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Krefeld
Kunst im nicht begehbaren Raum

Krefeld. Drei Künstlerinnen zeigen ab morgen Abend ihre Arbeiten in der Pförtnerloge. Von Mojo Mendiola

Wenn man einen Raum sieht, in dem Kunst gezeigt wird, möchte man ihn normalerweise betreten und sich die Kunstwerke näher anschauen. In der Pförtnerloge der Fabrik Heeder ist das aber jeweils nur an ausgewählten Tagen möglich. Ansonsten gehört es zum Konzept der vom Berufsverband Bildender Künstler Niederrhein mit Unterstützung des Kulturbüros Krefeld organisierten Ausstellungsreihe "Raumbezogene Kunst", dass man die Ausstellung nur durch das große Fenster betrachten kann.

Diese Nichtbegehbarkeit thematisieren nun Christa Hahn, Michi Kloesters-Inari und Petra Wittka. Am feinsinnigsten hat sich Kloesters-Inari dem Phänomen genähert. 18 tennisballgroße Kugeln aus weißem Porzellan, dünnwandig wie Eierschalen und mit vielfach durchbrochener Oberfläche hängen in waagerechter Linie im Fenster und verhalten sich ähnlich wie der Logenraum. Der Betrachter kann hineinsehen, aber nicht hineingelangen, und wird doch bezaubert von einer Ästhetik, die in einem Zen-artigen Sinne heiter stimmt.

Eine Installation aus vielen Einzelteilen, die potenziell hätten begehbar werden können, es aber doch nicht geworden sind, sondern eher mit dem Eindruck des Bizarren spielen, hat Petra Wittka aufgebaut. Dazu gehören Damenschuhe, die man nicht anziehen kann, ein Wandbild, das die Schwerkraft verhöhnt, und ein Tisch, dem man sich nur in einem von der Decke schwebenden Sitz nähern kann.

Einen abgeschlossenen Raum im abgeschlossenen Raum hat Christa Hahn aufgebaut, eine hochkant stehende Kiste im Format einer Wohnungstür, durch deren Spion man auf einem Video die Silhouette einer Frau auf sich zukommen und wieder weggehen sieht. Ihre Schrittgeräusche sollen auf Wittkas Damenschuhe verweisen. Nicht nur kann man von außen nicht hinein, sie kommt auch von innen nicht heraus. Vernissage ist morgen, 19 Uhr; zu sehen ist sie bis 21. Oktober.

Quelle: RP
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