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Krefeld
Mobile Halle soll Eissport-Clubs helfen

Krefeld: Mobile Halle soll Eissport-Clubs helfen
Die Idee der Stadt sieht vor, auf dem Boden der Werner-Rittberger-Halle eine mobile Eisfläche einzulassen. Diese wäre zwar nicht für alle Wettbewerbe nutzbar, wohl aber für den Trainingsbetrieb der Krefelder Vereine. FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Die Stadt Krefeld hat den Eissport-betreibenden Vereine eine mögliche Lösung vorgestellt, mit der zusätzliche Einzeiten geschaffen werden können. Innerhalb der Ritterberger-Halle könnte eine mobile Eisfläche installiert werden. Von Oliver Schaulandt

Krefelds Eissport-betreibende Vereine können zwar noch nicht aufatmen, aber zumindest mal kräftig durchschnaufen. In der Problematik um die fehlenden Eiszeiten durch die Schließung der Werner-Rittberger-Halle zeichnet sich eine Lösung ab. Bei der jüngsten Sitzung der Fachschaft Eissport, der Vertreter der Eissportvereine sowie der Stadt angehören, ist den Clubs nun das Modell einer mobilen Eisfläche vorgestellt worden. Dies wäre ein Provisorium, mit dem die Clubs solange leben könnten, bis die Rittberger- und die Rheinlandhalle entweder saniert und neu gebaut werden. Allerdings: Beschlossen ist letztlich noch nichts. Der Plan inklusive der anfallenden Kosten soll nun dem Sportausschuss in dessen nächster Sitzung Anfang Oktober zum Beschluss vorgelegt werden. Anschließend müssen die Kosten in den Haushaltsplan der Stadt für das kommende Jahr aufgenommen werden; letztlich fällt der Rat der Stadt die endgültige Entscheidung für oder gegen das Provisorium. Ziel sei, so hieß es, dass noch in diesem Jahr entschieden werden soll. In 2018 würde dann die Ausschreibung erfolgen. Im Idealfall könnte dann zur übernächsten Eissaison im September 2018 die mobile Eisfläche in Betrieb genommen werden.

Wie berichtet, wird die dringend erforderliche Sanierung der beiden Eishallen an der Westparkstraße, die Rittberger- und die Rheinlandhalle deutlich teurer als bislang gedacht war - so teuer, dass es aus Sicht der Stadt keinen Sinn macht, sie überhaupt zu sanieren. Um die beiden, gut 60 Jahre alten Hallen wieder dauerhaft betreiben zu können, muss die Stadt 16 Millionen Euro in die Hand nehmen - mindestens. Das hatte das Gutachten ergeben, dass die Stadt beim Büro Krings in Velbert in Auftrag gegeben hat.

Konkret heißt das: In der Rittberger-Halle muss der Boden mit seiner defekten Ammoniak-Kühlanlage kernsaniert werden. Das Dach ist undicht, die Fassade weist zum Teil gravierende Schäden auf, die Lüftung, Kältetechnik und die Elektrik müssen erneuert werden. Überhaupt wirft die veraltete Technik immer wieder Probleme auf.

In der benachbarten Rheinlandhalle ist der Boden zwar in Ordnung, das ist es aber auch schon. "Die Kabinen haben nichts mehr mit ordnungsgemäßen Sportstätten zu tun", sagte seinerzeit Matthias Pasch, der stellvertretende Fachbereichsleiter für Freizeit, Sport und Bäder. Auch Tribünen, Sanitärbereiche und Funktionsräume müssten dringend erneuert werden. Das Dach weist Schäden auf, und an der Stahlbeton-Bausubstanz müssten "grundlegende Bauteile" saniert werden. Insgesamt würden diese Maßnahmen für die Rittberger-Halle 6,5 Millionen und für die Rheinlandhalle 9,2 Millionen Euro kosten, zusammen also rund 16 Millionen. Ein Neubau würde deutlich teurer.

Der aktuelle Notfall-Plan sieht für Krefeld vor, dass auf den Boden der abgetauten Rittberger-Halle eine mobile Eisfläche eingelassen wird, sozusagen wie Stapelbecher, die ineinander gesteckt werden. Dies bedeutet allerdings, dass die mobile Fläche ein wenig kleiner ist als die eigentliche Eisfläche - statt 60 mal 30 Metern wäre sie 56 mal 25 Meter groß. Dadurch kommt sie für die Austragung einiger Wettkämpfe, etwa fürs Eiskunstlaufen oder das Eishockey, nicht in Frage (dafür sind ja noch die Rheinlandhalle und der Königpalast da) - wohl aber für den Trainingsbetrieb. "Das wäre eine Lösung, mit der die Vereine übergangsweise leben könnten, bis die eigentlichen Eishallen wieder zur Verfügung stehen", sagte gestern Cordula Meisgen, die Geschäftsführerin des Eissportverein Krefeld (EVK). Gleichwohl betonte sie: "Das Provisorium darf aber keine Dauerlösung werden. Die Eisflächen in der bisherigen Größenordnung brauchen wir nachwievor. Aber vier, vielleicht fünf Jahre würden wir mit diesen Einschränkungen fertig werden."

Nicht bekannt ist zurzeit noch, was eine solche mobile Eisfläche kosten würde. Anbieter gebe es jedenfalls genügend. Auch ist zu überlegen, was die Stadt angesichts der Nutzungsdauer von vermutlich bis zu fünf Jahren letztlich günstiger kommt: eine solche Fläche zu mieten oder zu kaufen.

Übrigens: Das Hallenproblem mit in die Jahre gekommenen, sanierungsbedürftigen Eishallen ist kein reines Krefelder Phänomen, sondern zieht sich quer durch die Republik. Der Deutsche Eishockey-Bund hat daher für November zu einer Informationsveranstaltung geladen, in der es Tipps gibt zu Planung, Finanzierung, Bau und Betrieb von kleinen Eishallen aus einer Hand.

Quelle: RP
 
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