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Krefeld
Landtag: Kampfkandidaturen bei der CDU

Krefeld: Landtag: Kampfkandidaturen bei der CDU
Ratsfrau Simone Roemer - die CDU Mitte und die JU stehen hinter ihr. FOTO: Mersha Glauch
Krefeld. Der innerparteiliche Machtkampf um die Kandidaturen für die Landtagswahl am 14. Mai 2017 hat begonnen. Gestern tagte der CDU-Kreisvorstand, um das Vorgehen abzustimmen. Die ersten Kandidaten werfen ihren Hut in den Ring. Von Jens Voss

Die Mittelstandsvereinigung begann mit dem Namen Peter Kaiser, die Junge Union zog mit Simone Roemer nach, der Stadtbezirksverband Mitte sprang ihr bei: Damit wurde die CDU-Ratsfrau von gleich zwei mitgliederstarken Verbänden in der CDU-Familie zur Landtagskandidatin ihrer Partei für den Wahlkreis 47 ausgerufen. Gestern dann bekannten sich auch andere zu ihren Ambitionen. Ratsfrau Britta Oellers wird gegen Kaiser und Roemer antreten; im Wahlkreis 48 stehen sich bislang CDU-Parteichef Marc Blondin und Ratsherr Michael Zecha gegenüber. Der CDU stehen muntere Machtkämpfe bevor. Gestern Abend tagte der Kreisvorstand der Partei, um erste Weichenstellungen vorzunehmen. Immerhin muss die CDU sich für den Wahlkreis 47 mit den Freunden in Tönisvorst abstimmen und auf ein Verfahren zur Wahl des Kandidaten einigen, nachdem Tönisvorst dem Krefelder Wahlkreis zugeschlagen worden war. Die Tönisvorster Christdemokraten entscheiden über ihren Kandidaten per Mitgliederabstimmung, die Krefelder CDU per Delegiertensystem. "Das Verfahren muss einheitlich sein", sagte Blondin gestern auf Anfrage. Ob auch ein Tönisvorster in den Ring steigt, ist nicht klar, erklärte der Viersener CDU-Kreisvorsitzende und Vorsitzende der Tönisvorster CDU, Marcus Optendrenk gestern.

Für Krefeld darf man sagen, dass es spannend wird. Im Wahlkreis 47 dürfte es Peter Kaiser schwer haben gegen die beiden Frauen. Auch wenn Kaiser erst 49 Jahre alt ist: Sie stehen für die verjüngte CDU und sind über die Ratsarbeit gut vernetzt in Themen und Gremien.

Simone Roemer, Vorsitzende des Stadtbezirks Mitte, hat sich im Oberbürgermeisterwahlkampf geschickt profiliert; sie gehörte zu denen, die unverkrampft auch über die sozialen Netzwerke für Peter Vermeulen gekämpft haben. Das hat der 43-jährigen Studienrätin Punkte eingebracht. "Für die Junge Union verkörpert Simone Roemer wie kaum eine andere die moderne CDU", erklärt die JU dazu; dass sie - die mitgliederstärkste Vereinigung in der CDU - Roemer auf den Schild gehoben hat, ist ein starkes Signal. Insofern darf sie als leicht favorisiert gegenüber Britta Oellers (42)gelten, zumal Roemers CDU-Bezirksverband Mitte der zweitstärkste Stadtverband ist. Spannend wird es auch im Wahlkreis 48. Auch dort hat sich die Junge Union klar positioniert: gegen Parteichef Blondin (43) und für Michael Zecha (49). Gleichwohl hat Blondin die Achtung der Partei und bringt das Gewicht des Parteivorsitzes mit. Ob man ihm die Niederlage im Oberbürgermeisterwahlkampf anlastet, ist einstweilen offen. In seinen Redebeiträgen vor der Partei oder im Rat war er bislang weniger Kämpfer als Moderator; Kritiker spitzen zu: Er ist inhaltlich und stilistisch blass geblieben.

Die JU nannte dann auch passende Anti-Begriffe zu diesem Bild, als sie sich für Zecha aussprach: Erfahrung (inhaltlich) und Dynamik (stilistisch). "Michael Zecha arbeitet als Jurist für ein internationales Unternehmen, steht für große Wirtschaftskompetenz und engagiert sich ehrenamtlich in hohem Maße für den Krefelder Sport. Mit dem Votum spricht sich die Junge Union für ein dynamisches Team im Landtag aus." Sicher ist: Die JU hat auch im Wahlkreis 48 für Neuanfang votiert. Wenn das die Stimmung an der Basis ist, wird Blondin kämpfen müssen und der Neuling Zecha sich Chancen ausrechnen dürfen.

Blondin hat gestern nur bestätigt, dass er sich für die Kandidatur zur Verfügung stellt. Zecha sagte, die Entwicklung der CDU in den letzten Monaten habe ihm wehgetan. Weder Kommunalwahl noch Oberbürgermeisterwahl seien aufgearbeitet worden. Ihm als Wirtschaftsanwalt lägen die Wirtschaftskompetenz der CDU und die Themen Sicherheit und Ordnung am Herzen; dort sieht er die Stärken seiner Partei, die man künftig betonen müsse.

Quelle: RP
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