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Krefeld
Kunstwelt trauert um Beate Ermacora

Krefeld. Den Elfenbeinturm hat sie nie gemocht. Beate Ermacora war offen für das Außermuseale. In Ausstellungen lenkte sie auch mal den Blick auf den Kunstwert von Tattoos. Zeitgenössische Video-, Foto- und Computerkunst interessierte sie. Deshalb machte sie das Kaiser-Wilhelm-Museum seriell zu einem "Digital Space". Von 2002 bis 2005 war Ermacora stellvertretende Leiterin der Krefelder Kunstmuseen und hat mit ihrer verbindlichen Art viele für das Genre begeistert. Dann wechselte sie als Chefin ans Kunstmuseum Mülheim (Ruhr) und ging 2009 nach Innsbruck, als Direktorin der Galerie des Landes Tirol im Taxispalais. In Innsbruck ist sie am Dienstag gestorben.

Ermacora wurde 1956 in Wien geboren und wuchs in Innsbruck auf. Dort studierte sie Europäische Ethnologie und Kunstgeschichte an der Leopold-Franzens-Universität und promovierte 1987. Damals arbeitete sie bereits als Kuratorin im Taxispalais. Danach ging es für zwei Jahrzehnte nach Deutschland. Zu ihren Stationen gehörten die Schirn Kunsthalle in Frankfurt und die Kunsthalle Kiel.

Nach Krefeld lockte sie das hohe internationale Renommee der Kunstmuseen und die "Juwelen" Haus Esters und Haus Lange, in denen sich Kunst optimal präsentieren lasse, sagte sie einmal. Wenn sie anfangs am Niederrhein auch den scharfen Wind des Kieler Klimas vermisste, fühlte sie sich hier ausgesprochen wohl. Auch als sie beruflich nach Mülheim wechselte, blieb sie Wahl-Krefelderin, pflegte hier Freundschaften. Eine enge Verbindung hatte sie zur Adolf-Luther-Stiftung, für die sie bereits 1992 als wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig war. Immer wieder hat Ermacora sich dafür eingesetzt, dass Bürger, Verwaltung und Politiker in Krefeld die Kunstmuseen als Architektur und mit ihren Sammlungen wertschätzen und das KWM endlich saniert werde. Die Neueröffnung erlebt sie nun nicht mehr.

(ped)
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