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Krefeld
Lastenrad statt Lkw: Handwerk wirbt für E-Bike-Technik im Betrieb

Krefeld: Lastenrad statt Lkw: Handwerk wirbt für E-Bike-Technik im Betrieb
Marc Peters (l.) von der Kreishandwerkerschaft legt einen Flachbildschirm in die mit Schaumstoff gepolsterte Transportbox. Stefan Klinkhammer hilft ihm dabei. FOTO: Lammertz Thomas
Krefeld. Der erste Krefelder Handwerksbetrieb nutzt ein Spezialrad als 85-Kilogramm-Transporter. Von Bärbel Kleinelsen

Was passt besser zu einem Elektro-Betrieb als E-Bike und Elektro-Auto? "Das ist richtig. Erstaunlicherweise haben aber kaum Handwerksbetriebe in Krefeld Interesse an umweltfreundlichen Fahrzeugen", sagt Geschäftsführer Marc Peters von der Kreishandwerkerschaft Niederrhein. Umso mehr freut er sich über einen Vorreiter. Stefan Klinkhammer ist 38 Jahre alt und Inhaber von zwei Technik-Fachgeschäften, eins davon ist Technikpartner Rinsch an der Maybachstraße in Oppum. Ab sofort sind Klinkhammer und seine neun Mitarbeiter nicht mehr nur mit dem Auto unterwegs, sondern nutzen auch ein Lasten-E-Bike. "Rinsch ist nach Kenntnis der Kreishandwerkerschaft der einzige Betrieb in Krefeld, der ein solches Lastenrad nutzt", erklärt Peters.

Das Bike glänzt in edlem Schwarz und hat einen großen, verschließbaren Transportkoffer, der vorne am Rad angebracht ist. Er fasst ein Volumen von 240 Litern und kann bis zu 85 Kilo Last transportieren. Dank Motor ist das Rad trotz seines Leergewichts von 45 Kilo leicht zu bewegen. Auf der höchsten Stufe ist ein Fahren fast ohne Kraftanstrengung möglich. "Bei 25 Stundenkilometern Geschwindigkeit ist aber Schluss. Dann schaltet sich der Motor automatisch ab, und der Fahrer kann nur noch mit Muskelkraft eine höhere Geschwindigkeit erreichen. Was aber schwer ist", weiß der Informationstechniker-Meister und Betriebswirt aus eigener Erfahrung.

Flott unterwegs ist Handwerksunternehmer Stefan Klinkhammer auf seinem Lasten-E-Bike. Das 5000 Euro teure Rad hat vorne eine Box, die mit bis zu 85 Kilo beladen werden kann. Für sein Geschäft "Technikpartner Rinsch" in Oppum schafft sich der Chef nun auch noch ein Elektro-Auto an. FOTO: Thomas Lammertz

Zwei, drei Probefahrten hat der Chef gebraucht, bis er das 5000 Euro teure Gefährt mit dem verlängerten Radstand sicher steuern konnte. Besonders das Lenken war am Anfang ungewohnt. Inzwischen flitzt Klinkhammer routiniert durch die engen Straßen am Oppumer Bahnhof und sagt: "Wir sind der typische Nahversorger. Die meisten Kunden wohnen in der Nähe."

Auch seine Mitarbeiter hatten bereits Gelegenheit, das Lasten-Rad auszuprobieren. "Es muss ja nicht jeder nutzen, und es ist auch nicht in allen Fällen einsetzbar. Aber wer beispielsweise zu Aufträgen im Dienstleistungsbereich rausfährt, der spart sich mit dem Rad die Parkplatzsuche, tankt frische Luft, hat etwas Bewegung und schont auch noch die Umwelt", zählt der 38-Jährige einige Vorteile auf. Drei der neun Mitarbeiter wollen künftig häufiger aufs Rad umsteigen.

100 Kilometer weit kommt das Lasten-Rad, bevor es an die Steckdose muss. "Das reicht für einen Tag vollkommen. Wir rechnen mit 30 Kilometern am Tag." Nachts soll das Bike dann "aufgetankt" werden, um morgens wieder einsatzbereit zu sein. "Sollten tatsächlich Fahrverbote für Innenstädte erlassen werden, dürften die Lasten-E-Bikes richtig ins Rollen kommen", vermutet der Handwerksunternehmer. Schon jetzt hat er einen weiteren Vorteil des neuen Dienstfahrzeuges entdeckt: Es fällt auf. "Ich bin schon oft bei meinen Probefahrten auf das Rad angesprochen worden."

Marc Peters hofft auf viele Nachahmer. "Das ist eine innovative Maßnahme, die nicht nur gut für die Umwelt ist, sondern auch Vorbildcharakter hat." Für Klinkhammer sind umweltfreundliche Fahrzeuge gerade im Handwerk gut einsetzbar. Deswegen holt er kommende Woche noch ein Elektro-Auto ab.

Quelle: RP
 
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