verbunden ist."

Die Stadt widerspricht: Sie hatte vor dem Steuervorschlag die Tierheime von acht Großstädten befragt (Aachen, Bonn, Dortmund, Hamm, Mönchengladbach, Mülheim, Remscheid und Solingen) – dort seien nur vereinzelt und zu Beginn negative Auswirkungen spürbar gewesen.

Als "Kampfhund" werden die Tiere nur eingestuft, wenn sie einen sogenannten Charaktertest nicht bestehen. Nur dann sollen Kampfhunde-Steuern bezahlt werden müssen.

(RP/rl)
 
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