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Krefeld
Millionendeal im Krefelder Glücksspielprozess

Krefeld. Vor fast genau einem Jahr begann in Krefeld die Verhandlung gegen einen mutmaßlichen Betrüger, der Kunden mit möglichen Millionengewinnen beim Glücksspiel köderte. Die laut Anklage rund 270.000 Betrogenen zahlten zwar insgesamt 66 Millionen Euro, nahmen aber an keinem Gewinnspiel teil. Am gestrigen 46. Prozesstag wurde schon längst nicht mehr nur über Schuld oder Unschuld gesprochen. Verteidigung und Staatsanwaltschaft hatten sich im Vorfeld zusammengesetzt und Absprachen über mögliche Höchststrafen getroffen. Eine Freiheitsstrafe von maximal fünfeinhalb Jahren und eine hohe Geldzahlung schien das, womit sich alle Beteiligten arrangieren könnten.

Das erfordert allerdings auch ein volles Geständnis. Unstimmigkeiten gab es vermehrt bei der Höhe der Zahlung. Nachdem der Richter gestern noch einmal den Gang und das Fazit der Verhandlungen öffentlich detailliert bekanntgab, müssen Teile jetzt noch notariell besiegelt werden. Dabei geht es um Geld, auf das der Angeklagte verzichten soll, insgesamt sechs Millionen Euro.

Weil darauf aber auch ein gesondert verfolgter möglicher Mittäter Zugriff hat, musste der erst noch zustimmen. Das hatte er in Anwesenheit eines Anwalts vor einigen Tagen gemacht. Jetzt muss sich die Justiz durch eine notarielle Beglaubigung absichern. Die Urkunden sollen bis zum nächsten Verhandlungstag am kommenden Dienstag vorliegen. Dann kann die Beweisaufnahme geschlossen werden. Ein Urteil ist nicht ausgeschlossen.

(BL)
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