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Krefeld
Künstlerin erzählt die Schöpfung in leuchtenden Farben

Krefeld: Künstlerin erzählt die Schöpfung in leuchtenden Farben
Eleonore von Kondratowicz in der Thomaskirche mit der "Arche Noah". Das Bild ist eine von sechs Impressionen zum Ruhetag, dem siebten Tag der Schöpfungsgeschichte, an dem Gott von all seinen Werken ausruhte. Die Ausstellung heißt "Und Gott sah, dass es gut war". FOTO: ped
Krefeld. Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Das überliefert die Bibel. Aber was mag er empfunden haben, als er aus dem Nichts die Welt werden ließ? Dieser Gedanke hat Eleonore von Kondratowicz bewegt, als sie die Schöpfungsgeschichte in großformatige Bilder umsetzte.

Ihr Zyklus "Und Gott sah, dass es gut war" ist zurzeit auf Initiative des Fördervereins Lebendiges Thomas-Haus in der Traarer Thomaskirche zu sehen.

Für jedes Bild hat die Künstlerin, die in Krefeld aufgewachsen ist, eine andere Technik gewählt oder ihre Bildsprache variiert. So kann sich der Betrachter jedem Bild ganz neu nähern, es im Kontext sehen oder sich losgelöst von allen Zusammenhängen darauf einlassen. In dieser Ausgabe nehmen wir Sie mit auf diese Reise, auf jeder Seite begegnet Ihnen ein Teil der Schöpfung - in chronologischer Reihenfolge, so wie die Künstlerin sich beim Malen an die Bibel gehalten hat.

Ein roter Feuerball im Zentrum ist die Quelle für Licht und Wärme und markiert die Grenze zwischen Tag und Nacht FOTO: ped

Der erste Tag: Himmel und Erde

Bei ihren Schöpfungsbildern hat sich Eleonore von Kondratowicz an die Chronologie der Bibel gehalten und jedem ihrer 1 mal 1,40 Meter großen Werke das entsprechende Zitat aus dem Ersten Buch Moses nebenan gestellt.

Eisig blau brandet das Wasser an das braune Land. Der Farbe und Kälte des Meeres entsprechen die unwirtlichen Eisberge. Denn noch gibt es kein Leben auf dieser Erde. FOTO: ped

Wer die Bilder von der Seite betrachtet, wird einen roten Rand bemerken. Die Künstlerin hat die Leinwandkante angemalt, um den schöpfenden Gott zu symbolisieren. "Meine Bilder zeigen weder theologische Ansätze, noch verfolgen sie einen zeitkritischen Standpunkt. Sie sind Ausdruck dessen, was ich beim Lesen der Texte visualisiert habe. Erst nach und nach tauchen bei mir Fragen, Erkenntnisse und Widerstände auf", sagt sie. "Das liegt im Wesen der Kunst: Sie macht Dinge sichtbar, die im Unterbewussten lange angelegt sind und nur darauf warten, an die Oberfläche zu gelangen." Ein bisschen hält sie es so mit dem Licht, das sie immer von unten aufscheinen lässt. "So ist es auch in der Natur bei jedem Sonnenaufgang."

Die Bibelstelle zum ersten Tag der Schöpfung lautet: "Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und die Erde war wüst und leer. Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht. Da schied Gott das Licht von der Finsternis und nannte das Licht Tag und die Finsternis Nacht."

In den Bildern entsteht die Lichtwirkung durch zahlreiche Übermalungen, feine Schraffuren und Farbwegnahmen.

Der zweite Tag: Erde und Meer

"Und Gott sprach: Es werde eine Feste zwischen den Wassern und die sei ein Unterschied zwischen den Wassern. Da machte Gott die Feste und schied das Wasser unter der Feste von dem Wasser über der Feste. 

Da ward aus Abend und Morgen der andere Tag. Und Gott sprach: Es sammle sich das Wasser unter dem Himmel an besondere Örter, dass man das Trockene sehe. Und Gott nannte das Trockene Erde und die Sammlung der Wasser nannt er Meer.

" - In den blauen Wasserflächen hat die Künstlerin durch ihre Mischtechnik Lebendigkeit geschaffen. Die Basis ihrer Malerei bild Acrylfarbe, auf der Schichten von Eitempera angelegt werden. Mit Sprühfarbe, Kreide und Tinte setzt sie dann weitere Akzente. So erhält jedes Bild - wie jeder Tag - einen ganz neuen Charakter, entspricht quasi einem völlig neuen Schöpfungsvorgang für die Künstlerin.

(ped)
 
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