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Krefeld
Mit einem Samurai durch Afrika

Krefeld: Mit einem Samurai durch Afrika
Tobias Köhn (24) nimmt seinen grünen Suzuki Samurai in Kapstadt in Empfang und erkundet Afrika. FOTO: thomas Lammertz
Krefeld. Der Krefelder Tobias Köhn möchte mit einem kleinen vierradgetriebenen Pkw von Südafrika aus Afrika durchqueren Seine Reisefilme stellt er ins Internet. Betrachter der Streams können ihm dann über Facebook neue Ziele vorschlagen. Von Otmar Sprothen

Afrika - frühere Generationen erinnerte der Name an Tarzan und Jane, an Dschungel und Exotik. Heute mischen sich Gedanken an Entführungen, korrupte Alleinherrscher und Flüchtlingszüge darunter.

Nicht so Tobias Köhn. Für ihn steht Afrika für neue Erfahrungen, spektakuläre Landschaften und Begegnungen mit kommunikationsfreudigen Menschen unterschiedlicher Kulturen. Der 24 Jahre alte Elektroniker plant eine Alleinfahrt von Südafrika quer durch den schwarzen Kontinent bis Ägypten, und von dort aus durch den Nahen Osten nach Dubai. "Ich bin ein Wüstenkind. Die Einsamkeit der Wüste fasziniert mich", sagt der junge Abenteurer. Daher führt seine Reiseroute über die Namib und Kalahari-Wüste sowie die Serengeti-Trockensavanne. Ein Abstecher soll in die Republik Kongo führen, wo er sich im Virunga-Nationalpark von den Nationalpark-Rangern zu den letzten Berggorillas Afrikas führen lassen möchte. "Ich kam von der Schule in die Ausbildung und dann in den Beruf", begründet Köhn sein Vorhaben. "Irgendwann wird man nachdenklich und sagt sich: Das kann doch nicht alles sein." Unter vielen möglichen Zielen für seine Abenteuerlust war ihm Afrika das unbekannteste. Das reizte ihn.

Am 25. März verschifft Köhn sein Auto: einen nicht mehr ganz jungen vierradgetriebener Suzuki Samurai, der für unvorhergesehene Übernachtungen mit einem abnehmbaren Dachzelt ausgestattet wurde. Knapp fünf Wochenspäter fliegt Fahrer Köhn nach Kapstadt, um den Wagen dort in Empfang zu nehmen.

Der Geruch des Abenteuers und das Interesse an der Fremde nagt an Köhn, seitdem er für seine Firma in der rumänischen Hauptstadt Bukarest einen Auftrag erledigen musste. Dort lernte Köhn Teilnehmer an der Straßenrallye von München in die tadschikische Hauptstadt Dushanbe kennen. D vermittelten ihm einen Job als Fahrer für das Filmteam des privaten Fernsehsenders Vox vermittelten, das die Rallye begleitete. "Das waren 11.500 Kilometer in drei Wochen", blickt er lächelnd zurück. "Trotz der irrsinnigen Tagesfahrstrecken hatten wir viele Begegnungen mit Einheimischen. Auf dieser Rallye habe ich fließend Zeichensprache gelernt." Fahrerisch fühlt er sich so für sein Afrika-Abenteuer gerüstet. Anfallende Reparaturen kann er weitgehend selber ausführen, da er früher mit seinem Vater Oldtimer restauriert hat. Nach einem Gespräch mit einem Tropenmediziner hat er sich eine kleine Reiseapotheke zusammengestellt; auch die nötigen Impfungen liegen bereits hinter ihm. Die oft komplizierten Visaerteilungen will Köhn vor Ort angehen, um das jeweilige Verfahren zu beschleunigen.

Über ein rechtzeitig eingeleitetes Crowdfunding im Internet finanziert er eine hochwertige Kamera-Ausstattung, die ihn in die Lage versetzt, persönlich gehaltene, aber professionell gestaltete kleine Film-Streams über kleine und große Erlebnisse unterwegs zu drehen. Diese will er über Youtube ins Internet stellen. Betrachter können Köhn über Facebook unterwegs erreichen, ihm ihren Eindruck mitteilen und Vorschläge zum weiteren Reiseverlauf geben. Dadurch bekommt das Afrika-Projekt, dem Köhn den Namen "ACME-Adventurer" gegeben hat, etwas Unvorhergesehenes.

Um nicht die ganze Strecke als einsamer Solist abfahren zu müssen, ist Köhn im Gespräch mit fünf Freunden, die Interesse gezeigt haben, die eine oder andere Etappe mitzufahren.

www.acmeadventure.de.

Quelle: RP
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