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Krefeld
Gelleper kritisieren Hafenverkehr

Menschen aus Krefeld Gellep-Stratum kritisieren Hafenverkehr
Die neue Hafenringstraße ist in Gellep-Stratum Stein des Anstoßes: Bürger kritisieren Mängel im Detail und befürchten eine starke Zunahme des Schwerlastverkehrs. FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. In Gellep-Stratum befürchtet man durch neue Hafenansiedlungen eine enorme Verkehrsbelastung. Von Otmar Sprothen

Bei seiner Begrüßung der etwa 100 Bürger aus Gellep-Stratum, die der Einladung des Bürgervereins zu einer Informationsveranstaltung mit den Hafengeschäftsführern Elisabeth Leenen und Sascha Odermatt über die jüngste Entwicklung des Rheinhafens im Tagungssaal von St. Andreas gefolgt waren, hatte Bürgervereinsvorsitzender Gregor Roosen noch Mut zugesprochen: "Trauen Sie sich, hier etwas zu fragen." Diesen Zuspruch brauchten die Angesprochenen nicht, um ihre Befürchtungen gegenüber einer unkontrollierten Zunahme des Logistik-Verkehrs vorzutragen.

400 neue Arbeitsplätze kommen durch die Ansiedlung des Schweizer Logistik-Unternehmens VGG Handels AG, den Düsseldorfer Holzimporteur Brockmann und das Zentrallager der Baumarkt-Kette Bauhaus am südlichen Hafenbecken hinzu.

Allein die VGG soll 17 Lkw-Bewegungen pro Stunde bewirken. Die Hälfte davon seien "Scheinbewegungen", die nur auf der Bataverstraße zwischen Containerbrücke und Zielbetrieb stattfänden, beschwichtigte Odermatt erste kritische Anmerkungen. Gemeinsam errechnete man insgesamt 29.000 Lkw-Bewegungen im Jahr für den gesamten Hafenbereich. Außerdem, so Odermatt, führen die Lkw nur auf Anforderung in den Hafen ein. Rückstaus oder der lästige Suchverkehr würden so vermieden.

Dies sei so nicht richtig, beschwerten sich Anwohner von Kastellweg und Legionsstraße. Immer wieder würden dort Lkw teilweise über Tage hinweg unter widrigsten hygienischen Umständen auf ihre Anforderung warten. Man einigte sich auf intensivere Kontrollen parkender Lkw. Dem Vorschlag, die Container direkt auf dem Schiff zum Lagerort am Wendebecken zu befördern, steht die unter Denkmalschutz stehende Hafendrehbrücke im Wege. Dieses Nadelöhr hat wenig Freunde unter den Gellep-Stratumern. "Da braucht nur mal ein größerer Verband hineinzukrachen, dann muss neu gebaut werden", stellte ein Besucher unter allgemeinem Beifall in den Raum.

Immer wieder wurden der mangelnde Schallschutz des neuen Hafenrings gegenüber der Wohnbebauung und die wachsende Feinstaubbelastung durch den Logistik-Verkehr kritisiert. 19 Überschreitungen des EU-Grenzwertes seien bis jetzt gemessen worden, informierte BV-Vorstand Kurt Hartwich. Der Herbst würde weitere bringen. Bis zu 35 seien erlaubt. Der Uerdinger Ratsherr Ulrich Lohmar (CDU) konnte die Wogen glätten: "Ich werde eine Sitzung mit Umweltamtsleiter Helmut Döpcke beantragen. Auf dieser Sitzung werden wir die offenen Fragen klären und Sie anschließend informieren."

Quelle: RP
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