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Krefeld
Majid siegt bei "Got To Dance" - und dankt seiner Heimat

Krefelder Majid gewinnt "Got to Dance"
Krefelder Majid gewinnt "Got to Dance" FOTO: dpa, hka
Krefeld. 100.000 Euro für Majid Kessab! Der Krefelder Architekturstudent hat das Finale der Tanzshow "Got To Dance" gewonnen. Gestern hat er sich auf seiner Facebook-Seite anrührend bei seiner Heimatstadt Krefeld bedankt. In der Choreographie für seinen Auftritt gedachte er auch seiner kurdischen Wurzeln im Irak. Von Rebecca Onkelbach

Er kann es noch gar nicht fassen: Majid "Magilla" Kessab hat sich im spektakulären Finale der Castingshow "Got To Dance" gegen elf starke Gegner durchgesetzt. "Ich bin sprachlos und hab es immer noch nicht zu 100 Prozent realisiert", teilte er gestern morgen über seine Facebook-Seite seinen Fans mit. Besonders liegt ihm neben Familie und Freunden seine Heimatstadt Krefeld am Herzen - Folgendes schrieb er: "Jetzt komm' ich zu einer kleinen Stadt die ca. 240.000 Einwohner hat. Eine Stadt die keiner kennt, außer man erwähnt Düsseldorf, eine Stadt mit Herz und Loyalität. Krefeld, meine Stadt, da, wo ich tanzen gelernt habe, da, wo aus Majid, dem kleinen Tänzer von der Modenschau, der Majid 'Magilla' Kessab wurde. Ich danke euch aus tiefstem Herzen, gestern habe ich bzw. hat ganz Deutschland gesehen, was wir drauf haben, zusammen."

Majids Familie stammt aus dem Irak; er war drei Jahre alt, als er nach Krefeld kam. Seine ersten öffentlichen Auftritte hatte er im Rahmen der Krefelder Straßenmodenschau. Dabei wollte er zunächst gar nicht tanzen; er kam durch seine Schwester dazu - sie hat sein Talent erkannt und ihn gedrängt, diese Spur weiterzuverfolgen. Mit Erfolg.

Dass er das Publikum zu begeistern versteht, machte ihn letztlich zum Sieger bei "Got To Dance": Durch ihre zahlreichen Anrufe haben seine Fans den 20-Jährigen zum Gewinner von 100.000 Euro Preisgeld, einem Peugeot 108 und dem Titel des "besten Dance-Acts Deutschlands" verholfen. Für den jungen Krefelder ist dieser Sieg nicht der erste, aber der bedeutsamste seiner bisherigen Karriere. Während seine Auftritte bei Tanzwettbewerben wie der "Juste Debout"-Weltmeisterschaft 2014 wenig öffentliches Interesse erhielten, waren am Donnerstagabend millionen Augenpaare auf ihn gerichtet.

"Es hat sich viel verändert", sagte Majid bereits vor seinem Sieg. Das Interesse an seiner Person sei groß geworden. Dennoch steht der Vorsatz, sich selbst treu zu bleiben, für den gebürtigen Kurden an oberster Stelle. "Ich hab' mein Ding gemacht. Ich bin mir treu geblieben und habe die Leute nur durch mein Tanzen überzeugt. Das bedeutet mir sehr viel", sagt er.

Wie er in früheren Gesprächen angekündigt hatte, bestand auch die Performance, durch die er im Finale das Publikum überzeugt hat, größtenteils aus Freestyle-Elementen. Majid hat bei der Choreographie aber auch Bezüge zu seiner Herkunft eingebaut.

Das Lied, das zu Beginn seiner Performance einsetzt, stammt aus seiner irakischen Heimat. "Es ist eigentlich ein traditionelles Lied. Ich habe es mithilfe meines DJ's verändert und selbst produziert. Es heißt 'Allstar Majid'", erklärt der Krefelder. Er wolle mit diesem Lied seine Verbundenheit mit seinen Wurzeln ausdrücken. "Ich bin stolz auf meine Herkunft."

Ein weiteres persönliches Element des Auftrittes waren die Masken, die es zunächst unmöglich machten, Kessab zwischen den Background-Tänzern auszumachen. "Das war ein Gag von meinen zwei besten Freunden. Nachdem die beiden und meine Familie während der Battles die Masken getragen hatten, kam ich auf die Idee, sie in meinen Auftritt einzubauen", sagt er.

Die Masken haben sich inzwischen unter Majid Kessabs Fans durchgesetzt: Bei Facebook, Instagram und auch während der Finalshow waren etliche begeisterte Jugendliche mit diesem besonderen Accessoire zu sehen.

Die größte Unterstützung erfährt Majid aus seiner Heimatstadt Krefeld. Er sagt selbst: "Hier kann ich ich selbst sein. Man kennt sich, hier habe ich Freunde gefunden, die mich seit mehr als zehn Jahren unterstützen." In andere, größere Städte würde Majid nie ziehen wollen. "Niemals dauerhaft. Hier in Krefeld habe ich meine Familie, meine Tanzschule, hier habe ich tanzen gelernt", betont er. In Zukunft will Majid Kessab viel reisen und neue Ziele angehen. Nach der Siegesfeier bei "Got To Dance" in Köln konnte er noch ein paar entspannte Stunden bei seiner Familie in Krefeld genießen, bevor er abends in den Flieger steigt, um zu seinem nächsten Projekt zu fliegen. Dazu will er zunächst nicht viel verraten: "Man wird auch in Zukunft noch mehr von mir sehen. Allerdings werde ich mich nicht nur aufs Tanzen beschränken - ich will zeigen, dass Majid noch einiges mehr draufhat."

Quelle: RP
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