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Krefeld
Meisterliche Majoretten

Krefeld. Das 1. Krefelder Majorettencorps war bei der Meisterschaft im Baton Twirling sehr erfolgreich. Wir nehmen das zum Anlass, diese Sportart zwischen Brauchtum und Akrobatik vorzustellen. Von Marie Huppert

Stäbe fliegen in die Luft und werden nach einigen Drehungen gekonnt wieder aufgefangen, Musik und Kinderlachen schallen aus der kleinen Halle. Hier im Freizeitzentrum Süd an der Kölnerstraße, etwas versteckt in einer kleinen Sackgasse liegend, trainieren jede Woche rund 40 Mädchen und Frauen. Ihre Leidenschaft - der Twirling Tanzsport. Ursprünglich kommt die Sportart aus den USA, wird dort zum Teil sogar als Schulfach unterrichtet. Bei uns ist sie am ehesten aus dem Karneval bekannt. Es geht darum, den "Button" - so nennt sich der Stab, der so lang sein muss wie der Unterarm der Tänzerin, möglichst kunstvoll hochzuwerfen und ihn wieder aufzufangen. Je nach Schwierigkeitsgrad werden dazwischen Turnübungen wie ein Radschlag oder eine Rolle eingefügt. Das erfordert einiges an Koordination, Gelenkigkeit und Konzentration. "Ich habe früher Ballett, Jazz und Hip-Hop getanzt. Das wurde mir aber irgendwann zu langweilig", erzählt Junna Koch, "hier gibt es immer wieder neue Herausforderungen." Beim Majorettenkorps wird, im Gegensatz zum herkömmlichen Twirling, das Augenmerk auf den Tanz gelegt. So werden bei Wettbewerben unter anderem Haltung, Tanz, Choreografie und der Gesamteindruck bewertet. Junna Koch ist mitterweile 23 Jahre alt und hat mit ihrer Duo-Partnerin Anja Werth schon viele Preise geholt. 2014 und 2015 sind die beiden bei den Senioren Deutsche Meisterinnen geworden. Angefangen haben sie mit 12, beziehungsweise 16 Jahren. Im Vergleich zu vielen Anderen relativ spät; die heute siebenjährige Samira hatte mit drei Jahren das erste Mal einen Baton in der Hand. "Unsere Mitglieder sind zwischen fünf und 35 Jahre alt", erklärt Nicole Lüttges-Hoster. Sie ist Trainerin und erste Vorsitzende des Vereins. "Generell ist es ein Sport, den jeder - auch Jungen - ausüben kann. Man sollte jedoch nicht zu jung sein, weil sonst die nötige Koordination fehlt." Mit um die fünf Trainern werden die einzelnen Gruppen montags und dienstags trainiert. Dazu kommen immer noch ein paar "Senioren", die besonders bei der Mini-Gruppe für etwas Ruhe und Ordnung sorgen. Generell wirkt es fast so, als wäre der Verein eine große Familie - jeder kennt sich, man trifft sich und hat Spaß miteinander.

Anlässlich des 40. Geburtstages des Vereins findet dieses Jahr außerdem ein Herbstfest statt. Am 9. Oktober können Interessierte den Verein in der Pfarre St. Antonius hautnah erleben. Lüttges-Hoster betont: "Wer Lust hat, kann einfach montags ab 18 Uhr oder mittwochs ab 18.30 Uhr bei unserem Training vorbeischauen. Neue Mitglieder sind bei uns immer herzlich willkommen."

Quelle: RP
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