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Krefeld
Messer Industriegase feiern 120-Jähriges

Krefeld: Messer Industriegase feiern 120-Jähriges
Als elektrisches Licht und Gasglühlicht die Acetylenbeleuchtung verdrängten, konzentrierte Firmengründer Adolf Messer sich auf die Produktion von Geräten zum autogenen Schweißen und Schneiden. FOTO: MG
Krefeld. Die Erfolgsgeschichte des Industriegasproduzenten Messer wird zu einem großen Teil in Krefeld geschrieben. Am Gahlingspfad sitzt unter anderem die Ideenschmiede des Unternehmens, das weltweit rund 1,5 Milliarden Euro umsetzt. Die Firmengeschichte ist spannend. Stefan Messer hat das Unternehmen kurz vor der Pleite gerettet und als erfolgreicher Global Player neu aufgestellt. Von Norbert Stirken

Seit genau 120 Jahren erzeugt und liefert die Messer Gruppe Industriegase. Das Unternehmen hat seit seiner Gründung 1898 turbulente Zeiten hinter sich. Der Enkel des Unternehmensgründers, Stefan Messer, brachte den 1999 vor der Pleite stehenden Gasproduzenten zu alter Größe zurück und überführte ihn wieder in Familienbesitz. "Ich habe an das Geschäft geglaubt, und deshalb war es meine Entscheidung, als Familie beteiligt zu bleiben", sagte Stefan Messer. Dafür riskierte Messer viel - mit dem Verkauf der wichtigsten Landesteile der Gruppe, USA, Großbritannien und Deutschland, konnte er Finanzinvestoren auszahlen, die 2001 die Beteiligung des früheren Anteilseigners Hoechst übernahmen. Für seinen unermüdlichen Einsatz gegen viele interne und externe Widerstände wurde ihm unter anderem der Preis als "Bester familieninterner Nachfolger" verliehen.

In diesem Jahr feiert die von Stefan Messer geführte Unternehmensgruppe, dazu gehören unter anderem der Krefelder Industriegasespezialist Messer Group und die in Groß-Umstadt ansässige Messer Cutting Systems GmbH ihr Jubiläum zum 120-jährige Bestehen. Gegründet wurde das Unternehmen 1898 von Adolf Messer. Er beschäftigte damals vier Arbeiter und einen Angestellten in seiner Werkstatt für die Herstellung von Acetylenentwicklern in Frankfurt-Höchst.

Heute ist Messer ein Firmenverbund in hundertprozentigem Familienbesitz mit rund 8600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weltweit. Mit chronologischen Posts bei Facebook und Twitter erzählt das Unternehmen in diesem Jahr jede Woche einen Teil seiner "Messer-Story". Vor allem aber profitieren im Jubiläumsjahr die Mitarbeiter durch viele verschiedene Maßnahmen, bei denen gemeinsame sportliche Aktivitäten im Vordergrund stehen - eine Mitarbeiterolympiade und ein weltweiter Schrittzähler-Wettbewerb sind nur zwei davon.

Der Bau von Luftzerlegungsanlagen wurde schon vor dem Ersten Weltkrieg das zweite Standbein der Firma Messer. FOTO: Messer Group

Im Jahr 1898 begann Adolf Messer mit der Herstellung von Acetylenbeleuchtungsanlagen und Acetylenentwicklern. Als elektrisches Licht und Gasglühlicht Anfang des 20. Jahrhunderts die Acetylenbeleuchtung verdrängten, konzentrierte er sich ausschließlich auf die Produktion von Geräten zum autogenen Schweißen und Schneiden. Neben der Autogentechnik wurden Luftzerlegungsanlagen zum zweiten Standbein: Seine erste Luftzerlegungsanlage nahm Adolf Messer 1910 in Madrid persönlich in Betrieb. Unter dem Gründersohn Hans Messer schloss sich 1965 die Adolf Messer GmbH mit Teilen der Knapsack-Griesheim AG zur Messer Griesheim GmbH zusammen. In den darauf folgenden Jahren wuchs das Unternehmen in Europa und Nordamerika. 1993 zog sich Hans Messer aus dem aktiven Geschäft zurück und übergab die Unternehmensführung an einen familienfremden Manager. Nach einem waghalsigen Expansionskurs und drohendem Firmenkollaps wurde 1998 schließlich Stefan Messer, Enkel des Gründers, Geschäftsführer. Ein Glücksgriff, ohne den es heute das Jubiläum kaum gäbe.

Quelle: RP
 
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