| 08.30 Uhr

Krefeld
Ein erbärmlicher Abend

Kufa in Krefeld: Oliver Kalkofe und Dietmar Wischmeyer ergingen sich in Obszönitäten
Oliver Kalkofe (l.) und Dietmar Wischmeyer in der Kufa. FOTO: T.L.
Krefeld. Dass zwei von fragwürdigem Erfolg enthemmte Comedians es noch wesentlich tiefer unter Tage schaffen als der versierteste Bergbauingenieur, davon konnte man sich jetzt in der Kufa überzeugen. Oliver Kalkofe und Dietmar Wischmeyer ergingen sich in Obszönitäten.

In der Kufa, wo sonst eher gutes Kabarett zuhause ist, durften diesmal Oliver Kalkofe und Dietmar Wischmeyer alias Ferkel und Kurt die große Bühne entern und sich und ihr Publikum so richtig in der untersten Schublade dessen suhlen, was man zumindest theoretisch als "Witz" einordnen könnte, indem sie ihre alte Radio-Show "Die Arschkrampen" aus dem ffn-Frühstyxradio ausschlachteten.

Die Akteure freuten sich über das herzliche Willkommen im "Goethe-Schlachthaus zu Krefeld" bei "einem der besten Publikumse in Deutschland" und setzten eventuell nicht Eingeweihte ins Bild. 1989 begann die Hörspielreihe als Experiment - zu einer Zeit, als es noch eine Mauer und noch kein Internet gab. Kneipengespräche, nicht nur zu fortgeschrittener Stunde alkoholvernebelt, sondern abgelauscht von Dauerkampftrinkern, lieferten die Inspiration, die Lust am vulgärsprachlichen Tabubruch die Motivation.

Aktuell hatte man allerdings den Eindruck, dass Kalkofe und Wischmeyer genau da auch steckengeblieben sind. Während es Olli Dittrich immer wieder gelingt, mit seiner ebenfalls prolligen und dauertrinkenden Kunstfigur Schmunzeln und Lachen auszulösen, ohne eine einzige Vulgärvokabel zu verwenden, indem er seinem Dittsche nämlich immer neue Themen setzt, an denen der sich abarbeiten muss, sind sich die "Arschkrampen" offenbar längst selbst zum Opfer gefallen und kennen nur noch ihr Abschaumbad. Die übelste Obszönität war ihnen gerade gut genug - oft auch noch cholerisch ins Mikrofon gebrüllt. Zitate verbieten sich. Ein erbärmlicher Abend.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels haben wir Dietmar Wischmeyer versehentlich "Dieter" genannt. Das war falsch, wir bitten die Unachtsamkeit zu entschuldigen. Den Abend fand unser Rezensent trotzdem blöd. 

(MoMe)
 
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