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Krefeld
Mann nach Bombendrohung gefasst

Fotos: Bombenalarm in Postfiliale in Krefeld
Fotos: Bombenalarm in Postfiliale in Krefeld FOTO: Lammertz, Thomas
Krefeld. Ein 45-jähriger Mann hat am Mittwoch mit der Behauptung, in der Postbank am Hansa-Centrum sei ein verdächtiger Gegenstand, einen stundenlangen Großeinsatz der Polizei ausgelöst. Die Hintergründe sind unklar. Von Jochen Lenzen und Jens Voss

Die Polizei hat den Briefschreiber am Mittwoch gegen 13.45 Uhr in einer Wohnung am Deutschen Ring festgenommen. Er ist einschlägig bei der Polizei bekannt. Die Staatsanwaltschaft prüft, ob er in Haft kommt. Über sein Motiv verlautete nichts; unklar ist damit auch, ob mit dem Schreiben eine Erpressung der Postbank verbunden war.

Mittwoch gegen 10.25 Uhr war bei der Polizei ein anonymer schriftlicher Hinweis eingegangen, wonach im Postbank-Finanzcenter am Hansa-Centrum ein gefährlicher Gegenstand liege. Die Polizei sperrte daraufhin den Bereich großräumig ab und leitete den Verkehr um.

Sofort bildeten sich Menschentrauben vor den rot-weißen Flatterbändern in der Fußgängerzone Neusser Straße, an der Ecke Lewerentz- und Gladbacher Straße sowie an der Hansastraße in Höhe Petersstraße. Sämtliche, meist türkische Geschäfte im Gefahrenbereich wurden evakuiert. Auch der Eingang zum Hansa-Center Neusser Straße wurde geschlossen. Gegen 12.50 Uhr erweiterte die Polizei die Absperrung in südwestlicher Richtung bis zur Straße Am Hauptbahnhof. Straßenbahnen und Busse konnten aber bis auf die Buslinie 058 ungehindert verkehren.

Gegen 12.45 Uhr rückten die Beamten mit Sprengstoff-Spürhunden an, die die Einsatzleitung um Stefan Straetmans angefordert hatte. Abwechselnd suchten die Beamten mit den drei Hunden stundenlang das Postgebäude ab. Um 14.54 Uhr kam dann die Entwarnung: Keine Bombe, kein gefährlicher Gegenstand in dem Gebäude. Rund 80 Sicherheitskräfte sind im Einsatz gewesen.

Dem Mann drohen nun Gefängnis und Regressforderungen des Staates. Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft auf Anfrage erläuterte, wird der Mann mindestens wegen "Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung einer Straftat" zu beschuldigen sein. Diese Straftat wird mit bis zu drei Jahren Haft oder einer Geldstrafe belegt. Ob auf den Mann auch Regressforderungen zukommen, ist unklar. "Wenn, dann geht das richtig ins Geld", erklärte der Staatsanwalt.

Als am Morgen die Alarmglocken schrillten, war auch über einen rechtsradikalen Hintergrund spekuliert worden; in dem Viertel leben viele Migranten.

Quelle: RP
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