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Krefeld
Längst ein Krefelder: Griechische Küche

Krefeld: Längst ein Krefelder: Griechische Küche
Athanasios Gumas, Dimitra und Konstantinos, Stavrula Gumas führen das Restaurant Poseidon. FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Pizza, Döner, Gyros: Längst sind internationale Köstlichkeiten ein Stück Heimat geworden. Wir stellen eine griechische Familie vor, die vor 25 Jahren nach Krefeld kam und mit dafür sorgte, dass wir heute fragen: Gehen wir zum Griechen? Von Christine van Delden

Es war ein Wagnis, das das Ehepaar Gumas 1990 eingegangen ist: Nur mit dem Nötigsten sind sie aus Griechenland ausgewandert; damals als die wirtschaftliche Situation für sie dort keine Perspektiven bot. Stavrula Gumas und ihr Mann Athanasios kamen nach Krefeld und betrieben zunächst einen kleinen Imbiss an der Kaiserstraße. Zwei Jahre später, 1992, bot sich die Möglichkeit das deutsche Speiselokal "Viol" am Glockenspitz zu übernehmen. Der Koch Athanasios Gumas und seine Frau haben nicht lange überlegt und den Schritt gewagt: "Wir waren die erste ausländische Familie hier in der Gegend, die ein Restaurant übernommen hat", erzählt Frau Gumas und fügt ein bisschen stolz hinzu: "Erst waren wir ein wenig vorsichtig, aber wir haben es geschafft - mit viel Arbeit." Und so steht es heute da, das "Restaurant Poseidon": Erweitert über die Jahre um einen großen Saal (1996), einen Bier- und einen Wintergarten (1998). Bis zu 250 Gäste finden jetzt Platz im Restaurant, zu dem auch zwei Kegelbahnen gehören.

Die Gäste erwartet die umfangreiche Speisekarte einer "griechisch-internationalen Küche". Die Karte sei so groß und reichhaltig, weil immer neue Ideen dazu gekommen seien und die Eltern von Reisen Rezepte mitgebracht hätten. Das erzählt der Sohn, Konstantinos, der mit seiner Frau Dimitra mittlerweile den Betrieb unterstützt. Er beschreibt, dass mit griechischen Produkten gekocht wird, wie Feta-Käse, Oliven, Olivenöl, Wein und Fisch. "Wir sparen nicht an der Qualität", betont Stavrula Gumas. Die Qualität sei das Wichtigste - genauso wie das nette Personal, das sie teilweise schon über viele Jahre begleitet, sagt er.

"Zur griechische Küche gehört unbedingt Lamm", sagt Frau Gumas "aber es gibt wenig Leute, die gerne Lamm essen, jedenfalls nicht so, wie man es in Griechenland mag, mit grünen oder dicken Bohnen." Ein echtes Familienrezept ist "Klefitko", eine Lammhaxe, die in Folie gebacken wird, zubereitet mit frischer Zitrone und einem Hauch von Knoblauch. Dazu gibt es Kartoffeln und Salat. Das Lieblingsgericht vieler Gäste sei allerdings "Gyros mit Käse überbacken". Da muss die Familie Gumas etwas schmunzeln, denn so würde man in Griechenland Gyros nicht servieren.

In Griechenland sei es üblich, dass die Gerichte in großen Schüsseln auf den Tisch kommen und sich alle je nach Appetit bedienten. "In Deutschland hat jeder lieber seine eigene Portion", beobachtet Konstantinos Gumas.

Die Gäste des "Poseidon" kommen aus der direkten Umgebung und Nachbarschaft; sie nehmen aber auch schon mal weitere Entfernungen auf sich, um bei "Kostas" oder "Vrula" zu speisen, so der freundschaftliche Ton, der zwischen den Gästen und den Wirtsleuten herrscht. Mit den Jahren konnte die Familie Gumas etliche Familien ihrer Stammgäste begleiten: damals kamen die jungen Ehepaare mit ihren kleinen Kindern. Heute feiern diese Kinder ihre Kommunionen und Konfirmationen, aber auch schon ihre Verlobungen und Hochzeiten im "Poseidon".

Es klingt begeistert, wie Familie Gumas über ihr Restaurant, ihre freundlichen Gäste und ihr Leben in Deutschland berichten.

Sie sind längst angekommen und haben in Krefeld ihre zweite Heimat gefunden. Stavrula Gumas sagt: "Ich bin hier zu Hause und fühle mich mittlerweile fast fremd in Griechenland." Das einzige, was sie hin und wieder vermissen würde, sei die griechische Sonne.

Quelle: RP
 
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