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Krefeld
Landesregierung hat neue Pläne für die A57

Krefeld. Das dürfte Zündstoff für die aktuelle Debatte um den Ausbau der A 57 bringen: Der Landesbetrieb Straßen NRW wird den Krefelder Politikern in wenigen Wochen drei Planungsvarianten für die A 57 auf Krefelder Stadtgebiet vorstellen. Alle Varianten sehen den Ausbau in bestehender Höhenlage von sechs Metern vor; die vom Rat geforderte Tunnel-Trog-Lösung spielt in den Planungen keine Rolle. Von Sebastian Peters

Die erste Variante sieht laut Michael Kaufmann, Projektleiter A 57, so aus: 6,50 Meter hohe Lärmschutzwände, ab einer Höhe von 4,50 Metern durchsichtig und zur Fahrbahn geneigt. Zusätzlich offenporiger Asphalt und bei dichter Wohnbebauung Lärmschutzwände im Mittelstreifen. Einige Hochhäuser in Gartenstadt und Elfrath würden bei dieser Variante schalldichte Fenster erhalten, finanziert durch die öffentliche Hand. Der Bund hat die Finanzierung dieser Variante schon versprochen.

Die zweite Variante ist die sogenannte "Galerielösung", eine halbe Überdachung der Autobahn. Die Kosten wären wesentlich höher, "vom Nutzen her ist das aber nicht effektiver als die erste Variante", sagt Kaufmann. Von bis zu 16 000 Euro pro Meter wird gesprochen.

Die dritte Variante ist eine Kombination aus aktivem und passivem Lärmschutz mit niedrigeren Lärmschutzwänden. Die Tageslärmgrenzwerte würden eingehalten, um die Nachtgrenzwerte einzuhalten, würden Schallschutzfenster eingebaut, Außenfassaden in Wohnhäusern neu isoliert und in den Wohnräumen Lüfter eingebaut, so dass nachts die Fenster nicht geöffnet werden müssen.

Vor wenigen Wochen hatte der Landesbetrieb Straßen NRW diese Varianten bereits bei einem Treffen der der Arbeitsgemeinschaft Krefelder Bürgervereine (AKB) präsentiert – unter Ausschluss der Presse, wie von Straßen NRW gewünscht.

Die Vertreter der Krefelder Bürgervereine glauben seitdem nicht mehr an die Tunnel-Trog-Lösung. "Wir hoffen jetzt auf die Galerie-Variante, vom Tunnel haben sich mittlerweile viele Mitglieder der Bürgervereine verabschiedet", sagt Anja Caesar, Sprecherin des Bürgervereins Elfrath. Sie befürchtet, dass in Gartenstadt und Elfrath teilweise Wohnungen geräumt werden müssen, wenn die A 57 ausgebaut wird.

Wilhelm Kolder, Vorsitzender des Bürgervereins Bockum und ehemals Städteplaner, sieht große Vorteile im Lärmschutz auf dem Mittelstreifen. "Ich habe das mehrfach vorgeschlagen." Franz-Josef von der Hocht, Vorsitzender des Bürgervereins Oppum, glaubt ebenfalls nicht an die Tunnel-Lösung. Er ist aber bei den vorgesehenen Höhen der Lärmschutzwand in Sorge, dass für die Geismühle nicht mehr genug Wind weht. "Wir sind da in Absprachen mit dem Rheinischen Denkmalamt."

Quelle: RP
 
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