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Krefeld
Lehman jazzt auf der Burg

Krefeld: Lehman jazzt auf der Burg
Das Steve Lehman Trio bestreitet das Finale beim Jazz- Festival auf Burg Linn: (von links: Damion Reid, Steve Lehman und Matt Brewer. FOTO: Willie Davis
Krefeld. Beim 31. Festival "Jazz an einem Sommer-abend" fährt der Jazz-Klub hochkarätige Musiker auf. Hauptact ist das Steve Lehman Trio aus den USA. Von Petra Diederichs

Krefeld ist auf der Deutschlandkarte des Jazz seit vielen Jahren als Veranstaltungsort von besonderer Qualität gekennzeichnet. Aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland pilgern Fans zum traditionellen Festival "Jazz an einem Sommerabend". Am Samstag, 22. August, steht der Vorhof der Burg Linn wieder im Mittelpunkt des internationalen Jazzgeschehens: Der Krefelder Jazzklub hat als Hauptakteur für die Freilichtbühne das New Yorker Steve Lehman Trio verpflichtet. Aber nicht nur aus dem Mutterland des Jazz kommen die Musiker an diesem Abend - auch aus Deutschland, Norwegen und Schweden. Und es wird auch wieder eine Weltpremiere geben.

"Der Zuschauerbereich ist wieder mit einem Zeltdach ausgestattet", teilen die Veranstalter mit. Das hält einige Regentropfen ab. Bei wirklich schaurigem Wetter muss das Festival in einen Innenraum verlegt werden. Das war aber bisher erst einmal notwendig.

Das Programm beginnt um 18.30 Uhr. Das Steven Lehman Trio bildet das klangliche Finale. Der Saxofonist und Komponist Lehman ist 1978 in Brooklyn geboren und gilt als eine der Schlüsselfiguren im Jazz, wenn es darum geht, musikalische Innovation und Veränderung zu bewirken. 2014 erhielt er den mit 275 000 Dollar dotierten Doris Duke Artist Award. Bei musikalischen Experimenten hebelt er Genregrenzen aus. Seine Kompositionen für großes Orchester und Kammerensembles werden in den USA regelmäßig aufgeführt. Seine CD "Mise en Abîme" ist in Amerika als Jazz-Album des Jahres 2014 gefeiert worden. Spektrale Musik und Jazzimprovisationen waren auch Thema seiner Doktorarbeit.

In Krefeld wird Steve Lehman begleitet von Matt Brewer am Bass und Damion Reid am Schlagzeug. "Das ist zweifellos eine der derzeit besten Jazz-Rhythmusgruppen weltweit", findet Günter Holthoff vom Jazzklub.

Zwei weitere Trios werden auf der Burg auftreten: Aus Norwegen kommt der Teufelsgeiger Ola Kvernberg, der mit dem Bassisten Steinar Raknes und dem Drummer Erik Nylander anreist. Für dieses Trio entschied sich der Jazzklub nach seinem umjubelten Auftritt im Jazzkeller. Kvernberg war auch neben Joshua Redman der herausragende Solist beim hochkarätigen und gefeierten Konzert mit dem Trondheim Jazz Orchestra vor zwei Jahren im Stadttheater.

Das Trio Slavin/Eldh/Lillinger ist der Opener des Konzertabends (ab 18.30 Uhr). Wanja Slavin (Saxofon), Petter Eldh (Bass) und Christian Lillinger (Schlagzeug) werden oft als die Lyriker im Jazz beschrieben. Sie glauben fest daran, dass die Welt eine bessere wird, wenn alle den Fortschritt in allen Bereichen des Lebens feiern. Sie wollen eine Alternative zum Mainstream-Klang bieten. Als Stargast haben sie sich für den Auftritt in Krefeld den US-Trompeter Ralph Alessi eingeladen. Der gemeinsame Auftritt ist eine Weltpremiere.

Der 52-jährige Alessi zählt zur Avantgarde des Jazz. Seit 1991 arbeitet er in New York zusammen mit Uri Cain, Steve Coleman und Ravi Coltrane und wirkt häufig auf deren Alben mit. Er lehrt an der Jazz-Fakultät der New York University und ist Direktor der von ihm gegründeten Schule für improvisierte Musik in Brooklyn.

Quelle: RP
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