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Heimat in Krefeld
Linner Schützen putzen Heimatbrunnen

Heimat in Krefeld: Linner Schützen putzen Heimatbrunnen
Wasser marsch am Heimatbrunnen: Die Königsgrenadiere reinigen - mal in ganz anderer Uniform und mit Hochdruckreiniger und Schrubber - den Heimatbrunnen an der Rheinbabenstraße. Gestiftet wurden Brunnen und Platz einst von der Arbeitsgemeinschaft Flachsmarkt. FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Seit 27 Jahren sorgen die Königsgrenadiere des Linner Schützenvereins von 1388 dafür, dass der Brunnen an der Rheinbabenstraße in voller Schönheit glänzt. Der Heimatbrunnen stellt die Historie des Stadtteils dar.

Die Schützenkompanie der Linner Königsgrenadiere hat 1989 die Verantwortung für den Linner Heimatbrunnen übernommen. So treffen sich die Königsgrenadiere einmal im Jahr - wie jetzt am Samstag - ohne ihre eleganten Uniformen - dafür mit Hochdruckreiniger, Farbe, Pinsel und Werkzeug, um den Brunnen und den kleinen Platz für den Winter vorzubereiten.

Nach dem Sommer müssen Metall und Steine gereinigt, die Bänke gewartet und kleinere Ausbesserungen durchgeführt werden. Nur durch diese regelmäßige Wartung und Pflege erstrahlen der Platz und der Brunnen in voller Schönheit. Im aktuellen Pokemon-Fieber wird der Brunnen auch als Pokemon-Arena genutzt, und es kommt dort täglich zu virtuellen Kämpfen zwischen den realen Besuchern des Brunnens.

Der Linner Heimatbrunnen wurde 1984 zusammen mit dem Platz vor dem Stadtgraben an der Rheinbabenstraße neu gestaltet. Es entstanden eine Stützmauer, Grünanlagen und ein hübscher Platz mit Sitzgelegenheiten, die die Bürger und Besucher Linns zum Verweilen einladen. Brunnen und Vorplatz wurden vom Verein der Arbeitsgemeinschaft Flachsmarkt gestiftet.

Die Idee war, dass der Brunnen den Linner Bürgern und den zahlreichen Besuchern des Burgstädtchens die Linner Geschichte anschaulich machen soll. Zu diesem Zweck sind auf dem Brunnen verschiedene historische Gegebenheiten Linns dargestellt.

Die Darstellungen beginnen bei der Bataverschlacht 69 n. Chr. und gehen dann in die Zeit der Franken über. Viele fränkische Grabbeigaben können im Linner Museum besichtigt werden.

Auch die Verleihung der Stadtrechte 1315 wird am Brunnen dargestellt, sowie die schöne Gräfin Mechthild von Kleve, die um 1370 auf Burg Linn residierte. Ein weiteres Relief erinnert an die wichtige Rolle, die die Schützen des Stadtteils seit der Gründung des ersten Schützenvereins in Linn im Jahre 1388 spielten.

Ebenso finden sich der Brand der Burg Linn im Jahre 1704 und die Brandenburgische Besatzung in Linn auf dem Brunnen wieder. Verewigt wurde außerdem die Flachs-ernte und -verarbeitung. Es sind Tätigkeiten, die für Linn charakteristisch waren und zur Gründung des Flachsmarktes führten, der hier - vor seiner Wiedereinführung als Handwerkermarkt - bis 1903 hier abgehalten wurde. Neben diesen Darstellungen zeigt der Brunnen verschiedene Linner Siegel aus der Vergangenheit: Das der Schöffen zu Linn aus der Mitte des 14. Jahrhunderts hat in der Mitte ein zweigeteiltes Schild mit dem halben klevischen Wappen und einem Löwen. Darüber hinaus ist das Siegel einer Urkunde von 1397 - ebenfalls ein Schöffensiegel - zu sehen; es ist durch zwei gekreuzte Schlüssel charakterisiert. Beim Siegel von 1591 umschließt die Schrift - Siegel der Stadt Linn - einen Turm und drei Kreuze im Wappenfeld, und das Siegel des Linner Schwertgerichts, vermutlich aus dem 18. Jahrhundert, zeigt im Mittelfeld die Waage, darüber ein Schwert und eine Krone.

Quelle: RP
 
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