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Krefeld
Mit dem Trecker-Oldtimer zur Mosel

Krefeld: Mit dem Trecker-Oldtimer zur Mosel
Wolfgang Peters kennt in Forstwald und am gesamten Niederrhein viele Wirtschaftswege, die er mit seinem Trecker samt Anhänger befährt. FOTO: Lammertz
Krefeld. Der Forstwalder Wolfgang Peters hat einen 50 Jahre alten Trecker der Marke McCormick restauriert - und jetzt noch einen passenden Planwagen dazu gebaut. Jetzt will er mit dem Gefährt an die Mosel reisen. Von Carola Puvogel

Wenn Wolfgang Peters mit seinem knallroten "Wolf" in Forstwald unterwegs ist, zieht er alle Blicke auf sich. Immer wieder muss der 64-Jährige anhalten, ein Schwätzchen halten, Fragen beantworten. Spaziergänger schauen dem knatternden Gefährt lächelnd hinterher. Denn Peters' "Wolf" ist ein selbst restaurierter, auf Hochglanz polierter Trecker-Oldtimer der Marke McCormick, Baujahr 1965. Und nicht nur der ist ein Hingucker. Hintendran hängt obendrein ein zum großen Teil selbst gebauter als Planwagen konstruierter Anhänger. Klar, dass darauf Bänke und ein Tisch mit gefrästen Löchern eingebaut wurden, damit die Biergläser nicht umfallen.

Unzählige Stunden an Arbeit hat Wolfgang Peters, pensionierter Schlosser, in die beiden Fahrzeuge gesteckt, bevor jetzt feierlich getauft wurde. Als Überraschung für den Bastler gab es zu diesem Anlass das Namensschild direkt dazu: "Der Forstwald Wolf" steht unter einem grimmig aussehenden Wolfgesicht, das hinten am Planwagen angeschraubt ist. Eine Idee seines Freundes Ulrich Weide. Der flachst gutmütig: "Der grimmige Wolf passt zu Wolfgang, so ist der nämlich auch manchmal."

Der McCormick-Trecker, Baujahr 1965: Wie viele Kilometer er auf dem Buckel hat, ist unklar. Denn bei Treckern werden nur die gefahrenen Stunden gezählt. FOTO: Lammertz, Thomas (lamm)

Peters und Weide treffen sich mit sechs weiteren Herren regelmäßig zum Stammtisch, der nun auch mobil stattfinden kann, zum Beispiel bei einer Fahrt nach Wachtendonk oder zu den Hinsbecker Höhen. "Wolfgang kennt die tollsten Wege und Bauerncafés", schwärmt Ulrich Weide. Bis zu zehn Leute haben auf dem Anhänger Platz. Für Gelegenheiten wie Silberhochzeiten oder kleine Feiern kann im privaten Rahmen bei Wolfgang Peters angefragt werden, ob er Zeit für eine Spritztour hat.

"Ein Freund von mir hatte Traktoren, und ich hatte beim Fahren so viel Spaß, dass ich mir auch einen kaufen wollte", berichtet Peters vom Beginn seiner Trecker-Leidenschaft. Das war im Jahr 2011. In der Eifel fand er schließlich ein passendes Fahrzeug, technisch in gutem Zustand aber sonst "totaler Schrott, ganz schlimm", wie der Bastler berichtet. "Ich habe den McCormick dann in alle Einzelteile zerlegt, entrostet, repariert, lackiert und wieder zusammengebaut." Vier Monate lang dauerte das. Beim TÜV gab es keine Probleme. Was fehlte, war ein passender Anhänger. "Erst habe ich eine kleine Kutsche gekauft, aber da passten nicht genug Passagiere drauf.".

Das Schild mit dem grimmigen Wolfsgesicht ist ein Geschenk von Ulrich Weide, das es zur feierlichen Taufe des Gefährts gab und direkt angeschraubt wurde. FOTO: Lammertz, Thomas (lamm)

Anfang 2015 findet er schließlich im Internet einen Rahmen und eine Achse als Grundlage für den Planwagen. "Alles andere habe ich selbst gebaut; hier und dort haben mir Freunde ausgeholfen, zum Beispiel beim Biegen der Bögen für das Dach. Die Planen, die seitlich hochgerollt werden können, hat ein Sattler angefertigt. "Insgesamt war das ziemlich kostenaufwendig. Und ich habe auch sehr, sehr viele Arbeitsstunden hineingesteckt", berichtet Wolfgang Peters. Sechs Monate hat der Bau gedauert. Jetzt ist endlich Zeit zum Genießen: Das nächste große Ziel des Hobby-Treckerfahrers ist jetzt eine Fahrt an die Mosel - mit Trecker, und allen Stammtischfreunden auf dem Planwagen.

Anfragen für Fahrten mit dem Forstwalder Wolf über das Kontaktformular auf der Homepage des Bürgervereins Forstwald. www.derforstwald.de

Quelle: RP
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