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Krefeld
Ministerpräsidentin unterstützt Meyer

Krefeld. Frank Meyer hatte beim Dialog mit der Wirtschaft prominente Unterstützung. Von Bärbel Kleinelsen

Den Dialog mit der Wirtschaft suchte gestern Frank Meyer, Oberbürgermeisterkandidat der SPD und 1. Bürgermeister von Krefeld. Dazu hatte er bei einem deftigen Mittagsessen mit Bratkartoffeln, Spiegelei und Frikadellen in die Traditionsgaststätte "Gleumes" eingeladen. Prominente Verstärkung kam zudem aus Düsseldorf. Ministerpräsidentin Hannelore Kraft unterstützte Wahlkämpfer Meyer mit saloppen Sprüchen auf ihre gewohnt bodenständige Art. CDU-Kandidat Vermeulen kenne sie aus ihrem Wahlkreis, stellte die SPD-Politikerin klar. "Ich dachte eigentlich, dass er in Mülheim aufgestellt wird. Das ist er nicht. Kein Problem. Jetzt gewinnst eben Du." Frank Meyer gefiel diese positive Wahlprognose sichtlich.

Er hatte zuvor mehrmals betont, dass Krefeld einen Oberbürgermeister brauche, der bereit sei, schwierige Entscheidungen zu treffen, der das Gespräch suche, sei es mit Wirtschaftsvertretern oder Vertretern der Nachbarkommunen, kurz, der Verantwortung übernehme. Meyer selbst, es verwundert nicht, sei bereit, als OB in die Küche zu gehen, dorthin, wo es heiß wird. Auch unpopuläre Gerichte würde er dort zubereiten, so beispielsweise die Erhöhung der Gewerbesteuer.

Hannelore Kraft lobte den "starken Industriestandort Krefeld" und betonte, "wir müssen Betriebe halten und Rahmenbedingungen optimal gestalten." Dazu gehöre auch ein Abbau der Bürokratie und damit kürzere Verwaltungsprozesse. Apropos Stadtverwaltung. Die soll, wenn es nach Meyer geht, deutlich selbstständiger arbeiten. "Ohne wie jetzt mit der Angst, falsche Entscheidungen zu treffen."

Die politischen Reden verfolgten gut 40 Zuhörer, darunter Gewerkschaftsvertreter und Betriebsräte. Und Rentner. "Sonst hätte ich auch mittags keine Zeit gehabt", stellte Manfred Adam, stellvertretender Vorsitzender des Bürgervereins Fischeln, klar und befragte die Politiker nach der Zukunft des Gewerbegebiets Fischeln und des Hafens. Meyer antwortete: "Ja, wir brauchen das interkommunale Gewerbegebiet und ebenso den interkommunalen Hafen." Die Zusammenarbeit in der Region müsse jedoch besser werden. "Wir brauchen eine Art Außenminister." Dem stimmte Ministerpräsidentin Kraft zu: "Die Zeit des Leuchtturmdenkens ist vorbei. Solche Entwicklungen müssen regional abgesprochen werden."

Ein Oberbürgermeister der Zukunft müsse diesen Dialog suchen, er müsse moderieren und dürfe sich nicht im Rathaus verstecken. Und noch ein kleiner Seitenhieb an CDU-Mann Vermeulen: "Da ich wie gesagt den Kandidaten der anderen Partei kenne, weiß ich, wo das Kreuzchen deshalb nicht gemacht werden sollte."

Quelle: RP
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