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Krefeld
Linner Pflaster ist in desolatem Zustand

Krefeld: Linner Pflaster ist in desolatem Zustand
Das Kopfsteinpflaster ist ein prägender Teil des historischen Kerns von Linn. Doch an manchen Stellen fehlt das Fugenmaterial zwischen den Steinen. FOTO: TL
Krefeld. Eine fachmännische Reparatur der betroffenen Stellen mit neuem Fugenmaterial kostet rund 30.000 Euro. Von Joachim Niessen

In die Diskussion um lockere Pflastersteine im historischen Kern von Linn kommt Bewegung. In der jüngsten Sitzung des Bauausschusses räumte Tiefbauamtsleiter Hartmut Könner ein, dass es dort mehrere schadhafte Bereiche gibt, die beseitigt werden müssten: "Eine fachmännische Reparatur dieser Stellen würde rund 30.000 Euro kosten", sagt Könner und ergänzte, "wir sprechen hier nicht von einer Kompletterneuerung."

FOTO: Lammertz, Thomas (lamm)

Auslöser für die Diskussion ums lockere Pflaster ist ein entsprechender Antrag, den die FDP-Fraktion eingereicht hat. Sie hat sich auch darüber Gedanken gemacht, ob für eine eventuelle "Grundsanierung" der Straßen Landesmittel im Rahmen des Denkmalschutzes zur Verfügung stehen könnten.

Danach führen in Linn Baumängel bei den Pflaster- und Plattenarbeiten, insbesondere auf der Rheinbabenstraße, in der jüngsten Zeit zu häufigen Reparatureinsätzen wegen Absackungen oder Anhebungen des Steinmaterials. Die Konsequenz: Durch das in größeren Bereichen nicht mehr vorhandene Fugenmaterial lockern sich die Pflastersteine, was durch eine Straßennutzung durch Lkw oder Müllfahrzeuge - vor allem beim Ein- und Ausfahren in die Nebenstraßen - noch verstärkt wird. "Mit Beginn der Vegetationsperiode füllen sich die ausgewaschenen Fugen, in denen sich zwischenzeitlich Straßenstaub abgelagert hat, mit einer Gras- und Kräuterflora, die dann mehrmals im Jahr mit einem entsprechenden Aufwand beseitigt werden muss", so FDP-Ratsherr Paul Hoffmann. "Diese Vegetation ersetzt keinesfalls das fehlende Fugenmaterial." Manche Stellen seien bereits in einem desolaten Zustand.

Dem musste auch Könner beipflichten: "Pflastersteine sind als Straßengrund sehr empfindlich", erklärte der Tiefbauamtschef. Vor allem Lkw aber auch schwere Geländewagen würden dem Pflaster zu schaffen machen. "Die Räder eines Geländewagens lassen sich beim Einparken oder Rangieren dank der Servolenkung quasi auf der Stelle bewegen. Damit drehen sich die Pflastersteine aus dem Straßenbett heraus."

Noch mehr als die schweren Pkw wird das Pflaster durch Lkw strapaziert. "Es ist unglaublich", so Baudezernent Martin Linne, "ein 40-Tonner belastet beim normalen Überfahren eine Straße in dem selben Maß wie 40.000 Pkw." Und auch in einem weiteren Punkt müssen sich Politik, Verwaltung und Bürger immer wieder neu entscheiden: "Wenn man ein historisches Pflaster will, dann hat man eine schönere Optik, aber auch mehr Lärm durch die höheren Abrollgeräusche", sagte der Beigeordnete. Einig war sich die Politik, dass in Linn kurzfristig etwas geschehen muss. Geklärt ist allerdings noch nicht, aus welchem Etatposten die Maßnahme finanziert werden soll. Ratsherr Daniel John drängte allerdings in jedem Fall auf einen zügigen Baubeginn: "Es geht hier um substanzerhaltende Maßnahmen", so der Grünen-Politiker. Jede Verzögerung erhöhe am Ende nur die Kosten.

Quelle: RP
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