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Krefeld
Mensa-Test: Expertin kritisiert Schüler-Mahlzeiten

Schulessen in der Kritik: Die Test-Ergebnisse
Schulessen in der Kritik: Die Test-Ergebnisse FOTO: Thomas Lammertz
Was kriegen Schüler an Krefelds Gymnasien mittags auf den Tisch? Eine Ernährungswissenschaftlerin hat den Jugendlichen auf den Teller geschaut. Und einiges gefunden, was verbessert werden könnte. Von Sven Durgunlar

Immer mehr Eltern legen Wert darauf, dass ihre Kinder in der Schule gesundes Essen auf den Tisch bekommen. "Wir erhalten viele Eltern-Anfragen, die das Mensa-Essen betreffen”, sagt Horst Obdenbusch, Schulleiter am Krefelder Gymnasium Fabritianum. Darauf will die Schule nun reagieren: Die Schulleitung will künftig die Schulküche zertifizieren lassen.

Ein anderes Krefelder Gymnasium erhält bereits Essen mit dem Gütesiegel der Hochschule Niederrhein. Die Schüler des Fichte-Gymnasiums bestellen ihr Mittagessen im Internet beim Kempener Caterer Sauels, der das Siegel der "AG Schulverpflegung” besitzt. Die Prüfer sind dem Fachbereich Oecotrophologie an der Hochschule Niederrhein angegliedert und zeichnen bundesweit Schulen und Caterer für gesunde Schul-Verpflegung aus. Das Siegel besitzt für Sauels nach Aussage von Unternehmenssprecher Oliver König große Bedeutung.

Wegen des Ausbaus des Ganztagsunterrichts an den Krefelder Gymnasien befindet sich die Schulmensa-Landschaft momentan im Umbruch. Viele Mensen werden umgebaut oder müssen in den nächsten Jahren vergrößert werden, wenn wegen des verstärkten Nachmittagsunterrichts die Zahl der jugendlichen Mensagäste steigt.

Doch trotz aller Bemühungen sind nicht überall Eltern und Schulleitung mit dem Essen zufrieden. "Wir überlegen, den Caterer zu wechseln”, sagt Harald Rosendahl, Schulleiter am Arndt-Gymnasium.

Denn nicht jedes Gymnasium kann es sich leisten, eine eigene Küche zu bewirtschaften. Lediglich das Fabritianum und das Moltke-Gymasium verzichten auf Catering und bieten ihren Schülern frisch gekochtes Essen aus der eigenen Schulküche an. Um den Schülern eine gesunde und ausgewogene Ernährung zu ermöglichen, plädiert Ernährungswissenschaftlerin Ute Rademacher dafür, mehr Obst und frisches Gemüse anzubieten. "Rohkost essen Kinder lieber als gekochtes Gemüse”, sagt Rademacher. Salat Beilagen stehen zwar als Extra-Portionen oftmals auf den Speiseplänen, bei den abgebildeten Mahlzeiten unseres Mensa-Tests fehlten sie allerdings ausnahmslos.

Die Ernährungswissenschaftlerin gehört zu dem Prüferteam, das das Schulmensa-Zertifikat an der Hochschule Niederrhein vergeben. Das Argument, dass viele Kinder Pizza und Pasta gesundem Gemüse den Vorzug geben würden, sei nicht statthaft. "Man kann auch gesunde Pizza backen.”

 
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