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Krefeld
Lofts mit Industrie-Charme im Hinterhof

Luxusloft statt Abrissbirne
Luxusloft statt Abrissbirne FOTO: Lammertz Thomas
Krefeld. Die Krefelder Bauunternehmer Christian Latsch und Thomas Pies haben in eine ehemalige Krawatten-Weberei im Samtweberviertel investiert und den eigentlich schon zum Abriss freigegebenen Bau in hippe Lofts umgebaut. Von Carola Puvogel

Loft mit Industrie-Charme statt Abrissbirne: Die Krefelder Bauunternehmer Christian Latsch und Thomas Pies haben einer alten Krawatten-Weberei im Samtweberviertel neues Leben eingehaucht. Nach rund einjähriger Umbauzeit sind im Hinterhof-Anbau eines Hauses an der Corneliusstraße zwei Loft-Wohnungen und ein Atelier entstanden.

Ein Liebhaberobjekt mit "Wow-Effekt": 3,80 Meter hohe Decken, riesige Fensterflächen, Metallträger aus Industriestahl und sichtbar gemachte Klinkerwände im Innenbereich lassen an Vorzeige-Objekte aus Hochglanz-Wohnmagazinen denken. Die rund 100 Quadratmeter große Loft-Wohnung im Erdgeschoss öffnet sich mit Flügeltüren auf den Innenhof, der mit zwei weiteren spektakulären Details aufwartet: Einem riesigen Wintergarten, der mit Glasfronten zu einem weiteren Wohnraum im Garten und Blickfang zugleich werden soll. Und mit den großen, original Metall-Fenstern in der begrenzenden Mauer, die dem innenliegenden Grundstück Weite geben. Ein Wasserspiel und Kieselsteine statt Rasenfläche verleihen dem Ensemble einen Hauch von Zen-Chic.

"Beim Umbau wurde akzeptiert, was da ist", sagt Architekt Marc Zimmer. Erhalten statt Abreißen sei das Grundprinzip gewesen: "Das ist kein Massenwohnbau, es ging um Qualität, nicht Rendite." Schon bei der ersten Besichtigung war bei den beiden Bauunternehmer-Bauherren der Funke übergesprungen. "Wir haben ein gutes, kreatives Vorstellungsvermögen", sagt Christian Latsch. "Die Immobilie ist ein stilles Refugium mitten in der Stadt." Eine Idylle im Quartier, die durch die boomende Alte Samtweberei neue Magnetkraft gewonnen hat. "Man muss natürlich Mieter finden, die das wertschätzen", sagt Thomas Pies. Das Erdgeschoss hat solche Mieter bereits gefunden, die Wohnung im ersten Stock ist noch frei. Im angrenzenden Atelier, rund 100 Quadratmeter groß, das nicht für Wohnzwecke zugelassen ist, könnte ein "stilles Gewerbe", wie Latsch es nennt, heimisch werden, sei aber in Kombination mit der Wohnung auch als "Wohnen und Arbeiten-Ensemble" geeignet. Die neuen Bewohner haben außerdem Blick auf den Turm der Josefkirche und, wenn der Wind günstig steht, den Duft von frisch gebackenen Plätzchen aus der Keksfabrik Gruyters.

Die Corneliusstraße ist nicht der erste Altbau, den Latsch und Pies umgebaut haben. Neben ihren Kundenaufträgen erwerben die Geschäftspartner, die sich seit mehr als 40 Jahren kennen und tatsächlich schon im Sandkasten erste gemeinsame Projekte verwirklicht haben, immer mal wieder Altbauten und setzen sie instand. "Wir investieren privat in Häuser, die man schönmachen kann, ausschließlich Altbau", sagt Thomas Pies.

Quelle: RP
 
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