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Krefeld
Marienschule hilft seit 30 Jahren in Peru

Krefeld: Marienschule hilft seit 30 Jahren in Peru
Theresa Woithe mit ihren Schülern an der Partnerschule, dem 1952 von Ursulinen gegründeten Colegio San José, in der peruanischen Hauptstadt Lima. FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Die Gymnasiasten schicken den Erlös aus ihrem wöchentlichen Kuchenverkauf an ihre Partnerschule in Lima. Theresa Woithe hat 2014 an der Marienschule ihr Abitur gemacht, war ein Jahr an der Partnerschule tätig und berichtet über ihre Eindrücke. Von Lena Bender

Der Kuchenverkauf jeden Mittwoch in der Marienschule ist Kult. Mit den Erlösen unterstützt das Gymnasium seine peruanische Partnerschule San José in Lima. Jetzt feiern die beiden Ursulinenschulen 30-jährige Partnerschaft.

Hilfe zur Selbsthilfe - das ist das Motto, unter dem die Marienschule das Colegio San José mit Sitz im Stadtteil San Miguel unterstützt. "Wir wollen die Eltern der Schüler in Peru integrieren, so dass sie lernen, sich und ihre Kinder selbst zu versorgen", erklärt Luisa Maria Blümke, Spanischlehrerin und Verantwortliche für das Projekt. Sie selbst ist Peruanerin und betreut die Partnerschaft seit sechs Jahren. Jedes Jahr reist sie nach Lima, um den direkten Kontakt mit der Schule aufrechtzuerhalten. Genau wie die Marienschule ist auch San José eine Ursulinenschule und wurde 1952 von den Schwestern gegründet. Bis heute unterstützen die Nonnen die Schule, die sich aus einem Kindergarten und einer Grundschule zusammensetzt.

Mit der Kuchenaktion, bei der jede Klasse abwechselnd Kuchen backt und verkauft, kann die Marienschule jeden Monat etwa 200 Euro sammeln und nach Peru schicken. Dort wird es in erster Linie in das Frühstück, eine warme Mahlzeit und in die medizinische Versorgung der Schüler gesteckt, denn die Stadt übernimmt diese Kosten nicht.

Aber Luisa Maria Blümke sagt, dass es nicht nur um die Spenden geht. "Die Schwestern an der Schule in Peru integrieren die Eltern in die Arbeit. Alle zusammen müssen putzen, renovieren und sich beteiligen." Außerdem können die Eltern auch selbst etwas lernen, zum Beispiel Kochen und Nähen. Allerdings kann aufgrund von begrenzter Kapazität nicht jeder Bewerber in die Schule aufgenommen werden. Die Lehrer und die Nonnen machen Hausbesuche, um festzustellen, wie sehr die Kinder Unterstützung brauchen.

Es geht aber auch um direkte Hilfe vor Ort. Theresa Woithe war selbst Schülerin der Marienschule und hat 2014 ihr Abitur gemacht. Sie will Lehrerin werden und war deshalb ein Jahr an der Partnerschule in Peru, wo sie als Freiwillige vormittags im Kindergarten geholfen und nachmittags Englisch in der Grundschule unterrichtet hat. "Dort ist alles ganz anders als in Deutschland. Die Kinder sind dankbar, zur Schule gehen zu dürfen, weil das ein sicherer Ort für sie ist, an dem sie unterstützt werden und sich wohlfühlen", berichtet die 21-Jährige. Für viele Kinder ist die Schule der erste Ort, an dem sie sich waschen, die Zähne putzen können und vernünftige Kleidung bekommen. Theresa Woithe war nach dem Jahr noch zweimal an der Schule in Lima. "Die Erfahrung mit den Kindern lässt einen nicht mehr los", sagt sie.

Gründungsmitglied der Partnerschaft ist Klaus Neuenhofer, der Leiter der Marienschule. Damals war er Verbindungslehrer der Schülervertretung. "Vor 30 Jahren war ein Kollege in Lima und berichtete von den schrecklichen Umständen. Nach kurzem Beraten war klar: Wir wollen den Kindern dort helfen", erzählt er. Da die Transportkosten hoch sind, einigte man sich auf Geldspenden. Zu dem Kuchenverkauf kommen Aktionen wie ein Flohmarkt, aus dessen Erlösen bereits eine große Renovierungsaktion in der Schule durchgeführt werden konnte.

Lima ist mit 8,8 Millionen Einwohnern die Hauptstadt von Peru. Als bedeutendstes Wirtschafts- und Kulturzentrum und wichtigster Verkehrsknotenpunkt des Andenstaats wächst die Einwohnerzahl beständig. Aus diesem Grund fehlt es an Platz in der Stadt, und so leben zwei Drittel der Bevölkerung in Elendsvierteln am Stadtrand. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf lag 2015 bei etwa 5000 Euro. In Deutschland liegt dieser Wert bei rund 37.000 Euro pro Kopf.

Quelle: RP
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