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Krefeld
"Meyer, Meyer"-Rufe bei der SPD

Krefeld. Die SPD zeigt sich siegessicher und feiert Frank Meyer als Wahlsieger. In einem bewegenden Moment dankt Meyer dem Fraktionschef Ulrich Hahnen. Von Sebastian Peters

Um 18.52 Uhr scheint auch der SPD-Kandidat Frank Meyer sicher zu sein, dass er Sieger des Wahlabends ist. Da reicht ihm Genosse Wilfried Bovenkerk in der Parteizentrale der Krefelder Sozialdemokratie am Südwall ein Altbier, Meyer lehnt zwar erst ab, nimmt es dann aber doch und prostet an - so trinken Sieger aus. Allzu tief will er dann aber nicht mehr ins Glas schauen. Am Wahlmorgen noch war er mit Schüttelfrost aufgewacht, leicht erkrankt.

Wer gestern zuversichtliche Menschen treffen wollte, musste in die SPD-Zentrale gehen: Am Ende 44,96 Prozent, immer wieder "Meyer Meyer"-Rufe. Dabei hatten manche Sozialdemokraten sogar auf absolute Mehrheit im ersten Wahlgang gehofft. Im Vorfeld hatte die SPD-Führung deshalb auf die Bremse drücken müssen.

Gegen 19.30 Uhr sind alle Stimmbezirke bis auf einen letzten in Fischeln ausgezählt. Die SPD vertreibt sich das Warten bei Döner und Bier damit, immer wieder die Einzelergebnisse in ihren Hochburgen einzublenden: Stahldorf, Dießem, Süd - dort wohnt das rote Krefeld. Es gibt aber auch Überraschungen: Selbst im Bezirk Bockum-Kirche, wo CDU-Kandidat Vermeulen im Kirchenvorstand von St. Christophorus sitzt, landet Frank Meyer vor dem CDU-Mann. Es ist gleichzeitig auch der Wahlkreis des SPD-Fraktionschefs Ulrich Hahnen. "Uli, Uli"-Rufe werden laut. Die SPD feiert ihren Fraktionschef, der am Freitag aus dem Krankenhaus entlassen worden war und unbedingt am Wahlabend dabei sein wollte. Meyer dankt ihm für seine "Verdienste um den ausgeglichenen Haushalt". Wieder lauter Jubel, "Uli Uli"-Rufe. Hahnen, sichtlich bewegt, wischt sich Tränen aus dem Gesicht.

Die SPD im Siegestaumel: "Ein geiler Wahlerfolg", sagt der stellvertretende SPD-Vorsitzende Benedikt Winzen zu Meyer. Der SPD-Kandidat will nun darauf setzen, die Stimmen der Grünen zu gewinnen. Er habe Schnittmengen mit Hansen, sagt Meyer gestern unserer Redaktion. Und in seiner Rede an die Genossen schwört er die Mannschaft auf die kommenden Tage ein: "Eines ist deutlich geworden, Krefeld hat den Wechsel gewählt. Wir haben noch nichts gewonnen, aber es ist ein fantastisches Ergebnis. Das hätte ich mir in meinen kühnsten Träumen nicht gedacht. Ich war mir auch nicht sicher. Die gute Stimmung an den Ständen wusste ich nicht einzuordnen. Es zeigt aber, dass die Menschen die Nase voll haben von einer Politik, die immer nur in eine Richtung geht, die immer nur eine Gruppe von Menschen in dieser Stadt bevorzugt. Die Menschen wollen eine Politik haben, wo mit ihnen gesprochen wird, nicht über sie. Heute Abend lassen wir es richtig krachen, ab morgen werden die Ärmel hochgekrempelt. Die Botschaft an alle Krefelderinnen und Krefelder lautet: und jetzt alle."

Quelle: RP
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