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Krefeld
Lkw zwingt Bus am Ostwall zur Vollbremsung: zehn Verletzte

Krefeld. Der Schock war groß - gestern Morgen kurz vor neun Uhr in der Buslinie 60 in Höhe der Haltestelle Nordwall. Zahlreiche Fahrgäste, vorwiegend Kinder, konnten sich im Wagen nicht mehr festhalten oder wurden gegen die Vordersitze geschleudert. Menschen fielen übereinander und wurden leicht verletzt. Was war passiert? Von Joachim Niessen

Das ermittelte anschließend die Polizei: Das tonnenschwere Fahrzeug fuhr auf dem Busstreifen des Ostwalls in Richtung Nordwall. In der selben Richtung war ein 21-jähriger Mann aus Brüggen mit seinem Lkw unterwegs. An der Rheinstraße bog der 21-Jährige nach rechts ab und bremste dabei den Bus aus. Das zwang den Fahrer zu einer Vollbremsung. In dem Wagen der Linie 60 purzelten die Menschen durcheinander, laut Polizei gerieten "die Fahrgäste ins Schleudern".

Für die Einsatzkräfte lief sofort ein Notfallplan ab. Polizei und Rettungswagen waren in Minuten vor Ort. "Ja, es gab Verletzte", sagte Polizeisprecherin Melanie Paeßens. Doch schnell war klar, dass die Opfer noch einmal Glück im Unglück hatten. Paeßens: "Niemand war schwer verletzt. Keiner musste ins Krankenhaus." Zehn Personen wurden in einem Rettungswagen behandelt. Die Einsatzkräfte sprachen später von "zahlreichen Prellungen und leichteren Blessuren".

Erleichterung machte sich auch bei den Polizisten breit, die sofort den nächsten Schritt im festen Ablaufplan in Angriff nahmen. "Gerade wenn Kinder und Jugendliche beteiligt sind, ist es wichtig, dass diese sich nicht einfach vom Unfallort entfernen", erklärt die Polizeisprecherin. Für die Kollegen beginnt Routine- aber vor allem Einzelarbeit. Eltern, Lehrer oder Verwandte werden gesucht, die die Kinder an der Unfallstelle abholen. Paeßens: "Wir sind bemüht, für jedes der jugendlichen Unfallopfer zügig eine Begleitperson zu finden."

Hier arbeitet die heutige Mobilfunk-Zeit den Beamten natürlich in die Hände. Die meisten haben ein Smartphone, wenn sie nicht selbst telefonieren wollen oder können, helfen die Beamten. "In diesem Fall waren alle Unfall-Personen ansprechbar, das erleichtert den Job."

Während die Kinder im Minutentakt ihren Betreuern übergeben werden, verrichtet die Polizei Alltagsarbeit. Der Unfall wird auf genommen, der Lkw-Fahrer - der sofort angehalten hatte - wird befragt, seine Personalien werden notiert. "Wir haben die Lage dokumentiert, zur Schuldfrage können wir abschließend noch nichts sagen", so Paeßens.

Gegen 9.30 Uhr hat sich die Verkehrssituation am Ostwall wieder normalisiert. Der Rettungswagen und ein Einsatzfahrzeug der Polizei sorgten bei manchem Passanten auf dem Weg in die Innenstadt für neugierige Blicke. Doch zu schauen war nichts mehr. "Unser Busfahrer ist zum Glück unverletzt geblieben, das Fahrzeug war unbeschädigt", so Dorothee Winkmann, Pressesprecherin der SWK. Der Wagen der Linie 60 habe seine vorgeschriebene Tour mit Verspätung fortsetzen können. Und auch der 21-jährige Lastwagenfahrer aus Brüggen durfte seine Fahrt wieder aufnehmen. Kurz nach 10 Uhr waren am Unfallort von dem Geschehen nur noch ein paar Striche auf der Fahrbahn zu sehen.

Quelle: RP
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