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Krefeld
Metall- und Elektroberufe im Truck erleben

Krefeld. Mit neuen Info-Trucks macht die Metall- und Elektroindustrie an Schulen auf ihre Ausbildungsmöglichkeiten aufmerksam. In NRW bietet sie allein 37.000 Ausbildungsstellen an. Von Otmar Sprothen

Groß und kantig steht der in Metallfarben gehaltene mächtige Doppelstöcker vor dem Siemens-Verwaltungsgebäude, den die Unternehmerschaft Metall- und Elektroindustrie Niederrhein und Siemens in Uerdingen erstmals vorstellte. "Deine Chance in der Metall- und Elektroindustrie" prangt auf der Außenfassade, vor der eine mit zwei Doppeltüren ausgestattete Violetta zum Besuch der insgesamt 80 Quadratmeter Präsentationsfläche einlädt. Im Inneren haben sich Schülerinnen und Schüler einer neunten Klasse der Ter-Mer-Realschule verteilt.

Bis zu 30 Schüler können erlebnisorientiert auf der unteren Etage unter Anleitung des Ingenieurs Klaus Bräu experimentieren. Denis und Niclos versuchen nach vorgegebenen Aufgaben an einem Steckerbrett geeignete Steckersysteme zuzuordnen. Zeitgleich führen bis zu 15 Schüler auf der oberen Etage an einem großen Panorama-Monitor mit Touch-Screen-Technik planspielähnliche Versuche etwa zur Physik von Kranbewegungen oder dem komplexen Zusammenspiel der Abteilungen eines Industriewerkes durch, wobei der Diplom-Pädagoge Michael Bretthauer den Schülern mit Rat und Tat zur Seite steht.

Die deutschen Verbände der Metall- und Elektroindustrie (M+E) werden bis 2017 zehn dieser weit über eine Million Euro teuren Informationstrucks durch Deutschland fahren lassen. Diese lösen die bisherigen Infomobil-Gelenkbusse ab, die seit 25 Jahren auf Schulhöfen und Ausbildungsmessen für die Branche geworben hatten. "Die M+E-Industrie ist eine wichtige Ausbildungsbranche", erklärt Hartmut Schmitz, Hauptgeschäftsführer der Unternehmerschaft Niederrhein. "Von den 60 Elektro-Betrieben unseres Verbandsgebietes beginnen die kleinen und mittleren über die schwierige Ausbildungssituation zu stöhnen. Die großen können noch besetzen." Deutschlandweit konnten 2014 zehn Prozent der M+E-Ausbildungsstellen nicht besetzt werden. "Wir müssen uns in der Summe mehr anstrengen", sagt Harald Gerlach, Mitglied der Siemens-Personalleitung und bei der Unternehmerschaft für die M+E-Branche zuständig. "Hier im Westen gelingt uns das, im Osten bleiben Ausbildungsplätze offen."

155 der 2350 Krefelder Siemens-Arbeitsplätze sind Ausbildungsstellen. "Die Anforderungen sind gewachsen", erklärt Gerlach. "Die Entwicklung von der Duewag zu Siemens spiegelt den Wandel von den alten Schlosserberufen zu den heutigen High-Tech-Berufen wider." Die Initiative der Unternehmerschaft kommt zur rechten Zeit. 2015 ist das erste Jahr, in dem mehr Studenten als Auszubildende gezählt werden. So werden die M+E-Unternehmen ihre Bemühungen verstärken, Mädchen und Studienabbrecher für eine duale Ausbildung in ihrem Bereich zu gewinnen und sich auch stärker für leistungsschwächere Schüler zu öffnen.

Quelle: RP
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