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Krefeld
Kult-Rock an der Kronlandbrücke

Krefeld: Kult-Rock an der Kronlandbrücke
Stephan Rittau, Sänger der Hülser Band "Lewinsky", schafft es immer wieder, das komplette Publikum zum Singen zu animieren, und dirigiert dann den "Chor". Besonders freuen sich Lewinsky-Fans auf die Überraschungsgäste der Band. Mal sind es Cheerleader, die begeistern, oder es ist ein Pfarrorchester, das "Biene Maja" anstimmt. Und wer kommt in diesem Jahr? FOTO: DJK Germania Oppum
Krefeld. Zum 21. Mal wird es am Samstag, 5. November, eine Rock & Oldie-Nacht in Oppum geben. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Von Bärbel Kleinelsen

Die Historiker schreiben das Jahr 1997. In einer Schulturnhalle planen musikbegeisterte Handballer von DJK Germania Oppum ein Rockkonzert. Gefeiert werden soll an diesem Abend das 75-jährige Bestehen des Vereins. "Wir wollten was Eigenes machen und dachten uns, Oldies kommen immer gut an", erinnert sich Sven Gentkow, stellvertretender Vorsitzender der DJK.

Was die ambitionierten Sportler jedoch nicht bedacht hatten: Eine Turnhalle ist keine Disco und erst recht kein Veranstaltungssaal. Durch einen schmalen Gang mussten die Ehrenamtlichen jeden Lautsprecher, Tisch, Stuhl, Beleuchtung und Sound mehrere Stufen hinunter in die tiefer gelegene Turnhalle schleppen. "Das war richtig schweißtreibende Arbeit und hat lange gedauert", erzählt Vorsitzender Hans-Joachim Hofer, der als treibende Kraft kräftig mit anpackte. Schließlich musste auch der gesamte Boden mit Folie ausgelegt werden, um den empfindlichen Hallenbelag zu schützen. "Dieses Erlebnis hat die Gruppe zusammengeschweißt. Wir hatten trotz der ganzen Arbeit viel Spaß."

Die Handball-Rocker von DJK Germania: Sven Gentkow (l.) und Hans-Joachim Hofer organisieren die Oppumer Oldienacht. FOTO: Thomas Lammertz

Im Vorfeld der ersten Rock- und Oldie-Nacht jedoch gab's auch Schwarzseher. Große Sorge bereitete vielen Vereinsmitgliedern die Finanzierung einer so großen und teuren Veranstaltung. "Wir brauchten 400 Besucher, um alles bezahlen zu können. 408 sind am Ende gekommen. Wir haben Blut und Wasser geschwitzt", sagt Hofer.

Es waren 408 begeisterte Oldie-Fans, und die Stimmung in der Turnhalle hätte besser nicht sein können. Insgesamt also ein Erfolg auf ganzer Line. Auch deshalb, weil Hofer seinen alten Klassenkameraden Kurt Kühl für die Aktion begeistert konnte. Kühl war damals Sänger der Krefelder Cover-Band "Idea", die auch prompt die Party rockte. "Sie waren so begeistert, dass sie beim nächsten Mal auch wieder dabei sein wollten. Damit erwischten sie uns natürlich auf dem falschen Fuß, weil wir ja eigentlich gar kein nächstes Mal geplant hatten. Aber dann haben wir doch gesagt, dass es so eine tolle Veranstaltung nicht nur einmal geben darf", erzählt Gentkow. Der Oppum Kult-Rock war geboren.

20 Oldie-Nächte später sind die vier Organisatoren noch immer am Start: Neben Gentkow und Hofer sind es Heinz Stockmanns, stellvertretender Vorsitzender des Vereins, und Julius Brenk, der für Marketing und Sponsoring verantwortlich ist. In eine Turnhalle passt das Rock-Konzert längst nicht mehr. Zur 20. Nacht, die vergangenes Jahr mit einer einmaligen Doppelveranstaltung gefeiert wurde, kamen pro Abend um die 2000 Gäste. Damit ist die Oppumer Oldie-Nacht die wohl größte Veranstaltung dieser Art am Niederrhein. Noch dazu ist sie nicht-kommerziell, wie die Organisatoren betonen. Der Erlös kommt der Jugendarbeit des Handball-Vereins zugute.

Seit 16 Jahren steigt die Kult-Party, ihrer Größe angemessen, in einem Festzelt, das auf dem Platz an der Kronlandbrücke aufgebaut wird. Schon längst ist sie auch kein "Idea"-Exklusiv-Konzert mehr, auch wenn die Verbundenheit mit dieser Band bei den Organisatoren noch immer deutlich spürbar ist. Ab 2002 kam die Band "Smelling Faces" dazu, ab 2005 dann "Lewinsky", und seit 2012 wechselt die Besetzung, und es spielen pro Abend drei regionale Bands, bevorzugt aus Krefeld. "Am Anfang mussten wir bei den Bands anfragen, inzwischen fragen sie uns an. Das ist schon toll." Hans-Joachim Hofer wirkt zufrieden mit dem Geschaffenen. Zumal die Organisatoren auch keine Kosten scheuen, wenn es um die Umsetzung von Wünschen aus dem Publikum geht.

Wenn also am 5. November, traditionell am ersten Novemberwochenende, die Party an der Brücke steigen wird, dürfen sich Oldie-Fans auf ein fünf Meter längeres und fünf Meter breiteres Zelt freuen. Für die zahlreichen Cliquen, deren Mitglieder zum Teil aus ganz Deutschland anreisen, gibt es Zehn-Liter-Partyfässchen am Tisch. Eine eigene Theke bietet auch Cocktails, Longdrinks und Hugos an.

75 Quadratmeter groß ist die Bühne, und das für die Show benötigte Equipment wiegt über zehn Tonnen. Wie bei großen üblich legen auch die Organisatoren in Oppum Wert auf eine professionelle Lichtshow. "Außerdem verteilen wir kostenlos 2500 Leuchtstäbe. Das kommt besonders bei den Damen gut an", weiß Gentkow.

Zum ersten Mal bei der an sich sehr friedlichen Veranstaltung spielt in diesem Jahr das Thema "Sicherheit" eine wichtige Rolle. "Es geht dabei nicht um die überwiegend problemlosen Gäste, sondern um den einen, der was Böses im Schilde führt. Wir müssen bei einer solch großen Veranstaltung auf Geschehnisse in anderen Städten reagieren und haben deswegen einen Sicherheitsdienst vor Ort", erklärt Gentkow. Um einen Euro wird der Eintritt deswegen erhöht und liegt damit im Vorverkauf bei 13 Euro. Die Organisatoren bitten alle Gäste, auf große Taschen und Rucksäcke zu verzichten, da diese sonst vor Eintritt kontrolliert werden müssten. Und noch einen Tipp hat Gentkow für sein treues Publikum: "Ich würde raten, Karten schnell zu kaufen, da wir nicht garantieren können, dass es eine Abendkasse gibt."

Vorverkauf: Sparkassen Oppum, Bockum, Uerdingen, Hüls, Fischeln, Gaststätte Tschako, Fischelner Woche, Juwelier Holtermann, Poststelle Linn, Kiosk am Moritzplatz, Zeitschriften Bohnengel, Bäckerei Lomme und Menas Kindermoden. www.djk-oppum.de oder www.facebook.com/djkgermania.oppum

Quelle: RP
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