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Krefeld
Land finanziert Abriss der alten englischen Kaserne in Bockum

Krefeld: Land finanziert Abriss der alten englischen Kaserne in Bockum
Vor 28 Jahren haben die britischen Streitkräfte die Kaserne an der Emil-Schäfer-Straße in Bockum aufgegeben: Die Stadtverwaltung hatte im vergangenen Jahr angekündigt, auf dem Gelände Unterkünfte für 300 Flüchtlinge bauen zu wollen. Jetzt erfolgt der Startschuss, um das Areal baureif zu machen. FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Der Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung kündigt an: Nachdem das 13.000 Quadratmeter große Areal von Wildwuchs, Bauruinen und Bodenverunreinigungen befreit ist, soll dort ausschließlich sozialer Wohnungsbau realisiert werden. Von Norbert Stirken

Jahrzehntelang haben Gebäude, Grünanlagen und Infrastruktur auf dem früheren Kasernengelände der britischen Streitkräfte an der Emil-Schäfer-Straße in Bockum vor sich hin gegammelt. Seit 2004 ist die Stadt Eigentümerin des Areals. Nun bekommt sie finanzielle und sachkundige Unterstützung beim Rückbau und der Altlastensanierung auf dem rund 13.000 Quadratmeter großen Areal. Krefeld ist als eine von drei Kommunen in ein Förderprogramm für "Brachflächenmobilisierung" des AAV (Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung) aufgenommen worden.

Verbandssprecherin Sabine Schidlowski-Boos informierte, dass der AAV in den kommenden Wochen öffentlich-rechtliche Verträge mit den beteiligten Kommunen abschließen werde. Anschließend werde er als Maßnahmenträger die notwendigen Leistungen vergeben und fachlich begleiten. Für die Aufbereitung der drei Flächen sind insgesamt Maßnahmen in einem Umfang von 1,8 Millionen Euro veranschlagt. Die anfallenden Kosten übernimmt der in Hattingen ansässige AAV zu 100 Prozent.

Bei dem Projekt in Krefeld handele es sich um eine ehemalige Kaserne im Stadtteil Bockum, die 1989 von den britischen Streitkräften aufgegeben wurde, berichtet sie. Nach zwei vergeblichen Versuchen, einen Bebauungsplan für eine Nachnutzung der Fläche zur Rechtskraft zu bringen, unternehme die Stadtverwaltung nun einen erneuten Anlauf zur Reaktivierung des Areals - diesmal mit Unterstützung des AAV. Der Verband, der 1988 durch ein Landesgesetz gegründet worden ist, solle die Aufbereitung der Teilfläche des Bebauungsplangebietes Nummer 692 einschließlich des fachgerechten Rückbaus der überwiegend baufälligen Kasernengebäude übernehmen, erklärte die Verbandssprecherin.

"Nachdem das Areal von Wildwuchs, Bauruinen und Bodenverunreinigungen befreit ist, soll dort ausschließlich sozialer Wohnungsbau realisiert werden", informiert sie. Vor gut einem Jahr hatte die Stadtverwaltung noch beabsichtigt, auf dem früheren Kasernengelände an der Emil-Schäfer Straße neue Flüchtlingsunterkünfte zu bauen. Rund 300 Schutzsuchende sollten dort für mindestens drei Jahre wohnen.

Ursprünglich sollte auf der Fläche der früheren Kaserne und den benachbarten Ackerflächen ein neues Wohngebiet bis hin zur Bethelstraße entstehen. Das Verfahren zum entsprechenden Bebauungsplan ist entsprechend schon weit fortgeschritten. Auf Proteste der Anwohner der Bethelstraße in einer Bürgerversammlung und der öffentlichen Anhörung sei in der Form reagiert worden, dass Schleichverkehr durch ihr Wohngebiet durch eine Erschließung ausschließlich von Norden her verhindert werden sollte.

Die Stadtverwaltung kündigte im März 2016 an, zweigleisig vorgehen zu wollen - einerseits Wohnungen für die Flüchtlinge errichten und parallel dazu, den Bebauungsplan vorantreiben, der in seiner Endausbaustufe 160 neue Wohnungen sowie Gebäude für Kleingewerbe vorsieht. Ferner soll dort eine Kindertagesstätte gebaut werden, die Platz für fünf Gruppen bietet.

Westlich des vorhandenen Friedhofs seien sogar relativ große Bauplätze mit bis zu 800 Quadratmeter großen Grundstücken vorgesehen. Zum Osten hin soll ein kombinierter Lärmschutz aus Wall und Wand entstehen. Der Zeitplan, so Walter, sehe vor, dass der Plan noch im Jahr 2017 rechtskräftig werden könnte und 2018 die ersten Bauherren mit der Verwirklichung ihres Traums vom Eigenheim beginnen. Die Stadt will die Vermarktung der Flächen selbst übernehmen. "Das könnte in Anbetracht der benachbarten Unterkünfte für Flüchtlinge durchaus schwierig werden", erklärte Walter seinerzeit. Nun, das Thema hat sich inzwischen erledigt.

Der Vorstand des AAV hat in seiner Sitzung am vergangenen Mittwoch die Aufnahme des Projekts Krefeld für das Sonder-Förderprogramm "Identifizierung und Mobilisierung von Brachflächen für Flüchtlingsunterkünfte und für dauerhaften Wohnraum" genehmigt und damit den Startschuss zur Umsetzung gegeben.

Quelle: RP
 
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