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Krefeld
KWM: Premierenausstellung soll zum Abenteuer werden

Krefeld. Die Sanierungs- und Umbauarbeiten des Kaiser-Wilhelm-Museum gerieten für alle Beteiligten zu einem Abenteuer. Keiner konnte wirklich ahnen, welche Mängel in dem alten Gemäuer steckten. Beabsichtigt taucht der Begriff Abenteuer auch im Titel der Premierenausstellung nach sechsjähriger Schließung auf: "Das Abenteuer unserer Sammlung I".

Die für den Sommer geplante Ausstellung kommt ohne Leihgaben aus und zeigt durch Gegenüberstellungen das Spannungsfeld der insgesamt heterogenen Sammlung. Museumsleiter Martin Henschel erlaubt einen Blick in die Krefelder Schatztruhe und inszeniert einen spannenden Parcours mit Haupt- und Werkgruppen aus dem Fundus. Vier kleinformatigen Arbeiten von Piet Mondrian von 1925 steht Peter Halleys großformatiges Werk "The Happy Land" von 1990 gegenüber; Kiki Smith' Skulptur "Annunciation" von 2008 korrespondiert mit "Annaselbdritt" aus der Zeit um 1490 bis 1500. Eine Figur ist beseelt von der Kunst, die andere von Gott. Aktueller ist der Kontrast im Werk John Chamberlains und dem des Franzosen Arman. Während der US-Amerikaner seine Skulpturen aus dem Schrott alter Automobile zusammensetzt, häuft Arman Müll in durchsichtigen Gefäßen.

Hentschel präsentiert ferner Fotografien der bekannten Düsseldorfer Becher-Schule: Andreas Gursky, Thomas Struth, Thomas Ruff und dessen Schüler Robert Voit gehören inzwischen international zu den anerkanntesten Protagonisten der Fotokunst. Den Schatz der Sammlung neu zu entdecken, soll für die Besucher selbst zum Abenteuer werden, beschreibt Hentschel seine Intention.

Ehe die Kunst erneut ins Haus einzieht, haben die Krefelder und deren Gäste ab dem Frühjahr die Möglichkeit, die Immobilie, die einst als Denkmal und Museum gestiftet worden war, pur zu erleben. Sie können Änderungen und Neuerungen bei Führungen kennenlernen, sich Vorträge anhören und die neue Museumsarchitektur diskutieren. Zur Voreröffnung erscheint eine reich bebilderte Publikation mit Plänen und Skizzen.

Noch opulenter fällt der Bestandskatalog über 800 Werke der Sammlung aus der Zeit nach 1945 aus. Auf 500 Seiten beschreiben 23 Autoren 130 der Kunstwerke genau. Alle 800 sind mit Foto zu sehen. Drei Jahre lang haben die Verantwortlichen an der Publikation gearbeitet, die sich jetzt in der "Layout-Phase" befindet. 400 Werke im Depot mussten ausgepackt, fotografiert und wieder eingepackt werden.

(sti)
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