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Zum Tage
Mein Lebenssinn

Krefeld. Gregor der Große wird um das Jahr 540 in Rom geboren. Mit nur 30 Jahren wird er Stadtpräfekt und damit höchster Beamter in der Zivilregierung Roms. Er ist erfolgreich. Aber dieses Leben erfüllt ihn nicht. Er sehnt sich nach Stille und Betrachtung. Er wird Mönch.

Im Jahr 590 wird Rom durch eine verheerende Flut des Tiber heimgesucht. Der folgt die Pest, an der auch Papst Pelagius II. stirbt. Sie wählen Gregor zu seinem Nachfolger. Der zögert, tritt aber dann mit Energie und Können in sein Amt ein. Dank seines politischen Geschicks schafft er Stabilität und Frieden. Es gelingt ihm, die Kurie und die Verwaltungsmaschinerie der Kirche zu reformieren. Kirchliche Güter werden auf ihre Wirtschaftlichkeit geprüft, ihre Verwaltung verbessert. Die gewonnenen Einkünfte gehen in caritative Hilfen, etwa für die zahllosen Asylanten. Bei all dieser Aktivität scheint ihm seine eigentliche Berufung zu schwinden - der Ruf in die Stille. Er klagt: Jetzt kann sich mein Geist nicht mehr völlig gesammelt auf sich selbst besinnen. Da sind Angelegenheiten der Kirche, der Klöster; da ist das Leben einzelner Menschen, die andringende Kriegsmacht, die Sorge um das Vermögen, damit die Mittel nicht ausgehen für die, denen es geschuldet wird. Gregor steht im Konflikt um das, was seine Bestimmung ist.

Als Jesus die Jünger hinweist auf das, was sein Weg ist, ein Weg auch des Leidens, hält ihn Petrus zurück. Da wird Jesus zornig und weist Petrus zurecht: Weg mit Dir, Satan.

Jesus erkennt, was sein Weg ist. Jesus weiß, er muss dem folgen. Es gibt in jedem Leben immer den Konflikt zwischen dem, was wir wollen und dem, was uns eigentlich aufgetragen ist: der eigentliche Sinn meines Ich.

PFARRER CHRISTOPH ZETTNER, PFARRER IN ST. NIKOLAUS

Quelle: RP
 
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