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Serie Ausbildung Bei Currenta (5)
Moderne Labortechnik statt Glaskolben

Serie Ausbildung Bei Currenta (5): Moderne Labortechnik statt Glaskolben
Die Zeit der Glasgefäße im Labor ist fast vorbei. Heute sind die meisten Arbeitsplätze der Chemielaboranten mit moderner Technik bestückt. Auszubildende Monique Haupt lernt aber auch die herkömmliche Methode kennen. FOTO: T. Lammertz
Krefeld. Angehende Chemielaboranten können heute moderne Computertechnik nutzen, um Rechenprozesse zu verkürzen. Von Bärbel Kleinelsen

Uerdingen Für Monique Haupt war früh klar, in welchem Berufsfeld sie nach der Schule einmal arbeiten möchte. "Die naturwissenschaftlichen Fächer haben mir am Gymnasium immer am meisten Spaß gemacht. Besonders Chemie. Deshalb habe ich in der Oberstufe auch Chemie als Leistungskurs belegt, dazu noch Mathe und Bio als Prüfungsfächer." Noch während der Schulzeit machte die 21-Jährige ein Praktikum im Labor des Krefelder Veterinäramtes. Nach dem Abitur bewarb sie sich dann im Chempark. "Meine halbe Familie hat bei Bayer gearbeitet. Da lag diese Entscheidung nahe", findet die Uerdingerin. Seit zwei Jahren macht Monique Haupt nun eine Ausbildung zur Chemielaborantin bei Currenta, dem Dienstleistungsunternehmen für die Chempark-Standorte Uerdingen, Leverkusen und Dormagen.

"Wer diesen Beruf erlernen möchte, muss ein Händchen für Chemie haben und Zusammenhänge schnell erkennen. Gute Noten in den naturwissenschaftlichen Fächer sind natürlich Voraussetzung, es muss aber nicht unbedingt Abitur sein. Mir ist wichtig, dass ich nicht jede Formel erklären muss, sondern das Verständnis dafür schon vorhanden ist", sagt Klaus Mansfeld, Currenta-Ausbilder im Laborbereich.

Moderne Technik hat die manuelle Arbeit mit Glaskolben, wie man sie aus früheren Zeiten kennt, abgelöst. "In der instrumentellen Analytik sind die Messgeräte inzwischen EDV-unterstützt. Die Geräte aus Glas sind einfach zu zeitintensiv. Es gibt zwar noch einen Arbeitsplatz im Labor, der nach der herkömmlichen Methode verfährt, ansonsten sind aber alle mit Computer, Monitor und Drucker ausgestattet", erklärt Mansfeld. Computer-Experten werden für den Beruf des Chemielaboranten aber nicht gesucht. Moderne Technik erleichtert zwar die Arbeit, die Programme dafür müssen aber nicht selbst geschrieben, sondern nur angewendet werden. Mansfeld: "Hat es früher eine Viertelstunde gedauert, eine Kalibrierkurve auf Millimeterpapier zu zeichnen, erledigt das der Computer heute in zwei Sekunden. So etwas ist schon praktisch." Im Laboralltag der Unternehmen im Chempark überwiegt der analytische Teil. "In der Ausbildung behandeln wir aber genauso den präparativen Teil, also die Synthese von chemischen Verbindungen. So ist es nach der Ausbildung möglich, in beiden Bereichen zu arbeiten, auch wenn wir eigentlich für den Bedarf der Chempark-Unternehmen ausbilden", sagt Mansfeld. Unter Synthese verstehen Chemiker den Vorgang, wenn aus Elementen eine Verbindung, also ein neuer Stoff entsteht.

Analytiker wiederum braucht man beispielsweise, um in der Kläranlage das Abwasser auf seine Bestandteile hin zu überprüfen. Im Labor der parkeigenen Kläranlage hat Monique Haupt bereits gearbeitet und die Wasserqualität getestet. Das hat ihr gefallen. "Die Analytik im Labor macht mir mehr Spaß als das präparative Arbeiten", erklärt die 21-Jährige, die sich als passionierte Reiterin nach der Arbeit noch um ihr eigenes Pferd kümmert. "Im Gegensatz zur Schule habe ich jetzt natürlich weniger Freizeit. Mein Arbeitstag beginnt um halb acht und endet um halb fünf. Danach fahre ich in den Stall", erzählt sie.

Gefährlich ist die Arbeit im Labor nicht, auch wenn der Umgang mit Gefahrstoffen geübt wird. Schutzkleidung ist Pflicht und natürlich auch die Information über die Stoffe, mit denen gearbeitet wird. 350 Chemikalien mit entsprechend vielen Datenblättern liegen vor und werden immer auf dem aktuellen Stand gehalten. "Aber es ist nicht nötig, in der Ausbildung mit echten Gefahrstoffen zu arbeiten. Den richtigen Umgang kann man auch mit nicht-gefährlichen Stoffen lernen. Schließlich steht bei uns die Sicherheit an oberster Stelle", erklärt Labor-Ausbilder Mansfeld.

Zwölf Wochen pro Jahr ist Monique Haupt im Currenta-Ausbildungszentrum, etwa genauso viel Zeit verbringt sie in der Berufsschule und die restlichen Wochen in einem Betrieb. Ihr Ausbilder erklärt: "Zurzeit bilden wir 20 Chemielaboranten aus. Auch wenn die Übernahme-Chancen gut sind, gibt es keine Garantie. Deswegen ist es wichtig, dass die jungen Leute Einsatz zeigen und mit Herzblut bei der Sache sind."

Bei guten Leistungen kann man die dreieinhalbjährige Ausbildung um ein halbes Jahr verkürzen. Auch Monique Haupt hofft auf diesen Vorteil. Mit einem Augenzwinkern sagt sie: "Der Antrag auf Verkürzung ist bereits gestellt."

Quelle: RP
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