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Krefeld
Kunstmuseen wollen langen Donnerstag

Krefeld: Kunstmuseen wollen langen Donnerstag
Das KWM soll einmal im Monat abends länger öffnen - und für Schulklassen auf Anfrage bereits ab 9 Uhr. FOTO: Andreas Endermann
Krefeld. Nach den ersten neun Wochen steuert das Kaiser-Wilhelm-Museum bereits auf einen Besucherrekord zu. Nun sollen die Öffnungszeiten von KWM, Haus Esters und Haus Lange flexibler gestaltet werden. Von Petra Diederichs

Es ist der Beginn einer Erfolgsgeschichte: 9000 Besucher hatten sich allein in den Eröffnungstagen das restaurierte Kaiser-Wilhelm-Museum angesehen. Neun Wochen und 55 reguläre Öffnungstage später haben 6870 zahlende Kunstinteressierte das Haus und die Ausstellung besucht. "Zum Vergleich: Im Jahr 2009 hatte das Haus 6458 Besucher", teilte Wolfgang Hellfeier in Vertretung von Dezernent Gregor Micus jetzt im Kultur- und Denkmalausschuss mit. Außerdem seien 483 Jahreskarten verkauft worden.

Den Aufwind will die neue Museumsleiterin Katia Baudin nutzen und die Öffnungszeiten flexibler gestalten: "Wir möchten gerne einmal im Monat einen langen Donnerstag einführen, an dem es auch ein Event-Programm geben soll", sagte sie. Am Kölner Museum Ludwig, wo sie zuvor als stellvertretende Leiterin arbeitete, habe sich das bewährt. Aber das kostet zusätzliches Geld für Aufsichts- und Kassenpersonal. Baudin hat überschlagen: Vier zusätzliche Stunden würden fürs KWM, das mit externen Servicekräften arbeitet, etwa 740 Euro kosten. Für die Häuser Esters und Lange müsse es anders berechnet werden, denn dort arbeiten Beschäftigte der Stadt. "Da muss man wegen der Arbeitsstunden sehen."

Krefeld im Prisma-Look FOTO: Thomas Lammertz/Prisma

Dass eine Öffnung ab 11 Uhr für viele Schulklassen zu spät sei, habe Baudin im Team besprochen. "Von der Theaterpädagogik kam der Wunsch und die Anregung, für Klassen auf Anfrage bereits ab 9 Uhr Führungen oder Workshops anzubieten. Dafür ist der Personalaufwand gering, etwa 82 Euro", erklärte die Museumsleiterin. Micus rechnet für die Umstellung mit Kosten von 9000 bis 10.000 Euro. Die Bedarfsregelung soll nun aufgestellt werden. Und die Museen sehen sich um nach möglichen Partnern für das Programm des langen Donnerstags. "Das soll kein Schnellschuss werden. Wir wollen richtige Events anbieten", betonte Baudin.

Nicht nur mit den Besucherzahlen ist die Museumsleiterin glücklich. Auch die Entscheidung für einen gestalteten Museumsvorplatz ohne Autodurchgangsverkehr quittierte sie mit Jubel.

Die Wiedereröffnung des Kaiser Wilhelm Museums FOTO: Mark Mocnik

Hellfeier teilte dem Kulturausschuss ebenfalls mit, dass das Deutsche Textilmuseum in Linn künftig als Servicepoint für Bürger geöffnet werden soll. Immer montags, wenn das Museum am Andreasmarkt Ruhetag hat, können im Foyer Reisepässe und Personalausweise beantragt, An- und Abmeldungen getätigt werden. "Start ist vermutlich noch in diesem Jahr. Die Möbel dafür werden jetzt bestellt."

Quelle: RP
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