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Krefeld
Mediothek investiert 10.000 Euro in neue Medien für Flüchtlinge

Krefeld. Die Mediothek Krefeld hat bislang insgesamt 10.000 Euro in den Ausbau des Medienbestands für Asylsuchende investiert, größtenteils finanziert aus Mitteln des Landes Nordrhein-Westfalen. Die Nachfrage nach Materialien zum Spracherwerb ist gewaltig. Bereits 2015 reagierte die Mediothek auf den Zuzug von Flüchtlingen und nahm erstmals arabische und persische Literatur in ihren Bestand auf. Im letzten Quartal des Jahres 2016 bot das Land NRW dann die Möglichkeit, Landesmittel zur Beschaffung von Medien für Geflüchtete zu beantragen. Durch dieses Programm hat die Mediothek zu ihrem Eigenanteil von 2000 Euro weitere 8000 Euro Zuschuss erhalten. Diese Mittel wurden bis Ende Februar 2017 bereits voll verausgabt.

Angeschafft wurden beispielsweise Materialien zur Unterstützung der Sprachkurse, Wörterbücher, Literatur in Herkunftssprachen oder sogenannte leichte Lektüren. "Damit wollen wir den Asylsuchenden eine Starthilfe für ihr Leben in Deutschland bieten", sagt Evelyn Buchholtz (Mediothekleiterin). In Absprache mit dem Flüchtlingskoordinator Hansgeorg Rehbein wurden zusätzlich gezielte Angebote zur Unterstützung des ehrenamtlichen Engagements zusammengestellt. Dazu zählen unter anderem zwei Medienboxen, die neben den Materialien zum Spracherwerb auch Reise- und Erlebnisberichte beinhalten, sowie Ratgeber für Ausbildung/Beruf und auf Deutschland bezogene Spiele. Ausleihen können Interessierte diese Boxen aufgrund einer Sonderregelung sogar für acht Wochen, statt der üblichen 28 Tage. Außerdem bestehe für Ehrenamtler die Möglichkeit, sich für sechs Monate kostenfrei in der Mediothek anzumelden, um die neuen Angebote zu testen.

Um auch die Arbeit an Schulen unterstützen zu können, gibt es zudem drei Klassensätze zum Thema Deutsch als Zweitsprache (DaZ), die so beliebt sind, dass sie per Warteliste weitergegeben werden. Denn vor allem das Vermitteln von Fachinhalten an Schüler, die noch kein Deutsch sprechen, stelle eine große Schwierigkeit dar. "Zu Beginn der Flüchtlingswelle sind viele Schulen auf uns zugekommen und haben händeringend nach Material gesucht, das erst noch produziert werden musste", berichtet Buchholtz.

Um die Angebote der Mediothek bei Flüchtlingen bekannter zu machen, wurden in den Unterkünften mehrsprachige Flyer mit wichtigen Infos verteilt und Führungen durch die Räumlichkeiten vorgenommen. Außerdem wurden durch eine Spende 800 Bildwörterbücher angeschafft, die sich Asylsuchende kostenfrei in der Mediothek abholen konnten. Ebenfalls attraktiv sei das freie WLAN in der Mediothek.

(jus)
 
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