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Krefeld
Lanxess investiert 70 Millionen in Uerdingen

Krefeld. Die Lanxess AG betreibt im Chempark in Uerdingen ihren weltweit zweitgrößten Standort. Der Konzern ist mit fünf Geschäftsbereichen in Krefeld vertreten und gibt ein eindeutiges Bekenntnis zum Chempark ab. In diesem Jahr will die Gesellschaft rund 70 Millionen Euro investieren. Seit dem Jahr 2005 waren es bisher rund 500 Millionen Euro. Von Norbert Stirken

Das vergangene Jahr nimmt in der kurzen Firmenhistorie des Spezialchemiekonzerns Lanxess eine Spitzenposition ein. Er entstand 2004 durch die Ausgliederung von Bayer Material Science. Für 2017 steht mit bereinigt knapp 1,3 Milliarden Euro das höchste Jahresergebnis in den Büchern. Um auch zukünftig auf Erfolgskurs zu bleiben, will das Unternehmen den Standort Krefeld langfristig stärken und ausbauen. Dazu nimmt Lanxess in diesem Jahr geplant rund 70 Millionen Euro in die Hand.

Davon berichtete Christian Lumpe, Leiter Kautschukadditive des Lanxess-Geschäftsbereichs Rhein Chemie. Mit diesen Investitionsplänen setzt der Konzern ein deutliches Signal. "Lanxess ist und bleibt ein Unternehmen mit starken Wurzeln in Krefeld", betonte auch Rainier van Roessel, Vorstandsmitglied der Aktiengesellschaft, bereits im vergangenen Herbst beim offiziellen Spatenstich der jüngsten Betriebserweiterung. Rund neun Millionen Euro investiert der Spezialchemie-Konzern in die Erweiterung des Zinkoxid-Betriebes seines Geschäftsbereichs Rhein Chemie. Eine dritte Produktionsstraße sowie ein rund 300 Quadratmeter großes Betriebsgebäude mit Bürotrakt sollen entstehen. Aktuell laufen die Bauarbeiten. Die Fertigstellung des Ausbaus ist für Herbst 2018 geplant.

Das Zinkoxid aus Krefeld ist ein ganz besonderes und zeichnet sich gegenüber dem herkömmlichen dadurch aus, dass es eine größere Oberfläche besitze. Mit dieser Qualität ist es ein wichtiges Verarbeitungsmittel in der Reifenindustrie. Wegen seiner antiseptischen Wirkung findet es auch Verwendung in der Pharma- und Kosmetikindustrie. Darüber hinaus zeichnet es eine ausgezeichnete Schutzwirkung gegen UV-Strahlen aus und wird deshalb für Sonnenschutzmittel und Hautcremes eingesetzt. Dabei ist Zinkoxid ph-neutral und hautfreundlich. Wegen derselben Eigenschaften schützt es auch in Lacken vor Verwitterung und sorgt für Farbechtheit bei Nutzung im Außenbereich.

Der Geschäftsbereich Rhein Chemie beschäftigt etwa 1000 Mitarbeiter und betreibt zwölf Werke in acht Ländern. Die rund 1200 Kunden kommen aus 120 Ländern. "Wir haben sehr viele unterschiedliche Produkte für sehr viele Kunden", informierte Lumpe. Zu den 2000 Produkten zählen so genannte Kautschuk-Additive und Farb-Additive aus organischen Stoffen. Letztere werden in Leverkusen hergestellt. Die Farbpigmente aus anorganischen Stoffen hingegen entstehen in Uerdingen, wo der Geschäftsbereich auch seinen Hauptsitz hat. Jährlich entstehen 280.000 Tonnen Eisenoxidpigmente in den Farben Gelb, Schwarz und Rot. Seit 1928 gehören auch grüne Pigmente aus Chromoxid zum Sortiment. Mit insgesamt rund 1800 Mitarbeitern ist Lanxess der größte Arbeitgeber im Chempark Krefeld-Uerdingen. Im vergangenen Jahr feierte das Unternehmen das 50-jährige Bestehen des Hexanoxidation-Betriebs am Standort. Seit nunmehr einem halben Jahrhundert wird hier Keton-Alkohol-Öl (KA-Öl), ein Gemisch aus Cyclohexanon und Cyclohexanol, für die interne Weiterverarbeitung hergestellt. Am Ende der Produktionskette entstehen daraus unter anderem Hochleistungskunststoffe, die beispielsweise in der Autoindustrie zum Einsatz kommen.

Lanxess-Hochleistungskunststoffe der Marken Durethan und Pocan werden unter anderem in der Automobilindustrie eingesetzt. Im vergangenen Juli produzierte der Konzern in Krefeld die fünfmillionste Tonne seiner Kunststoffe seit Inbetriebnahme vor nunmehr 64 Jahren. Und die Produktion wächst weiter: Für den Ausbau seiner Kapazitäten hat das Unternehmen in 2017 rund sieben Millionen Euro in Uerdingen investiert.

Kunststoffe von Lanxess tragen beispielsweise dazu bei, dass in einem Fahrzeug Metalle durch Kunststofflösungen ersetzt werden können. Dadurch kann erheblich Gewicht eingespart werden. Darüber hinaus werden die Kunststoffe auch in den Bereichen Elektrik/Elektronik, im Bauwesen sowie in Sport- und Freizeitprodukten eingesetzt. Kunststoffe der Marken Durethan und Pocan halten erheblichen mechanischen Belastungen stand und überzeugen durch eine hohe Zuverlässigkeit im Dauereinsatz.

Ob im Anstrich des Pariser Eiffelturms, im roten Asphalt vor dem Londoner Buckingham Palast oder in zahlreichen Produkten des täglichen Lebens - rund um den Globus kommen die Pigmente von Lanxess zum Einsatz. Nun verschönern sie auch Krefelder Wände und Schulhöfe.

Bereits im September 2017 meldete Lanxess, seine Bildungsinitiative auch in Krefeld und Umgebung fortzusetzen. Der Spezialchemie-Konzern förderte hier insgesamt zwölf Bildungseinrichtungen mit rund 37.500 Euro. Und mit der Initiative "Besser Lernen" sollen durch Farbgestaltung oder andere Maßnahmen das Lernumfeld und die Jugendbetreuung verbessert werden.

Quelle: RP
 
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