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Krefeld
Mehr Unfälle - weniger Verletzte in 2015

Krefeld: Mehr Unfälle - weniger Verletzte in 2015
Die Zahl der Unfälle auf Krefelds Straßen hat zugenommen. Bisweilen ist auch die Polizei selbst betroffen. Insgesamt fällt die Bilanz für 2015 besser aus als in den Vorjahren. FOTO: Nein
Krefeld. Polizeipräsident Rainer Furth und Karl-Josef Klauer, Leiter der Direktion Verkehr, stellten gestern im Präsidium am Nordwall die Verkehrsunfallbilanz 2015 vor. Krefeld zeigt in mehreren Kategorien Bestwerte für Nordrhein-Westfalen. Von Norbert Stirken

Noch nie gab es weniger Personen, die im Krefelder Straßenverkehr verunglückt sind, als im vergangenen Jahr. Die Zahl 844 in den Akten bedeutet Minusrekord seit Einführung der Statistik 1953 bei insgesamt gestiegenen Unfallzahlen. 5916 meldepflichtige Unfälle stehen für 2015 zu Buche. Karl-Josef Klauer, Leiter der Direktion Verkehr, deutet die Tendenz als Ergebnis polizeilicher Aufklärung und Überwachung. Polizeipräsident Rainer Furth und Klauer stellten die Auswertung der Verkehrsunfallzahlen gestern im Präsidium am Nordwall vor.

Vor allem bei der Zahl der leicht Verletzten ist ein deutlicher Rückgang von 809 in 2014 auf 708 in 2015 zu bemerken. Die Zahlen bei den tödlich Verunglückten und den schwer Verletzten hingegen sind nahezu konstant: Sieben Menschen starben in den zurückliegenden zwölf Monaten im Straßenverkehr (2014: neun). Kinder waren nicht darunter. Zwei Radfahrer starben an den Folgen ihrer Stürze ohne Fremdbeteiligung. Ein älterer Herr war mit einem Reifen in die Schienen der Straßenbahn geraten und zu Fall gekommen, ein weiterer Radfahrer hatte bei seiner Fahrt über den Bürgersteig mit dem Lenker ein Verkehrsschild touchiert und gestürzt. Im Forstwald fiel der Sozius vom Motorrad und schlug gegen einen Baumstamm am Fahrbahnrand. Der Fahrzeugführer hatte laut Polizei sein Motorrad abrupt beschleunigt und die Geschwindigkeitsbeschränkung wesentlich überschritten. 121 Männer, Frauen und Kinder mussten zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus, um dort mindestens einen Tag zu verweilen. In die Auswertung fließen diese Verunglückten als schwer Verletzte ein.

Zweiradfahrer und Fußgänger sind im Straßenverkehr besonders gefährdet. Klauer unterstreicht dies durch zwei Zahlen. Lässt man die Mitfahrer in Autos außer Acht und betrachtet nur die Fahrzeuglenker, dann ist die Zahl der Verunglückten bei den Radfahrern mit 261 bereits höher als die der Autofahrer mit 228. "Das ist übrigens nach Bochum das zweitbeste Ergebnis für ganz Nordrhein-Westfalen", erklärte Furth. In einer anderen Rubrik weist Krefeld sogar die beste Zahl im ganzen Land auf. "In Krefeld wird nicht gerast", betonte Klauer. Der Anteil der Raser an den Hauptunfallursachen betrage in Krefeld lediglich vier Prozent. Für die Unfälle, bei denen es Verletzte gab, beträgt der Anteil sogar nur drei Prozent. "Die Todsünden im Krefelder Straßenverkehr sind andere", sagt Klauer. Besonders gefährlich wird es für Männer, Frauen und Kinder, wenn Verkehrsteilnehmer unvorsichtig oder verbotswidrig abbiegen und wenden. Direkt dahinter folgt das Missachten der Vorfahrt. Beide Kategorien zusammen machen 61 Prozent der Ursachen für die Unfälle mit Verletzten aus.

Einen Schwerpunkt will die Polizei in diesem und den kommenden Jahren darauf legen, die hohe Zahl der Unfallflüchtigen einzudämmen. "Das ist eine echte Sauerei", beklagt Klauer. 1573 Unfälle mit Sachschäden und einem flüchtigen Verursacher stehen in den Verkehrsakten der Polizei - ein Rekordstand in den zurückliegenden fünf Jahren.

Die Polizei ahndete im vergangenen Jahr rund 20.000 Ordnungswidrigkeiten und viele Straftaten.

Quelle: RP
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