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Krefeld
"Labortag" - mit Milch und Saatgut

Krefeld: "Labortag" - mit Milch und Saatgut
Die IfM GmbH & Co. KG betreibt in Oppum an der Bischofstraße ein Laboratorium zur Untersuchung von Rohmilch im Rahmen der Milchgüteverordnung und der Milchleistungsprüfung von Kühen. FOTO: Lammertz Thomas
Krefeld. Im Rahmen des "Krefelder Perspektivwechsels" haben am Samstag Firmen ihre Tore geöffnet, die besonders innovativ sind, aber nicht sonderlich bekannt. Es wurde eine Entdeckungsreise durch Know-how "made in Krefeld". Von Sven Schalljo

Im Rahmen des ersten Krefelder Labortags bekamen am Samstag Krefelder Bürger die Möglichkeit, in viele Unternehmen der Stadt hineinzuschnuppern. Dabei stand aber anders als sonst oft nicht die Produktion im Vordergrund, sondern die Tätigkeit in Laboren.

Labore können viele Aufgaben haben - von Forschung und Entwicklung über Qualitätssicherung bis hin zur Analyse. Letzteres ist beispielsweise beim IfM, dem Institut für Milchwirtschaft in Krefeld-Oppum, der Fall. Hier geht es, von etwas Verwaltung abgesehen, ausschließlich um Analyse und Laborarbeit. Dabei untersucht das Unternehmen mit Zweigstellen in Köln, Verden und Krefeld sämtliche in NRW produzierte Milch. Über Stichproben, die am Tankwagen automatisiert gezogen werden, prüft das IfM die Qualität des Produkts.

Nach allerlei Rückständen wird dabei ebenso gesucht, wie nach Abweichungen in der Keimbelastung oder der Zusammensetzung. "Wir stellen sicher, dass die Milch, die in den Handel geht, stets von guter Qualität ist. Außerdem helfen wir den Landwirten beim Herdenmanagement", sagt Laborleiter Peter Höckels. So bietet das Labor neben den verpflichtenden Untersuchungen der Milch auch ein dauerhaftes Screening auf freiwilliger Basis an. Hier können den Landwirten wichtige Hilfestellungen zur besseren Gesundheit, Ernährung und Pflege ihrer Tiere gegeben werden.

Bei "Feldsaaten Freudenberger" werden seit mehr als sechs Jahrzehnten Feldsaaten entwickelt. Das Sortiment umfasst heute einige tausend Produkte. FOTO: Lammertz

Andere Unternehmen Krefelds bieten echte Hochtechnologie. So wie die Firma Laufenberg aus Hüls. Diese stellt Trennpapiere her. Dabei wird Papier verschiedener Art mit den verschiedensten Arten und Dicken von Silikon beschichtet. Dadurch verändert sich beispielsweise die Haftung von Klebstoff. "Bei einer Klebebandrolle ist es ja wichtig, dass sich das Band abrollt und danach haftet. Bei doppelseitigem Klebeband muss eine Seite sich leichter lösen als die andere. Das ist unsere Spezialität", erklärt Geschäftsführer Jörg Soding.

Dafür bedarf es vor allem an zwei Stellen intensiver Laborarbeit: Einerseits investiert das Unternehmen ständig in die Forschung und sucht nach neuen Produkten, neuen Mischungen und besseren Lösungen für ihre Produkte. Andererseits aber ist eine intensive Qualitätskontrolle unerlässlich. Keine Bahn des beschichteten Papiers darf mit Fehlern zum Kunden gehen. Dafür wird mit den unterschiedlichsten Methoden von jeder Charge eine aussagefähige Probe untersucht. Bildgebende Verfahren, Laseruntersuchung, standardisierte Hafttests mit genormten Klebebändern oder ein Farbbad, das komplett vom Papier abperlen muss - all das stellt sicher, dass Laufenberg stets perfektes Material ausliefert.

Mehr in Richtung Forschung geht die Laborarbeit bei einem anderen Unternehmen, das Hochtechnologie bietet. Dabei ist der Geschäftsgegenstand der Freudenberger GmbH & Co. KG eigentlich eines der ältesten Produkte, die die Menschheit kennt: Saatgut. Doch die moderne Landwirtschaft, aber auch die Gärtnerei hat sich weit davon entfernt, einfach Körner auf ein Feld zu werfen. Einerseits wird das angelieferte Saatgut, das aus aller Welt kommt, einer intensiven Qualitätskontrolle unterzogen. Keimfähigkeit, Verunreinigungen und vieles mehr wird überprüft, bevor eine Lieferung ins Lager geht.

Die Weiterbehandlung ist dann Hochtechnologie pur. So ist das Premiumprodukt des Unternehmens die sogenannte "Mantelsaat". Dabei wird ein Saatkorn mit verschiedenen Stoffen umhüllt - von Dünger über Keimbeschleuniger und symbiotische Bakterien bis hin zu Superabsorbern, die Wasser speichern und für den Keimling zur Verfügung stellen können. Gerade dies ist in trockenen Regionen ein Verkaufsschlager.

Wichtig ist aber auch die erwähnte Behandlung mit Bakterien. So gibt es Pflanzen wie Erbsen, verschiedene Bohnenarten bis hin zu Soja, die in Symbiose mit bestimmten Bakterien leben und so Luftstickstoff binden und in den Boden einbringen können. Diese natürliche Düngung ist wichtig, um Böden zu regenerieren. Dabei braucht aber jede Pflanze spezifische Bakterien. Diese stellt Freundenberg als Zusatz oder in Form von Mantelsaat zur Verfügung.

Es sind nur drei Beispiele von 26 Unternehmen, die sich am Samstag interessierten Bürgern zeigten.

Quelle: RP
 
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