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Krefeld
Künftig mehr Brauchtums- und Volksfeste

Krefeld: Künftig mehr Brauchtums- und Volksfeste
Volksfeste sind beliebt: Der Flachsmarkt auf der Burg Linn zieht jährlich zahlreiche Gäste an. FOTO: MM
Krefeld. Der NRW-"Freizeitlärm-Erlass" bietet die Möglichkeit, statt bisher zehn künftig 18 Veranstaltungen durchzuführen. Der Umweltausschuss fordert mehr Aktivitäten beim Klimaschutz und würdigt den 25. Geburtstag des Landschaftsplans. Von Joachim Niessen

In Krefeld könnte die Zahl der "lärmintensiven öffentlichen Großveranstaltungen" zunehmen. Hintergrund ist der vom Land NRW geänderte "Freizeitlärm-Erlass". Das Papier bietet Städten die Möglichkeit, jährlich statt bisher zehn künftig 18 sogenannte "seltene Veranstaltungen" wie Schützen- und Volksfeste zu genehmigen, bei denen eine Überschreitung der Immissionsrichtwerte zugelassen ist. Entsprechende Überlegungen brachte die SPD jetzt in die jüngste Sitzung des städtischen Umweltausschusses ein.

"Aus Sicht der SPD-Fraktion hat die Landesregierung einen vernünftigen Weg beschritten, um einen Ausgleich zwischen dem Interesse an Freizeitgestaltung und dem Bedürfnis nach Ruhe zu finden", so SPD-Ausschusssprecherin Gabi Schock. Und eine entsprechende Begründung lieferte die Ratsfrau gleich mit: "Die bisherige Praxis für volkstümliche Veranstaltungen, insbesondere Schützenfeste, bleibt damit nicht nur bestehen, sondern kann in der Handhabung erweitert werden. Das Land gibt damit auch der Stadt Krefeld mehr Freiraum für Ausnahmegenehmigungen von Brauchtumsveranstaltungen. Profiteure sind die Krefelder Schützen- und Karnevalsvereine."

Krefelds Umweltdezernent Thomas Visser. FOTO: Lammertz

Doch vor das Vergnügen hat das Land die Arbeit gesetzt: Um die Neuregelung auch in Krefeld nutzen zu können, ist laut Auskunft des Landesministeriums die Erstellung eines kommunalen Konzepts nötig. Damit das Fest-Paket richtig passt, muss jedoch mit allen Beteiligten der Rahmen abgesteckt werden. "Die Verwaltung schlägt deshalb vor, die Situation mit den Bürger- und Schützenvereinen auszuloten und zu besprechen", so Dezernent Thomas Visser. "Anschließend gibt es ein gemeinsames Gespräch zwischen Politik, Verwaltung und Vereinen." Dem Vorschlag schlossen sich die Ausschussmitglieder ohne Gegenstimme an.

Ebenfalls einstimmig verabschiedet wurde der Auftrag an die Verwaltung, sich intensiver um Fördermittel im Rahmen des Klimaschutzes zu bemühen. Nachdem die Stadt mit der Verabschiedung des Haushalts 2016 auch die Stelle eines Klimaschutzbeauftragten beschlossen hat, macht es Sinn, sich in verschiedenen Bereichen um finanzielle Unterstützung zu bemühen. Umweltamtsleiter Helmut Doepcke versprach, dass für Krefeld ein Teilkonzept zur Klimaanpassung in neun Monaten vorgelegt werde, das sich mit Themen wie Starkregenereignissen, wassersensibler Stadtentwicklung, aber auch Verkehr, Landwirtschaft sowie Forsten und Boden befasst. "Eine bürgerschaftliche Beteiligung ist in diesem Fall selbstverständlich", so Visser, der über eine Einbindung durch die Bürgervereine sowie Bürgerinformationen nachdenkt. Parallel will die Verwaltung einen Vorschlag der SPD aufgreifen und einen "Unterarbeitskreis Klima" vorbereiten. Nach der Sommerpause sollen hierzu erste Überlegungen vorgestellt werden.

Umfassend gewürdigt wurde vom Ausschuss der 25. Geburtstag des Krefelder Landschaftsplans, der 1991 Rechtskraft erlangt hat und fast den gesamten Außenbereich abdeckt. Die Zahl der Naturschutzgebiete konnte von vier auf derzeit neun erhöht, die unter Naturschutz stehende Fläche von 277 auf jetzt 951 Hektar vergrößert werden. Es wurden intensiv genutzte Äcker in extensiv gepflegte Wiesen umgewandelt, vor allem im Bereich des Naturschutzgebietes Latumer Bruch. Der kontinuierliche Umbau der Pappelbestände in naturnahe Laubwälder fand vor allem im Hülser Bruch und im Latumer Bruch statt.

Quelle: RP
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