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KR wie Krefeld
Meyers Strategie

KR wie Krefeld: Meyers Strategie
Mit 127 von 128 abgegebenen Stimmen wurde Frank Meyer offiziell zum Oberbürgermeisterkandidaten der SPD gekürt. FOTO: TL
Krefeld. Heute wird Frank Meyer offiziell zum Oberbürgermeisterkandidaten der SPD ernannt – die heiße Phase des Wahlkampfes rückt damit immer näher.

Bislang haben sich alle Kandidaten – vor allem die mit den größten Aussichten: Meyer und der CDU-Kandidat Peter Vermeulen – direkte Attacken auf den Mitbewerber verkniffen. Sie führen eher Wahlkampf nach innen, mit Wohlfühlbotschaften an die eigenen Wählerschaft. Das ist strategisch ja auch in Ordnung; so ist Wahlkampf manchmal eben auch.

Es gehört in diese Linie, nicht durch allzu konkrete Vorschläge zum Haushalt aufzufallen. Die Meyer-SPD hat sich bislang daran gehalten. Was die Sozialdemokraten auf ihrer Haushaltspressekonferenz präsentiert haben, war hinreichend unkonkret. Sie zelebrierten einmal mehr das Mantra von den Synergieeffekten und den Strukturveränderungen, die dereinst zu Einsparungen führen werden. Die gute alte Schwäbische-Hausfrau-Methode (weniger ausgeben, mehr einnehmen) wurde als altes Denken abgetan: "Wir sind nicht bereit, über jeden Stock zu springen, den uns Kämmerer Cyprian hinhält", lautet die Parole. Einstweilen macht die SPD lieber Wahlkampf gegen den Kämmerer als gegen Peter Vermeulen.

Und immer noch geht es irgendwie gegen OB Kathstede. Wenn die SPD eine "Renaissance der Stadtteile" ausruft und das damit begründet, dass für die City nun genug getan sei, dann gilt das zwischen den Zeilen dem angeblichen Prestige-Projekt Kathstedes: der Haltestellen-Sanierung am Ostwall. Zur Erinnerung: Beschlossen hat es nicht Kathstede, sondern eine Mehrheit im Rat aus CDU und Grünen.

Ohne dieses "Hau den Kathstede"-Spiel ist der Ruf nach Aufwertung der Stadtteile sinnvoll nur als Wohlfühlbotschaft. Wenn in Krefeld etwas funktioniert, dann sind es die Stadtteile. Die Identifikation ist hoch – auch dann, wenn es Problemzonen gibt. Nein, die City aufzuwerten bleibt die städtebauliche Herausforderung. Womit man wieder beim Haushalt und seiner Sanierung wäre. Aber wie hieß es in der "Feuerzangenbowle": "Dat kriejen 'mer später." Heißt: nach der Wahl. Bis dahin heißt die Strategie der Kandidaten: Kuschlen! 

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